derStandard.at-Reportage

"Die ganze Welt lacht über uns"

Saskia Jungnikl und Lukas Kapeller, 21. Jänner 2010, 08:08
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    Die Politik Jörg Haiders? "Das waren doch nur Brot und Spiele", lästert Petra Brunner während des Einkaufsbummels.

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    Haider, der Verkaufsschlager: Seine Nachfolger in Kärnten walten im Windschatten des verstorbenen Zugpferdes.

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    Das ausländerfeindliche Klima werde in Kärnten immer schlimmer, findet die Villacher Verkäuferin Angelika Markon.

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    Der von Uwe Scheuch herbeigeführte Wechsel von BZÖ zu FPK sei ein "Verrat an Haiders Ideen", sagt Peter Kovacs.

Das politische Kärnten wird von Rest-Österreich gerne mit Häme und Kritik bedacht - Was sagen eigentlich die Kärntner dazu? Eine derStandard.at-Stichprobe

Klagenfurt - "Haider war ein super Mensch. Den hab ich persönlich gekannt, und da kann man nix Schlechtes an ihm finden", sagt Peter Kovacs. Vor zwei Wochen wurde der 62-jährige Straßenverwalter pensioniert, und was in Kärnten momentan politisch los ist, "hätte der Haider nicht wollen". Der von Uwe Scheuch herbeigeführte Wechsel von BZÖ zu FPK - vorher wie nachher: "Freiheitliche in Kärnten" - sei ein "Verrat an seinen Ideen", findet Kovacs.

Seit 25 Jahren habe er Haiders Parteien die Treue gehalten, auch im Jahr 2005 ist er bei der BZÖ-Gründung mitgezogen. "Jetzt weiß ich nicht, was ich mit meiner Mitgliedschaft machen soll. Blauer werd ich sicher keiner." Die Politiker von heute könne man "ja alle in einen Topf werfen", sagt Herr Kovacs, und seine Miene zeigt, dass das kein Kompliment ist.

Euphorischer Parteitag, skeptische Wähler

Doch Herr Kovacs wurde wie seine Landsleute am Samstag Zeuge, wie der freiheitliche Landesparteitag aus Uwe Scheuch, dem Kärntner BZÖ-Obmann, den obersten Kärnter FPÖ-Verbündeten machte. 90,15 Prozent der knapp 350 Delegierten stimmten für den neuen Kurs an der Seite von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

Abseits des Parteitages gingen die Querelen nicht spurlos am Dritten Lager in Kärnten vorbei. Strache findet sich zwar mit einem Minus von 30 Prozent im APA/OGM-Vertrauensindex wie immer weit unten, liegt aber besser als seine Kärntner Verbündeten: Landeshauptmann Gerhard Dörfler weist aktuell minus 42 Prozent, Scheuch gar nur minus 46 Prozent auf, wenn es um das Vertrauen der Befragten geht.

Auch ein Lokalaugenschein in Kärntens Hauptstadt Klagenfurt zeigt: Die Menschen sind zwiegespalten, manche skeptisch oder gar offen unzufrieden. So begeistert wie sich die Delegierten am Klagenfurter Parteitag zeigten, sind jedenfalls die wenigsten. Ob die Kärntner nun genauso bereitwillig der FPK Folge leisten, wo Haider, der charismatische Leitwolf, fehlt?

Jörg Haiders Politik? "Brot und Spiele"

Für Petra Brunner kommt das gar nicht infrage. Angesprochen auf die Kärntner Landespolitik lacht sie wie jemand, der etwas angestellt hat. "Aber ich war's nicht", scherzt die Physiotherapeutin. Sie meint damit: Sie hat das BZÖ nicht gewählt bei der Landtagswahl im März 2009. "Aber das sagen ja jetzt alle, dass sie nicht für die gestimmt haben. Keiner gibt's mehr zu." Dabei wählten knapp 45 Prozent der Kärntner bei der letzten Wahl Orange - noch einmal 2,5 Prozent mehr als 2004, als Haider noch lebte und unter blauer Fahne kämpfte.

Frau Brunner schlendert mit ihrer Tochter gerade durch Klagenfurts Einkaufszentrum, die "City Arkaden". Die Mutter hegte noch nie Sympathien für die nun unter "FPK" firmierenden Kärntner Freiheitlichen. "Brot und Spiele", viel mehr sei die Politik Jörg Haiders, des verstorbenen Landeshauptmannes nicht gewesen. "Kärnten ist bankrott", ärgert sich Brunner. "Schickt uns doch einen Sachwalter aus Wien!"

Haider erfand Orange, Scheuch färbte zurück

Aber Kärnten bekam keinen Sachwalter, Kärnten bekam Scheuch. Nirgendwo in Österreich wechseln die Farben der regierenden Partei bei gleichbleibender Mannschaft so rasch wie im südlichsten Bundesland. Nachdem Übervater Haider 2005 aus Blau Orange gemacht hatte, färbte Scheuch nun zurück.

