Strafen gegen Hypo und Prokop drastisch reduziert

18. Jänner 2010 21:00

Für Niederösterreicherinnen blieb nur Punktabzug aufrecht - Club-Generalsekretär Heger: "Das ist unfassbar" - Prokop: "Beweis für persönliches Verfolgen"

Maria Enzersdorf/Wien - Österreichs Frauen-Meister Hypo Niederösterreich hat am Montagabend vom unabhängigen, dreiköpfigen Protestkomitee des Europäischen Handball-Verbandes (EHF) das Ergebnis seiner Berufung gegen das nach den Vorfällen im Champions-League-Heimspiel gegen Metz HB (27:27) ausgesprochene EHF-Urteil erhalten. Die Südstädterinnen siegten mit ihrem Einspruch mit einer Ausnahme auf allen Ebenen. Nur der Punktabzug aus dem Champions-League-Heimspiel gegen Metz HB (27:27) blieb aufrecht.

"Das ist unfassbar"

"Das ist unfassbar und erfreulich zugleich", kommentierte Club-Generalsekretär Dieter Heger in einer ersten Reaktion. Zurückgenommen wurde die Geldstrafe gegen den Verein von 30.000 Euro, reduziert wurden die Geldbuße gegen Trainer Gunnar Prokop von 45.000 auf 10.000 Euro und die Sperre gegen den Handball-Zampano von drei Jahren auf eines. Dazu nahm das Gremium auch die Suspendierung des 69-Jährigen von allen EHF-Ämtern zurück.

Prokop berät sich mit Anwalt

"Das ist ein eindeutiger Beweis, dass es ein 'Fall Prokop' und ein persönliches Verfolgen war", kommentierte Prokop am Dienstag. Ob seine Akte geschlossen wird, ist jedoch noch offen. "Ich werde mich noch in Ruhe mit meinem Anwalt beraten", verriet der Handball-Zampano, der sich dieser Tage beim Skifahren in Schladming erholt. "Ich brauche diese Auszeit", meinte er, für den die Devise "Go for nine" (neunter Meistercup- bzw. CL-Titel) auch nach der am Dienstag in Linz erfolgten Auslosung der zweiten Gruppenphase gilt.

Attacke auf Spielerin

Der achtfache Champions-League-Gewinner, der am Wochenende den Aufstieg in die zweite Gruppenphase des laufenden Bewerbes erreicht hat, und Prokop waren am 4. November vom EHF-Schiedsgericht zu den drakonischen Strafen verurteilt worden, weil Prokop als Coach gegen die Französinnen einen gegnerische Spielern in letzter Minute auf dem Parkett mit einer Körperattacke gestoppt hatte. 

Harte Brocken

Die Auslosung für die zweite Gruppenphase der Champions League hat Hypo Niederösterreich am Dienstag in Linz harte Brocken beschert. Die Südstädterinnen treffen im Kampf um den Aufstieg ins Semifinale im Pool 2 auf Titelverteidiger Viborg HK aus Dänemark, Oltchim Valcea aus Rumänien und Dinamo Wolgograd aus Russland.

"Keine Jausen-Gegner mehr"

"Unter den letzten Acht gibt es keine Jausen-Gegner mehr, man muss es ohnehin nehmen wie es kommt. Für mich ändert sich an unserer Devise 'Go for nine' nichts", sagte Prokop in seiner ersten Reaktion auf das Los.(APA)

Auslosung der zweiten Gruppen-Phase der Frauen-Champions League:

Pool 1: Larvik HK (NOR), Krim Laibach (SLO), ETO Györ, HC Leipzig

Pool 2: Viborg HK (DEN), Oltchim Vilcea (ROM), Hypo NÖ, Dinamo Wolograd (RUS)

Die Hypo-Spiele und die Termine im Pool 2 der zweiten Gruppenphase:

6./ 7. Februar: Hypo Niederösterreich - Oltchim Valcea (ROM)

13./14. Februar: Viborg HK (DEN) - Hypo

20./21. Februar: Dinamo Wolgograd (RUS) - Hypo

6./ 7. März: Hypo - Viborg

13./14. März: Valcea - Hypo

20./21. März: Hypo - Dinamo

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 69
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22.01.2010 09:48

Das ist ein eindeutiger Beweis, dass es ein 'Fall Prokop' und ein persönliches Verfolgen war", kommentierte Prokop

warum hat er dann seinerzeit sein verhalten als "unentschuldbare fehlreaktion" eingestanden?
und weiters: "Hypo-Macher Prokop entschuldigt sich in einem offenen Brief, tritt zurück und will einen Psychologen aufsuchen"

kaum oberwasser und schon wieder frech wie ein kleiner rohrspatz.

