Rio: Polizei tötete in zwölf Jahren über 10.000 Menschen

18. Jänner 2010, 22:21

Menschenrechtler prangern außergerichtliche Hinrichtungen an

Rio de Janeiro - Die Polizei von Rio de Janeiro hat bei bewaffneten Zusammenstößen mit mutmaßlichen Drogenbanden in fast zwölf Jahren mehr als 10.000 Menschen getötet. Die anhaltende Gewalt der Polizeikräfte und "außergerichtliche Hinrichtungen" zählten zu den größten Menschenrechtsproblemen in Brasilien, sagte Gewaltforscher Ignacio Cano von der Universität Rio am Montag der Zeitung "Estado de Sao Paulo". Unter dem seit Januar 2007 amtierenden Gouverneur von Rio, Sergio Cabral, habe es mit durchschnittlich 3,2 Todesopfern am Tag die meisten Toten gegeben.

Zwischen Jänner 1998 und November 2009 wurden amtlichen Statistiken zufolge 10.385 Menschen bei Polizeieinsätzen in Rio getötet. Nach Angaben von Menschenrechtlern sterben bei den Einsätzen von Sondereinheiten in den Elendsvierteln der Stadt häufig auch Unbeteiligte. Rio de Janeiro gehört zu den gewalttätigsten Bundesstaaten in Brasilien. Laut Justizministerium gibt es in dem lateinamerikanischen Land jedes Jahr mehr als 40.000 Morde, das sind durchschnittlich 23,8 pro 100.000 Einwohner. (APA)

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Peter Serrah
11
22.1.2010, 14:58
Brasiliens Polizei tötet unbehindert ...

Es fällt auf, dass derartige Brutalitäten seit Jahrhunderten immer dort möglich sind und eiskalt durchgeführt werden, in denen die Bevölkerung (erz)-katholisch aufgewachsen ist. Wie auch bekanntlich Hitler, Mussolini, Goebbels, Pinochet, Marcos, Franco und viele andere Diktatoren - alles Massenmörder und Gewaltverbrecher - selbstverständlich katholisch erzogen und aufgewachsen sind. Woher kommt nur dieser auffällige Zusammenhang??? Schaut man dagegen in die nordischen Länder von Europa, wo es überwiegend evangelisch gläubige Menschen gibt, kenntz man dieses Ausmaß and Brutalitäten, Betrügereien, Massenmorder etc. nur wenig!!!
Es muss ein Zusammenhang geben. Vielleicht weil die Brutalos ihre Sünden stets beim Priester löschen können. Toll!!!

rubinek
01
26.1.2010, 17:39

Deutschland ist seit Luther mehrheitlich evangelisch.
Die amerikanischen Pioniere waren auch evangelisch / Genozid an den Ureinwohnern.
Stalin, Mao, PolPot waren auch nicht katholisch sondern Atheisten.

Du willst offensichtlich aus einem mir unerfindlichen Grund einen Zusammenhang sehen den es nicht gibt.

Hamit_Hatemi
81
19.1.2010, 21:00

In Österreich (und Süddeutschland) heißt es immer noch JÄNNER, nicht "Januar".

Wieso wird hier andauernd versucht, norddeutschen Schreibstil nachzuahmen?

widiwutsch
00
20.1.2010, 10:28
Es ist zwar nicht besonders wichtig, aber "Jänner"

sagt in Bayern oder Baden-Württemberg niemand. In Südtirol ist es dagegen auch durchaus verbreitet.

Hamit_Hatemi
00
20.1.2010, 18:15

In Bayern schon!

Aber mit Baden-Württemberg können Sie Recht haben...

widiwutsch
00
20.1.2010, 19:31
Das mag ja sein, aber ich habe es noch nie gehört -

bzw. nur von Österreichern, oder Ö-Stämmigen. Wissen Sie Konkreteres?

*esofan*
11
19.1.2010, 15:49

in österreich ist (letztes jahr) der anteil der polizistenmorde höher

utis
20
19.1.2010, 15:58

wenigstens bei den grundrechenarten hättenS aufpassen sollen.

FSK
31
19.1.2010, 15:37

Da das Problem noch immer besteht waren das wohl zu wenig.
Wie man in Der Pastor, der Dealer und der Polizist sehen konnte legen die Verbrecher es darauf an getötet zu werden.

th.m.`s-ut.
 
00
19.1.2010, 17:23
sie haben den film tatsächlich gesehen?