Angelika Markon zieht es weder zum BZÖ noch zur FPK. Sie arbeitet in einem Reformhaus in Villach als Verkäuferin, und die Stimmung in der zweitgrößten Stadt Kärntens werde immer aufgeladener: "Da wird über Ausländer und Bettler nur so hergezogen, die werden als Gesindel beschimpft und schlimmer", sagt sie. Die Schuld daran gibt sie den herrschenden Politikern. Und deren Wählern. "Wir haben zu viele alte Leute da bei uns", lautet Markons Erklärung. "Die sind unverbesserlich."

Die Politik ist "nur ein Theater"

Die Kärntner Politik sei "ein Theater", stimmt ihr eine junge Frau zu, die ihren Namen nicht sagen will. Auch das politische Erbe Haiders will sie nicht würdigen. "Jörg Haiders Ding war doch immer nur Jörg Haider." Die abermalige Parteiumbenennung nehme sie nicht mehr ernst. Das Ansehen Kärntens würde wegen der Landespolitik jedenfalls leiden: "Es lacht die ganze Welt über uns." (Saskia Jungnikl, Lukas Kapeller/derStandard.at, 19.1.2010)

Kommentar posten
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derfalke
190
26.1.2010, 09:10
Das Kärnten-Bashing der Wiener Linkspresse ist widerlich.

In Deutschland wäre es völlig undenkbar, dass die Berliner Medien in dieser üblen Polemik gegen ein ganzes Bundesland, sei es Bayern, das Saarland oder Sachsen, herziehen.

So etwas ist heute im gesamten deutschen Sprachraum wohl nur noch im rückständigen roten Wien möglich.

"kekec heißt der Papagei"
00
26.2.2010, 08:50
lustiger vogel!

anstatt nachzudenken, warum die ganze welt über kärnten lacht, legst du noch eine ordentliche schaufel nach.
genau solche meldungen und die witze des landeshauptmanns sind es, die kärnten schlecht machen. aber denken ist bei dir sowieso nicht angesagt ...
wenn dir die "wiener linkspresse" nicht passt, ein kleiner tipp: mach was anderes, kein mensch wird dich hier vermissen.

raumoffensive
 
00
19.2.2010, 18:28
In Deutschland

werden solche Entgleisungen (wie in Kärnten) nicht toleriert und die Verursacher zur Rechenschaft gezogen, früher oder später. Bei uns leider nicht. Warum auch immer.

Cuchullain
02
Als Gott die Welt schuf, tat er dies nach den ewigen Gesetzen des Ausgleichs:

Er schuf das Licht und die Finsternis, hohe Berge, Täler, breite Ströme und Wüsten.
Als er Kärnten erschuf, machte er hohe Berge, tiefe Wälder, saftige Wiesen, klare Seen in klarer Luft. Da unterbrach ihn Petrus:"Herr, wie kannst du nur soviel Schönheit in so einem kleinen Land vereinen? Du verstößt damit gegen den gerechten Ausgleich!"
Da besann sich Gott eines Besseren und schuf zum Ausgleich - die KÄRNTNER!

Im Exil
01
naja

in deutschland gibts ja auch kein kärnten..

soziales Geschlecht
12
26.1.2010, 18:17
Ein rückständiger roter Wiener hat sich entschieden

künftig fremdenfeindliche Regionen, die kürzlich sogar schon "Abwehrkämpfe gegen Wien" ausgerufen haben, als Urlaubsgebiet zu meiden.

Es gibt wesentlich besucherfreundlichere und weltoffenere Regionen die auch schön sind.

Viel Spass noch in der Opferrolle und beim Trollen!

derfalke
70
26.1.2010, 19:17
In Kärnten legt man Wert auf niveauvolle Gäste,

deshalb ist das Fernbleiben kaufkraftschwacher, linkslinker Typen aus Wien sicher kein Verlust.
:-)

Cuchullain
00
Also ich bin lieber ein kaufkräftiger, linkslinker Gutmensch ....

.... als ein kärntner Bösmensch!

MiSin
01
RE: In Kärnten legt man Wert auf niveauvolle Gäste,

es wär schon von Vorteil wenn auch die Gastgeber, lieber derfalke, Niveau beweisen würden. Doch das scheint in manchen Regionen in Kärnten zur Gänze durch die Politik ins Abseits gedrängt. Mit ihrem AntiÖsterreich bashing zeigen Sie ja schon seit Jahren das Sie Kärnten noch nie verstanden haben.
Ich wurde mitten in den 60ern in Kärnten geboren und hab eine reiche Kindheit und Jugend in Kärnten verbracht. Voll mit Niveau bei Gästen aus aller Herren Ländern und bei den Gastgebern. Doch seit der Blaue Prinz JH an die Macht gekommen ist hat sich das Sittenbild in Kärnten vollkommen verdreht. Sie und Ihre Hörigkeit der BlaueOrangenBraunen Unkultur haben mich vor zehn Jahren veranlasst meine Heimat zu verlassen. Als Kärntner blutet mein Herz

Karottensammler
03
26.1.2010, 23:40
Allerdings! Wär recht wenn wenigstens die Gäste Niveau hätten, das wär ja schonmal ein Anfang...