Anna Purna
 
21.01.2010 15:21
bei einer allgemein begreiflichen

Gemütsbewegung gibts natürlich eine geringere Strafe - ein Ösi-Kulturdelikt sozusagen.

Feldschwirl
21.01.2010 09:01
Vielleicht

kann er sich ja auch mal bei einem Spiel der Vikings in den Weg stellen

Mortimer
19.01.2010 21:09
Was ist da im EHF passiert?

M.m. müsste Prokop lebenslang gesperrt werden und nichts weniger - das, was er da verbrochen hat, ist durch nichts zu rechtfertigen!

Wenn die "Strafe" so niedrig bleibt, wird Prokop noch zahlreiche Nachahmer finden!

Dr.in Luitpold Bäringer
19.01.2010 17:09
Unfassbar in der Tat! Und ein Sittenbild.

Pfui

Dr.Shirota
19.01.2010 15:53

Also ich finde ein jahr und 10.000 euro absolut angemessen für dieses vergehen.wenn ich da an den fussball denke,wo trainer aufs spielfeld rennen und den schiedrichter wüst beschimpfen,und dafür gerade einmal auf die tribühne verbannt werden...

die meisten poster haben persönlich etwas gegen prokop,tja, "mögen" tu ich den "ungustl" auch nicht,
aber strafen müssen auch immer einem strafkatalog entspringen,das taten sie diesmal nicht.

freeze
 
19.01.2010 23:10

Gute Idee!
Erweiterung des Strafenkatalogs ist eindeutig überfällig:

1.:Festhalten der Torfrau durch den gegnerischen Zeugwart beim Torschuss: 5 Minuten in der Ecke stehen
2.: Faustwatsche des Masseurs gegen die gegnerische Stürmerin: Ernste Ermahnung durch den Schiedsrichter
3.: Trainerstab und Reservespieler stellen sich in den Schlussminuten gemeinsam ins eigene Tor um die Defensive zu verstärken: Keine Strafe, da durch emotionalen Ausnahmezustand gerechtfertigt.

Feldschwirl
21.01.2010 08:44
zusätzlich

zu jedem vergehen ausserdem eine kiste bier für den verband...

der tueftler
19.01.2010 15:26
das götz-gesetz

mit jedem tag meines lebens erhöht sich zwangsläufig die zahl derer, die mich am arsch lecken können!

Stef Hoche
19.01.2010 15:19
der EHF

sitzt in wien. das hat sicher eine rolle gespielt. hier dürfte mal wieder eine hand die andere waschen... zum kotzen

living reef
19.01.2010 15:08
die machos haben sich durchgesetzt

auf der strecke bleibt fair play!

LordNachgedacht
19.01.2010 15:06
Gut so!

Gut so! Dieser Prokop hat Herz und Mut zu unpopulären Taten um Erfolg zu sichern oder Niederlagen abzuwenden. Und damit unterscheidet er sich von der Mehrheit des Landes die eine Regel noch immer nicht begriffen hat, das abseits von Ösiland international überall gilt: "Nur der Sieg rechtfertigt eine Teilnahme!" Das ist den Ösis zwar fremd aber ebenfalls gut so! Und jenen die immer laut nach Fairness schreien: Die Welt und das Leben sind IMMER ungerecht!! Warum also nicht die Dinge zum eigenen Vorteil oder Gewinn biegen?!

Mortimer
19.01.2010 21:15
Gefährlicher Schwachsinn!

Das nächste Mal nimmt der Nächste, der so denkt - "Hauptsache gewonnen" - eine Waffe mit und schießt ein paar Gegner um ...

LordNachgedacht
20.01.2010 16:38
Blödsinn - obwohl...

