Kontroverse

"Firefox und Co. sind wesentlich gefährlicher als der Internet Explorer"

Andreas Proschofsky, 19. Jänner 2010 11:14
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    Foto: archiv

Microsoft reagiert auf Empfehlungen den Internet Explorer nicht mehr zu nutzen

Die Diskussionen rund um die Sicherheit von Microsofts eigenem Browser, dem Internet Explorer, ist in den letzten Tagen neu entflammt. Der Auslöser dafür findet sich - ausgerechnet - in den Auseinandersetzungen zwischen Google und der chinesischen Regierung, wurde doch für die Attacken auf den Softwarehersteller - sowie auf eine Reihe von anderen US-amerikanischen Unternehmen - eine zuvor unbekannte Sicherheitslücke im Microsoft-Browser ausgenutzt.

Warnung

Da das Problem bislang noch immer virulent ist, und bereit funktionstüchtige Exploits im Internet kursieren, hat in den letzten Tagen unter anderem das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor einer weiteren Nutzung des Internet Explorers gewarnt und den Umstieg auf andere Browser angeraten. Eine Empfehlung, der sich nun auch die französische Regierung angeschlossen hat, sind doch alle halbwegs aktuellen Internet Explorer-Ausgaben von der Lücke betroffen - vom IE6 bis zum IE8.

Sicherheitsfragen

Ratschläge, die man bei Microsoft freilich nicht nur nicht goutiert, sondern auch schlicht für falsch hält: So zeigt sich etwa Microsofts Sicherheitschef in Großbritannien, Cliff Evans, davon überzeugt, dass ein Abgang vom IE genau die falsche Reaktion wäre. Denn: "Wer vom Internet Explorer weggeht, landet bei bei einem unsichereren Browser". Das Risiko eines Exploits der bekannten Lücke sei minimal im Vergleich zu den Sicherheitsproblemen, die man sich mit einem Umstieg auf Firefox und Co. einhandeln würde.

Risiko

Selbst mit dem IE6 sei die reale Gefahr äußerst gering, immerhin müsse man schon aktiv infizierte Seiten besuchen, um sich überhaupt einem Risiko auszusetzen. Der sicherste Browser bleibe aber ohnehin der Internet Explorer 8, zeigt sich Evans überzeugt, wann es ein Update für das aktuelle Problem geben werde, konnte er allerdings auch nicht konkret festmachen.

IE 6 must die, really

Unterdessen verweist man bei Mashable darauf, dass die aktuelle Lücke eigentlich der letzte Nagel im Sarg des IE6 sein sollte, und listet "Fünf weitere Gründe, warum man den IE6 nicht mehr nutzen sollte". Neben den Warnungen aus Deutschland und Frankreich, verweist man darauf, dass selbst Microsoft zum Upgrade auf eine aktuellere Version des Browsers dränge. Auch die Nutzung von Windows XP sei keine brauchbare Ausrede mehr, gäbe es doch mit Windows 7 nun doch endlich einen stabilen und sicheren Nachfolger für Vista. (apo, derStandard.at, 19.01.10)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 407
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jo eh i a
23.01.2010 20:42
für alle die einfach und sicher ubuntu ausprobieren wollen

http://wubi-installer.org/

leaping frog
22.01.2010 14:42
komisch ist nur, dass die chinesen lieber ie angreifen.

heee .... jetzt fällt es mir auf. das ist eine weltverschwörung gegen M$. alles kommunisten!

ich bin auch ein kommunist. ich benütze auch FF.

ich muss wieder ein FFA meeting besuchen. (FFA -> FireFox Anonymous). mit den 12 steps werden sie mir schon FF aus(i)treiben.

hellipirelli
22.01.2010 09:02
heute nachts...

...kam das kumulative Sicherheitsupdate für IE8 unter Vista (KB978207).
Und da streiten sich jetzt seit 19.01. 11:27 die Leut' herum (364 Posts!), als wenn es nichts Wichtigeres auf der Welt gäbe. MS ist halt ein hervorragender Reibebaum. Für mich als privaten User, der häufig online ist, gilt: Mit regelmäßig upgedatetem/gewartetem Vista und Norton 360 hatte ich noch nie Probleme mit Viren oder sonstigen Angriffen.