Pro Freistaat Kärnten!
 
05
26.1.2010, 17:10
In Deutschland ist es undenkbar

dass eine solche Bagasch überhaupt ein Land regiert.



Karottensammler
04
26.1.2010, 12:36

In deutschland wäre es auch undenkbar dass ein paar Bauern bei einer Kondolenzwahl über 40% erreichen und dann ein ganzes Bundesland, sei es Bayern, das Saarland oder Sachsen, ruinieren, Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofs missachten, nicht mal im Ansatz versuchen Ihre Korruption zu verstecken und dann noch frei herumlaufen.

Deswegen ist dort dieses "Bashing", wie sie es nennen, auch nicht nötig

thomazz
00
26.1.2010, 17:49

was genau habt ihr eigentlich gegen bauern?

Karottensammler
00
26.1.2010, 23:37

Gegen Bauern gar nichts, die stellen einen Eckpfeiler unserer Gesellschaft dar. Aber die Herren, die bei uns in den Landesregierung sitzen, wären auf einem Feld wirklich besser aufgehoben.
Abgesehen vom Traktor würden sie dort vermutlich viel weniger Schaden anrichten

rorschach
00
19.2.2010, 14:27
äh wieso stellen gerade bauern

einen eckpfeiler unserer gesellschaft?????

Karottensammler
00
19.2.2010, 14:49
Essen nix?

rorschach
00
22.2.2010, 22:57
rofl na sicher

wie konnte ich das nur vergessen .... die bauern die mir das leben ermöglichen ..... hach die kommen noch vor meiner mutter ....

also eckpfeiler unserer gesellschaft:

1 Fernseher
2 Landesvater
3 Priester weil sonst fegefeuer wenn hin
4 Bauern weil sonst hin weil nix essen
5 Soldat weil sonst die Hunnen im Land stehen
6 Polizei weil sonst Kain wiedermal Abel erschlägt
7 Industrie weil sonst kein fernseher da ist ....

alecs garwin
00
26.1.2010, 10:26
deutschland würd das

fortschrittliche, weltoffene, finanziell garnicht so neger dastehende kärnten sicher mit offenen armen empfangen !

Gerhard Gilnreiner
 
21
25.1.2010, 18:14
Kärnten ist offenbar optimal geeignet.....

....von den gleichartigen Problemen in allen anderen Bundesländer, also in ganz Österreich, abzulenken.

Irgend wann wird die Schimpferei und Spotterei auf Kärnten fad werden. Und dann - wird man wieder eine neue kleinräumige oder singuläre Sache aufdecken und hochspielen, hinter der sich dann wieder alle anderen Glücksritter verstecken können, für die natürlich die Unschuldsvermutung gilt - traurig, aber wir wollen es offenbar so.

Von der Regierung wäre - etwa im Sinner der Disskussion bei Rabl/Club 2 am 20. 01. 20010 - zu verlangen, hier griffige Lösungen zu entwickeln und diese gegen den Willen der Netzwerke der Glücksritter umzusetzen.

Z.B: Echte Verantwortung der Vorstände und Aufsichtsräte, Kronzeugenregelung etc.

rorschach
00
23.2.2010, 11:57
stimmt knappe 3 Milliarden Steuergeld ohne

das bisher irgenwie irgendwer dran Schuld ist ist ja eigentlich eine lappalie oder? ich würd vorschlagen die kärntner torfkopfregierung verteilt gleich wieder ein paar hunderter persönlich um alle die es wollen zu trösten sind ja so bös die ANDEREN

YYY888999
00
23.1.2010, 19:56

Und Villach-

Villach war schon immer ein friulanischer Meltingpot

YYY888999
00
23.1.2010, 18:26
Gratis Werbung

Soviel Aufmerksamkeit für Kärnten, die Werbung könnte man sich aufgrung des Landesbudgets nie sonst leisten
:)))

YYY888999
00
23.1.2010, 18:15


lei,lei!

haudi
00
23.1.2010, 11:33
Lichtblicke!

http://www.kleinezeitung.at/kaernten/... r-zu.story

Die Postings darunter lesen sich wie im Kroneforum, aber GSD gibts einige die dagegenhalten.

numu
 
00
22.1.2010, 17:49

meiner meinung nach, hat das bzö nur eine chance.. auf den faktor image des landes zu setzen. bei der ortstafelfrage nicht weiter zu blockieren, hypo skandal helfen aufzuklären und so weiter,.. die kärnter waren die, die unser land mit haider in den dreck gezogen haben, also glaube ich, sind auch nur sie in der lage das rückgängig zu machen oder zumindest zu entschärfen...

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