Ihre Folgerung ist natürlich totaler Blödsinn. Obwohl...
... so etwas würde die TV-Quoten und Mediengier erhöhen bzw. befriedigen und den Sofasprtlern einen angenehm wohligen Schauer spenden. Schließlich sind Spitzensportler eine Art von Gladiatoren der heutigen "Weicheierzeit" und statt Gladius und Pilum herrschen Ball und Fouls. Glauben Sie mir, wenn ein Sport a la Rollerball oder ein Gadiatorenkampf auf Leben und Tod heute im TV möglich wäre, dann würde er Spitzenquoten einfahren und gigantische Werbeeinnahmen garantieren von denen man sonst nur feucht träumen kann...

Grantscherben
19.01.2010 13:46
Schade, ich hätt es dem unsympathischen Grantler gegönnt

Elessar
19.01.2010 13:01
lächerlich

wieso wurden die strafen jetzt doch reduziert? vor allem wieso so drastisch? einfach lächerlich dieser verband!

fairness wird halt groß geschrieben im handballsport (achtung ironie!)

*-_-*
19.01.2010 12:58

der EHF, eine Lachnummer...

zuerst die angemessene Strafe und dann rudert man total zurück? was muss prokop noch tun?
zumindest die geldstrafe gegen ihn hätte man lassen können

grumbleduke
 
19.01.2010 13:12
Also bitte!

Ist ja nun auch nicht so gewesen, dass Prokop der Spielerin eine Machete in den Leib gestoßen oder ihr Erstgeborenes entführt hätte.

Die Strafen waren von Anfang an maßlos überhöht.

Tschick Tschaikowsky
19.01.2010 14:20

Sind sie mit Gunnar Verwandt?
Nur das er eine Spielerin bei einem Tempogegenstoss mit vollem Speed aufhält - das ist okay? Sollte das Usus werden, gute Nacht. Dann wird ja jeder Trainer zum Irren...

august underground
 
19.01.2010 13:03
find ich genau umgekehrt

keine geldstrafe und dafür lebenslanges teilnahme-verbot an allen EHF veranstaltungen oder welcher ihrer Partner/Mitgliedsländer (also auch z.B. österreichische liga) wäre das einzig richtige. Dann darf er sich bis auf 500 Meter keiner Spielhalle mehr nähern.

nebenerwerbsposter
19.01.2010 12:25
lächerlich

diesen rabiaten wicht sollte man von allen sportplätzen ausschliessen.
wen hat er bedroht, um zu diesem urteil zu kommen?

Boba Fett
19.01.2010 11:09
nicht ein, nicht 3, sondern lebenslange sperre fuer den ungustl.

der sollte schon laengst in die Raika-pensi und platz machen fuer juengere.

Mawol
19.01.2010 21:08

Genau, und Todesstrafe für Ladendiebe. Das entscheidende Wort heißt Verhältnismäßikeit.
Auch ich war nie ein Fan von Prokop und von der Aktion grundsätzlich angewidert, aber vergleichbare Aktionen gab's im Handball angeblich bereits, is halt ein härterer Sport.

Boba Fett
20.01.2010 10:52
»vergleichbare Aktionen gab's im Handball angeblich bereits«

ich seh trotzdem nicht ein, warum derartige strafen dann nicht aehnlich rigide bestraft werden sollen.
worum's mir unter anderem auch geht ist diese scheinmoral vonseiten des EHF: zuerst rigide strafen aussprechen und dank [österreichischer] mauschelei [EHF mit sitz in Wien, und, nicht vergessen: http://tinyurl.com/EHF-bestechung - nicht mal ein jahr her…] eine bagatellisierung.

die entscheidenden worte heissen fairness und praevention vor nachahmungstaetern.

weisskeinennamen
19.01.2010 15:00

scheinst ja ein persönliches problem zu haben!
erstens wird man niemanden auf grund EINER entgleisung lebenslang sperren und zweitens welchen jüngeren blockiert er wo den weg? ist jemand der sicherlich viel für den heimischen sport geleistet hat auch wenn nicht unbedingt ein grosser sympathieträger aber dafür gibts keine preise.
also schalt deinen frust ein wenig zurück und aktivier vor dem posten lieber den denkmodus

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