Pia Kjaersgaard zweifelt am Ergebnis der von ihrer Partei in Auftrag gegebenen Studie
Kopenhagen - Experten ist es nicht gelungen, auch nur eine einzige
Trägerin des umstrittenen Ganzkörper-Schleiers Burka aufzutreiben. Das geht aus
einem von der dänischen Boulevardzeitung B.T. veröffentlichten,
bisher geheim gehaltenen Untersuchungsbericht hervor, den die Regierung im
Zusammenhang mit einem von Rechtsparteien geforderten
Burka-Verbot bei der Universität Kopenhagen bestellt hatte.
In der Studie heißt es angesichts eines fehlenden konkreten Beispiels, die
teilweise in Afghanistan übliche, königsblaue Burka, sei in Dänemark "vermutlich
sehr selten". Die Anzahl von Trägerinnen des oft ebenfalls als "Burka"
verstandenen Niqab-Schleiers, bei dem die Augen und Teile der Stirn frei
bleiben, schätzen die Akademiker in dem skandinavischen Land zwischen 100 und
200, wobei gleichzeitig der Anteil von zum Islam konvertierten Däninnen mit rund
60 relativ hoch sein dürfte. Die Daten für die Studie wurden im vergangenen
Herbst während eines Monats erhoben.
Der Bericht hätte von der Universität bis zum Ende des von der Regierung
vergangenen Sommer beauftragten Arbeitsgruppe geheim gehalten werden sollen.
Mehrere Medien, darunter die Nachrichtenagentur Ritzau hatten vergeblich
versucht, Einsicht in den Bericht zu erhalten.
Die politischen Reaktionen auf den "geouteten" Bericht fielen negativ aus.
Pia Kjaersgaard von der rechten Dänischen Volkspartei bezweifelte das
von den Forschern beschriebene Ergebnis und sprach von "wesentlich mehr" Burka-
und Niqab-Trägerinnen, diese würden im Straßenbild immer mehr. Der von ihrer
Partei unterstützten Mitte-Rechtsregierung von Lars Lökke Rasmussen warf
Kjaersgaard "sehr amateurhaftes" Vorgehen vor. Kritik kam auch von den
sozialliberalen "Radikalen", die von "hinausgeschmissenem Geld" für den Rapport
sprachen.
Die dänische Debatte um ein mögliches Burka-Verbot wurde vergangenen Sommer
von dem konservativen, aus Syrien stammenden Politiker Nasser Khader gestartet.
Die Regierung setzte daraufhin eine Arbeitsgruppe ein, die die Frage untersuchen
sollte. Kommende Woche soll der Bericht der Gruppe der Regierung vorgelegt
werden. (APA)