Mehr Leerstand

Wiener Büromarkt in der Krise

18. Jänner 2010 15:51
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    Foto: derstandard.at/glicka

    Besonders große Auslastungsprobleme gibt es in manchen Wiener Bürotürmen. Der Millennium Tower am Handelskai (Bild) beispielsweise verliert, wie das "WirtschaftsBlatt" kürzlich berichtete, einen wichtigen Großmieter, der sieben Etagen gemietet hatte. Experten weisen darauf hin, dass die Türme der "ersten Generation", die nun rund zehn Jahre alt seien, doppelt so hohe Betriebskosten hätten wie moderne Gebäude.

Im vierten Quartal 2009 wurden nur 40.000 m² vermittelt - Ausländische Investoren haben sich weitgehend zurückgezogen

Wien - Die Wirtschaftskrise hat tiefe Spuren auch im Wiener Büromarkt hinterlassen: Die Neuvermietungen sind 2009 um ein Drittel eingebrochen, die Leerstandsrate ist gestiegen und das 2007 noch hohe Interesse ausländischer Investoren an Wiener Immobilien ist deutlich abgekühlt. Der internationale Immobiliendienstleister Richard Ellis (CBRE) rechnet für heuer zwar nicht mit weiteren Rückgängen, der am Montag gegebene Ausblick fällt aber gedämpft aus.

Im ganzen vergangenen Jahr sind 265.000 Büroflächen neu vermietet worden. Dies entspricht in etwa dem Niveau des Jahres 2004 und ist um ein Drittel weniger als 2008. Das vierte Quartal 2009 war das schwächste, hier sind in der Bundeshauptstadt nur mehr 40.000 m2 Büros neu vermittelt worden. Grund: Wegen der Wirtschaftskrise verschieben die Unternehmen Umzüge bzw. die Anmietung neuer Büros.

Leerstandsrate steigt

Die Leerstandsrate ist 2009 weiter auf 4,8 Prozent angestiegen. Sie wird nach Einschätzung von CBRE heuer einen weiteren Sprung nach oben (5,8 Prozent) machen. 2010 werden nämlich wieder deutlich mehr neue Flächen auf den Markt drängen (geschätzte 218.000 Quadratmeter). Die Spitzenmieten von Geschäften in der City sind 2009 um fünf Prozent gesunken - bis Ende 2010 wird wieder ein leichter Anstieg erwartet.

Auch die Transaktionen im Immobilienmarkt sind 2009 auf 1,3 Mrd. Euro zurückgegangen - ein Rückgang von 38 Prozent auf das Niveau von 2003. Nicht-deutsche internationale Investoren haben sich mittlerweile aus dem österreichischen Markt weitgehend verabschiedet, österreichische Investoren machen nun fast 80 Prozent der Käufer aus. (APA)

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eschi 80
30.01.2010 19:54
dc-towers

schade, dass die dc-towers kaum mehr eine chanze auf realisierung haben. architektonisch hätt das schon was hergemacht, aber : http://www.an-architecture.com/2006/06/d... -city.html
The public spaces of the Donau City Vienna (http://www.viennadc.at) are of an incredibly poor quality: Large sealed stone surfaces, extremely windy and surrounded by slick glass towers.
unglaublich grauslich: der büroturm in town-town oder wie das heißt an der tangente: betonmauer mit schießscharten

franz der freie
21.01.2010 09:40
die jetzt gebauten objekte wurden vor langer zeit geplant,

jetzt läuft die durchführung> unstopable. damals lief der markt wie geschmiert. nun baut man mitten in eine krise hinein.

Gerhard Grabner
20.01.2010 17:27
Umso unverständlicher ist,

dass Wien dennoch wie blöd Hochhäuser in Höhe zieht!

Graf Bobby
20.01.2010 15:49

Ich frage mich, ob wir ein einer besseren Welt leben würden, wenn es keine Spekulation mit Wohnraum und Lebensmitteln gäbe.

asinus
19.01.2010 21:44

Dass so viele - zu viele Bürohochhäuser gebaut wurden, hat die gleiche Ursache wie die Bankenkrise: die Gier. Jetzt steht überall ein halbleerer Turm herum und verschandelt die Gegend (wozu war der Florido-Tower gut?).

Sidlo
20.01.2010 17:01
Weniger die Gier sondern eher der Herdentrieb:

Wenn ein Lemming in den Bach hüpft springen halt oft ganze Scharen hinterdrein.

33x22
19.01.2010 20:10

ich öffne eine dose mitleid ...

Observer 20
19.01.2010 18:19
doch ganz klar,

Wirtschaft im Tief - Bedarf an Büros ebenso!

Joe Jo
19.01.2010 14:34
Wohnungen werden fast nur mehr in der Peripherie gebaut.

Wird innerhalb des Gürtels ein Wohnhaus abgesissen, entsteht mit Sicherheit kein neues, sondern ein Bürogebäude.
Es gibt einfach zuviel davon. Baut lieber mal wieder Wohnungen in der Innenstadt!

gaisbock
19.01.2010 11:00
Die Bauwirtschaft und die Banken sind Siamesische Zwillinge!!!

Einer hilft dem Anderen - die Banken haben Geld wie Heu und die Bauwirtschaft weiss wie man´s verbraucht, damit die Banken wieder .........
Das nennt man Turbokapitalismus.