Andreas Grois
25.01.2010 12:59

Es wird Ihnen zwar egal sein, aber ich rate vom Norton Antivirus ab. Dieser erkennt kaum mehr als die Konkurrenz, frisst aber deutlich mehr Systemressourcen. Auf einem 2x3 Ghz-PC merkt man das vielleicht nicht sofort, aber auf langsameren Kisten ist Norton AV absolut unbrauchbar. Ich rate (derzeit) zum Avast AV fuer Privat-PC's (weil da gratis) und zum Kaspersky fuer Arbeits-Rechner. Beide sind relativ flott.

hellipirelli
25.01.2010 17:00
Ist mir nicht egal, aber...

... nun hab ich ihn schon. Und Norton 360 ist so richtig etwas für Faulpelze wie mich, die immer einen Anstoß brauchen, damit sie Datensicherung machen oder die HDD defragmentieren. Dass Norton 360 einen XP-Rechner in die Knie zwingen kann, habe ich gemerkt, als ich es auf den XP-PC meines Sohnes installierte. Den haben wir inzwischen neu aufgesetzt und Antivir installiert - jetz läuft er wieder. Aber bei meinem 2 Jahre alten Laptop mit Core 2 Duo T7250, 2GHz und 2GB SDRAM gehts auch mit Norton 360 recht flott. Danke jedenfalls für den Tipp, den ich inhaltlich nur unterstreichen kann.

massimofunghi
24.01.2010 12:02

achten sie so gründlich auf ihre ports, dass sie wissen ob sie "probleme" haben?
woher soll man als user schon merken ob das eigene system infiziert ist oder nicht?
vor allem da virenscanner, firewalls, adware scanner (der ganze geflickte ms-sicherheitsblödsinn eben) nur ein subjektives sicherheitsgefühl vermitteln, allerdings keinen ersatz für ein sauber gewartetes os sind.

haben sie zb ein flash-plugin installiert? dann gratuliere, kein virenscanner, portscanner was auch immer... kann sie vor infektionen über flash-plugins schützen (flash ist dabei nur ein bsp von vielen)

leaping frog
22.01.2010 14:38
Mr. 365er poster: sie haben anscheinend auch nichts wichtigeres zu tun

wenigstens für haiti gespendet???

Prostetnik Vogon Jeltz
22.01.2010 00:06
Also in diversen kommunalen Netzen war der IE heute offline.


Mit dem Hinweis, dass aus Sicherheitsgründen Firefox zu benützen sei...

hellipirelli
22.01.2010 09:06
Eh klar...

... die IT-Cracks "gewisser kommunaler Netze" haben auch die Hosen gestrichen voll - zu Recht, wenn sie in der Vergangenheit zu schlampig bezüglich Sicherheit waren (siehe Komplettausfall Kärntner Landesregierung vor ein paar Monaten...).

greenberetta
21.01.2010 11:29
Naja

Bin mir nicht sicher, was von beidem jetzt für Microsoft gefährlicher ist: IE6 oder Firefox und Co. ...

Auslandsösterreicher
20.01.2010 18:27
"Firefox und Co. sind wesentlich gefährlicher als der Internet Explorer"

Was könnte er alles darunter verstehen.

1. Es ist ok, dass der IE gefährlich ist, solange es mehrere Produkte gibt, die gefährlicher sind. Auch wenn diese Produkte das spezielle Problem nicht haben.

2. Für ihn als MS-Mitarbeiter sind alle anderen Produkte gefährlicher, weil sein Konzern daran nicht verdient, egal wie schlecht das eigene Produkt ist.

3. Dass die Gefährlichkeit von IE sinken wird, wenn er weniger eingesetzt wird.

Mike Webman
20.01.2010 15:11
Sicherheitslücken als Marketinginstrument

Die M$-Koffer glauben doch nicht im Ernst, dass wir unsere liebgewonnenen 2000er und XP Installationen auf den Mist werfen, um das popelige Vista 2 (Win7) zu installieren ? Allein das Networkcenter im 7er ist eine absolute Zumutung. Das neue UBUNTU hingegen funzt von Router bis Web'n Walk 4 problemlos.
Die neue Microsoft-Verarsche kostete nur Zeit, Geld und Nerven. Dagegen helfen keine bunten Prospekte !!!