FSK
00
19.1.2010, 19:34

sollten sie sich auch ansehen.
Das ist ja nicht nur ein Kampf zw. Polizei und Verbrechern, es leiden auch alle anderen die dort wohnen mit.
Wie schrecklich die Zustände sieht man, wenn es schon als Erfolg angesehen wird, wenn die Mafialeute ihre Gegner nicht gleich umbringen, sondern verletzt und gefesselt bei der Kirche abgeben.

Schljapnikow der IV
00
20.1.2010, 10:49

na, wenns in dem film so ist...

saoTan
33
19.1.2010, 14:53

Ich nehme an, die Drogenbanden könnten die Lethalitätsrate drastisch senken, wenn sie aufhörten, die Polizei beim Besuch in den Elendsvierteln mit Kugelhagel zu empfangen...

Schljapnikow der IV
01
20.1.2010, 10:50

nachdem der staat dort nur schwerbewaffnet und brutal auftritt und nicht mal fließendes wasser zur verfügung stellt - dass macht nämlich die mafia - eigentlich auch kein wunder.

widiwutsch
01
20.1.2010, 10:30
In Rio werden aber auch unbewaffnete Ladendiebe

vor aller Augen von der Polizei erschossen. Das ist zwar möglicherweise besser, als dort für Jahre ins Gefängnis zu gehen, aber eben doch ein unhaltbarer Zustand.

Michael Kolhaas
 
00
22.6.2010, 12:44
Hm, das sind ja schon fast österreichische Verhältnisse

Nur wird hier sogar Kindern in den Rücken geschossen, denen man danach einen Schraubenzieher in die Hand drückt...

Student der Magie
00
19.1.2010, 23:06
ist auch ein bisserl einfach:

in Rio gibt es für die Elendsviertel extra geschulte Sonderpolizeieinheiten, die schon mehr mit dem Militär zu vergleichen sind. Und diese Sondereinheit ist auch nicht gerade zimperlich.

Das Problem ist die große Armut, die nicht von einem Tag auf den Anderen beseitigt werden kann, das dauert jahrzehnte. Mit ein Grund ist, dass es noch nicht so lange die Schulpflicht gibt (seit Lula), undergo deshalb ein paar Generationen keinen Zugang zur Bildung suchten, weil sie ohnehin im Elendsviertel genug mit Überleben zu tun hatten.
Durch eine Bildung hat diese und folgende Generationen nun die Chance den Weg aus der Armutsfalle zu finden.
Wobei man sagen muss: mittler Weile haben die meisten Familien aus Favelas TV, Kühlschrank, DVD-Player,...

Timagoras
 
00
22.1.2010, 14:54
"dass es noch nicht so lange die Schulpflicht gibt (seit Lula)"


está falando besteira!

die schulpflicht besteht schon lange.
nur wurde (und wird) sie weder lückenlos eingehalten, noch lückenlos überwacht.
Lula (der in vielen bereichen seine meriten erworben hat) die einführung der schulpflicht zuschieben zu wollen, ist zwar rührend, aber falsch.

Student der Magie
00
19.1.2010, 23:13
FF: Dies soll nichts beschönigen

Aber, diese Menschen leben natürlich in einer vollkommen anderen Welt: da geht es bei weitem nicht um: wohin fliegen wir, oder was machen wir am Wochenende für eine Party, sondern da geht es um das nackte Überleben in einem sehr engen Horizont.
Durch die so bereits lange andauernde große Armut, die erst seit Kurzem real versucht wird zu bekämpfen hat sich dort aber natürlich auch sehr viel kriminelle Energie gebündelt, was die Probleme noch weiter anheizt und die ganze Situation in favelas noch explosiver macht.
Ein durch und durch brutale Polizei ist mM nach nicht die Lösung, sondern ein Teil des Problems: wie man auf Menschen zu geht, so begegnen sie auch einem;)(überspitzt)

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
11
19.1.2010, 15:05
Einfach Ohne Elend

- braucht's keinen kugelhagel u. keinerlei banden.

carbonara
00
19.1.2010, 14:12
Die haben halt noch keine Drohnen...

Andy82
 
00
20.1.2010, 12:12

ich hab grad "Drogen" gelesen...

seltsame vorstellung

Chris Haslacher
 
00
19.1.2010, 14:04
Pinochet Waisenknabe dagegen.

yes2bertl
12
19.1.2010, 12:41
...häufig auch Unbeteiligte.

Dann soll auch nicht von "außergerichtlichen Hinrichtungen" geredet werden, sondern von Morden.

socram
00
19.1.2010, 15:56

das heisst jetzt kollateralschaden.

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