Leser1010
 
19.01.2010 10:53
Das Problem

liegt doch auf der Hand. Es gibt zu wenig Baumängel und somit keinen akuten Grund schon wieder den Standort zu wechseln. Dass man nicht zig mal zu viel Objekte vermieten kann, wie es Mieter gibt, ist ja wohl klar. Und zu relativ hohen Preisen kauft auch niemand die tollen neuen Flächen um sie dann leer stehen zu sehen.
Beim Wohnbau sieht es ähnlich aus. Da ist es nur inzwischen so, dass es sich für niemanden, der länger als ein Jahr wohnen möchte, rentiert, eine Wohnung zu mieten. Die Kosten sind derart hoch, dass es günstiger ist, die Raten für das Eigenheim zu berappen, als jemand anderem den Lebensunterhalt zu sichern.

Recht ist Auslegungssache
19.01.2010 03:00
Miete ist eben kein dauerhaftes Konzept...

Meistens zu teuer und zu wenige Mitspracherechte.
Wer kann baut selbst und zeigt Vermietern den Finger...

Nein, das war natürlich nicht vorhersehbar. Alle "Experten" sollten sich in ein Winkerl stellen und schämen...

Michael B
19.01.2010 01:28
Quelle surprise!

Da werden seit Jahren in den ödesten Gegenden riesige Bürohäuser hingeklotzt, und das bei gleichbleibender Zahl an Arbeitnehmern in Wien.
Und jetzt will niemand in diese neuen, supertollen Büros einziehen? Wer hätte sich so etwas vorstellen können...
Ich bin ja zu faul zu suchen, aber ich bin sicher, vor 6 Monaten war im Immobilienteil noch zu lesen, daß der Büromarkt von irgendwelchen Krisen ganz und gar nicht getroffen ist, und daß Büros die beste Investition überhaupt sind.

celestine
18.01.2010 21:59

ja ja, der büromarkt ist ein interessanter markt, vorallem im oberen segment ist er ziemlich lukrativ für alle beteiligten (vermieter, mieter, !!makler!!,...)

Laird of Glenmore
18.01.2010 21:52
Büros werden zuviel gefördert, auch mit EU-Mitteln.

Wohnungen sind scheinbar weniger wichtig.

Alles nur eine Frage von Profitinteressen.

Killa vomBilla
18.01.2010 20:42
Hmm

9 jahre
ist a gutes argument die hütte zu verlassen und umzuziehen.

benjohnson1988
18.01.2010 19:49

schon seit Jahren baumeln in Wien an zahlreichen Fassaden die Plakate "Büroflächen zu vermieten". Da hat die Stadtplanung ganz schön was verbockt.

gaisbock
19.01.2010 10:53
Bitte was hat Stadtplanung mit Büroflächen zu tun??

Das ist das Ergebnis des "Freien Marktes" und "seiner Selbstregulation" sowie das Kind der Siamesischen Zwillinge Bauwirtschaft&Bankwirtschaft.
Jeder Ballon platzt, sofern ihm nicht vorher die Luft ausgeht.
Hier passiert beides.

Pareidolic
19.01.2010 08:27

..und verbockt es weiterhin.

Neubau Wien Mitte? Da müssen tonnenweise Büros rein! Südbahnhof? Bürogebäude! Beim Westbahnhof weiß ich es nicht so genau, aber rein geraten würde ich mal sagen es wird in Kombination mit dem Neubau ein riesiges Bürogebäude hingestellt.

Ausgeflippter Lodenfreak
20.01.2010 15:53

Verkehrstechnisch gut angebundene zentral gelegene auf die neuesten Bedürfnisse zugeschnittene Büroflächen werden sich trotzdem verkaufen wie warme Semmeln, wenn die Preise halbwegs dem Markt entsprechen.

Jene Grüne Straßenkatze
19.01.2010 20:57
:)

Manchmal denke ich mir, die Stadtplaner sollten als Fortbildungsseminar über die Grundprinzipien von Stadtplanung einfach eine Woche Sim City spielen. Auf Schwierigkeitsstufe "Leicht".

Der Erkenntnisgewinn wäre gewaltig.

Fleisch
20.01.2010 10:23

Tja, der kleine Unterschied - ein Stadtplaner hat nicht die Macht, die der Spieler in SimCity hat. Was einer mit seinem Grundstück macht, entscheidet der Grundeigentümer. Die Stadtplanung ist nicht dazu da, einen Investor vor einer Fehlinvestition zu schützen, oder den Büromarkt stabil zu halten, damit die Preise schön hoch bleiben. Aus stadtplanerischer Sicht gibt es halt leider in Wien viele Flächen, die sich wegen der Verkehrsbelastung nicht für Wohnbau eignen. Wenn dann dort Büros gebaut werden, hat - solange die ÖV-Anbindung gut ist - sicher kein Stadtplaner was dagegen.

gerhard maierhofer
19.01.2010 16:03

na das passt schon. an öffentlich gut erschlossenen plätzen können ruhig weiterhin bürogebäude gebaut werden.

wunderwutzler
19.01.2010 12:15

Im Zusammenhang mit dem zukünftigen Hauptbahnnhof haben Sie nur bedingt Recht. Es werden sowohl Bürogebäude, aber auch Wohnungen gebaut. Zusätzlich dazu noch Grünanalagen, Schule, Kindergärten, etc. (auf einer Gesamtfläche von rund 109 ha)
Quelle: http://www.hauptbahnhof-wien.at/de/Projek... /index.jsp

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