0Stoney0
20.01.2010 13:45
Aja - M$ Politik

Auch die Nutzung von Windows XP sei keine brauchbare Ausrede mehr, gäbe es doch mit Windows 7 nun doch endlich einen stabilen und sicheren Nachfolger für Vista.

--
Ergo - Versicherung zahlt nicht bei Einbruch, weil man hätte ja schon längst eine neue Sicherheitstür kaufen können.

Mashable nötigt Windows XP Benutzer zum Umstieg auf Windows 7. Tolle Sache. Folgt daraus, daß der Benutzer für die Sicherheitslücken selber verantwortlich ist, da er sich für teures Geld kein 7 gekauft hat?

M$ Politik war mir schon immer suspekt.

Trolle füttern:
Seit Umstieg auf Ubuntu genieße ich die neu gewonnen Freiheit. Ich entscheide, und nicht Redmond.

gylgames
 
21.01.2010 13:20
Windows 2003 Server & Windows 2008 Server ...



... sind die sichersten M$ OS nach Windows 2000.

Beim Vista und Windows 7 wurden genügend Bugs und Sicherheitslücken gefunden.

der Ringe
20.01.2010 13:44

ich surfe mit diversen Browsern und habe mit keinem ein Problem.
Die Gefahr lauert im Nutzer, nicht in der Software.
Mit ein bisserl Hirn lassen sich die meisten Gefahren vermeiden.

Knicknack
22.01.2010 01:18
Eine Funktion wie zum Beispiel NoScript für den FF gibt es aber beim IE nicht.

Da hilft auch die größte Vorsicht nicht.

0Stoney0
20.01.2010 13:37
Kompliment an M$ Marketing

Der Blog Eintrag auf Microsoft Research and Defense spricht für sich:
Disable JavaScript. Microsoft Security Advisory 979352 includes this workaround but we understand that this workaround significantly impacts usability of many Web sites.

Darauf entnehme ich - Patch kabel abstecken, Wlan abschalten, router abstecken und Computer runterfahren - est voila - Alle Sicherheitslücken gestopft.

korrekt?

werwolfi
23.01.2010 08:55

alte weisheit:

ein *wirklich* sicherer rechner steht idealerweise ohne netzverbindung in einem abgesperrten raum - und läuft nicht...

Don Quichotte
 
20.01.2010 13:24
schon mal dran gedacht, dass die ganzen Sicherheitslücken pure Absicht sein könnten?


Also nachdem die Sicherheitslücken im Internet Explorer sich langsam zur Unendlichen Geschichte entwickeln schleicht sich in mir der starke Verdacht heran, dass diese mit voller Absicht implementiert wurden um die Bürger auch von seiten der Regierungen besser Ausspionieren zu können. Wer schließt sich meiner Meinung an ?

Franz Stefan
20.01.2010 16:41
Verschwörungstheorien?

Nein es bleibt dabei!
Diese lange Reihe an "Vulnerabilitiy in ... subsystem / executable could allow remote code execution" Problemen ist reiner Zufall. ;-)

gylgames
 
21.01.2010 13:13
Ich vertraue M$ genauso wenig wie jeder Regierung, ...


Micro$chrott hat zumindest keine Atomwaffen, 15 Geheimdienste und führt nicht ständig Krieg gegen jemand oder etwas.

Knicknack
22.01.2010 01:22
Aber MS muß sich mit einer solchen Regierung arrangieren.

Diese Regierung hat sicher starke Druckmittel, um MS zur Kooperation zu 'überreden'.
Das In-Aussicht-Stellen einer Zerschlagung wie seinerzeit bei AT&T oder Standard Oil zum Beispiel.

gylgames
 
20.01.2010 13:22
"Firefox & Co. sind sehr gefährlich für Micro$oft & co...


...weil sie eine exzellente kostenlose Open Source Browser Software anbieten, wo der User fast alles über den Browser bestimmt: wie es ausschaut, welche Applets & Scripts erlaubt und welche nicht, welche Werbung geladen wird, welche Seiten geladen werden &c.

fizzzzz
 
20.01.2010 12:32
eine objektive zeitung hätte geschrieben:

Microsoft: "Firefox und Co. sind wesentlich gefährlicher als der Internet Explorer"

nestrus
21.01.2010 11:15

In Anführungszeichen stehts eh, da kann man sich ja denken, von wem der Ausspruch kommt.

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