International

Keine Entwarnung an der Pleitenfront

19. Jänner 2010, 11:34
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    grafik: apa

Nach dem weltweiten Rekord im Vorjahr werden die Unternehmens­pleiten heuer weiter ansteigen, Österreich hält sich recht gut

Wien - Der Vorstand des Kreditversicherers Prisma, Ludwig Mertes, gibt noch keine Entwarnung. Nach der neuesten Prisma-Prognose werden die Pleiten in Westeuropa heuer um 3,4 Prozent auf 221.811 Verfahren steigen. 2009 betrug das Plus im Jahresvergleich dramatische 24,5 Prozent.

In Osteuropa kletterten die Pleiten 2009 gegenüber 2008 um 56,1 Prozent auf 24.795 Fälle. Für heuer prognostiziert Prisma sogar einen Rückgang um 4,0 Prozent auf 23.815 Firmenzusammenbrüche.

Ursache für den dramatischen Pleitenanstieg sei vor allem die weltweite Wirtschaftskrise. Viele Unternehmen mussten kräftige Umsatzeinbrüche hinnehmen, da die Märkte über Nacht wegbrachen. Die Aussichten für 2010 seien nicht rosig, aber auch nicht dramatisch, so Mertes am Dienstag. Die "schleppende wirtschaftliche Erholung wird nicht ausreichen, um erlittene Gewinneinbrüche zu kompensieren." Den Unternehmen stehe heuer ein Jahr mit schwachen Umsätzen bevor. Dazu komme, dass viele Unternehmen ihre Liquiditätsreserven voll ausgeschöpft haben.

Österreich liegt relativ gut

Im internationalen Vergleich hat sich Österreich mit plus 9,3 Prozent auf 6.902 Fälle relativ gut gehalten. Für heuer wird jedoch ein Plus von 12,0 Prozent auf 7.731 Pleiten erwartet. Im wichtigsten Exportmarkt Deutschland kletterten die Pleiten 2009 um 15,4 Prozent auf 33.802 Fälle, für heuer wird ein weiterer Anstieg um 9,2 Prozent auf 36.912 Firmenzusammenbrüche erwartet. Einen kräftigen Anstieg um 37 Prozent auf 10.000 Fälle musste Italien hinnehmen

Trauriger Rekordhalter mit plus 111,2 Prozent auf 5.339 Insolvenzen war im Vorjahr Spanien, gefolgt von den Baltenstaaten Estland (plus 91 Prozent), Lettland (plus 82,7 Prozent) und Litauen (plus 80 Prozent). In Tschechien und Ungarn kletterte die Zahl der Unternehmenspleiten um 36,6 bzw. 52 Prozent.

Rekord auch in der Schweiz

In den USA hat sich die Zahl der Pleiten seit 2007 auf 63.000 Ende 2009 verdreifacht. Gegenüber 2008 war das ein Plus von 45 Prozent. In der Schweiz wurde ein Rekord von 5.300 Fällen und ein Plus von 25,6 Prozent registriert.

Die Prisma Kreditversicherungs AG ist eine 100-prozentige Tochter der OeKB EH Beteiligungs- und Management AG. Die Oesterreichische Kontrollbank hält 51 Prozent der Managementholding, 49 Prozent hält der deutsche Kreditversicherer Eurler Hermes, der zum Allianz-Konzern gehört. (APA)

peace & love
00
19.1.2010, 17:10
sehr hübsches foto.

José Atento
00
19.1.2010, 18:39

Wenn dieser Geier einmal erwachsen sein wird...

silberstreif65
00
19.1.2010, 15:47

Wo ist der knuffige Geier?

fprands
00
19.1.2010, 16:55

Der Kleine wird 2010 auch noch wachsen. Nur, ob der dann knuffig sein wird?

PickaBall
 
02
19.1.2010, 12:56
Phase 2 - Spender of last Resort (1)


Die Staaten ersetzen private Nachfrage durch staatliche - wodurch die Defizite steigen.

Die weltweiten Konjunktur- und Bank-Milliarden waren in etwa so effizient wie das Auffüllen einer Wasserflasche an den Niagarafällen.

Die Globalisierung verstellt den Blick auf den tatsächlichen Zustand der Weltwirtschaft - die „Regenbogenkonjunktur“ reicht von Depression bis Überhitzung.

Strauss-Kahn: „Wir müssen vorsichtig sein.“ Laufen die staatlichen Programme zu früh aus, würden vielen dieser Länder bei einem erneuten Abschwung die Werkzeuge fehlen.

…soll heißen - das Pulver ist bei vielen schon verschossen.

PickaBall
 
02
19.1.2010, 12:56
Phase 2 - Spender of last Resort (2)


Der finale Absturz an den Börsen kommt aber erst, wenn die Regierungen „Too big to fail“ aufgeben und Pleiten zunehmen.

Japan hat über Jahrzehnte Großpleiten vermieden und damit die Staatsschulden auf 200% des BIPs getrieben - eine Insolvenz der Japan Airline ist ein Eingeständnis, dass die Grenzen erreicht sind.

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