Auch ÖH-Wahl an Uni Salzburg aufgehoben

18. Jänner 2010, 11:00

Doktoratstudenten durften am ersten Wahltag nicht wählen - Zweite Aufhebung nach Uni Wien

Wien/Salzburg - Nach der Universität Wien sind auch die Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) an der Universität Salzburg vom vergangenen Mai aufgehoben worden. Dies teilte der Vorsitzende der Bundeswahlkommission, Bernhard Varga, am Montag mit. Grund ist der Umstand, dass Doktoratstudenten am ersten Tag des dreitägigen Urnengangs nicht wählen konnten, weil "die Wahladministration nicht funktioniert hat", so Varga.

Ein entsprechender Bescheid über die Aufhebung der Wahl wird nun allen wahlwerbenden Gruppen zugestellt. Ab Zustellung ist dann zwei Wochen Zeit für eine Berufung an die nächsthöhere Instanz, den Wissenschaftsminister. Dieser hat sechs Monate Zeit für seine Entscheidung, gegen die wiederum beim Verwaltungs- bzw. Verfassungsgerichtshof Beschwerde eingelegt werden kann. Sollte niemand gegen den Bescheid der Wahlkommission Berufung einlegen, muss die Wahl innerhalb von 60 Tagen wiederholt werden.
Der Bescheid über die Aufhebung der Wahl wird laut Bernhard Varga im Lauf der Woche ergehen. Im Zuge der Anfechtung wollte die Bundeswahlkommission überprüfen, wie viele Personen an der Wahl gehindert wurden, um festzustellen, ob dies Auswirkungen auf die Mandatsverteilung hatte. Das sei aber nicht gelungen, weil die lokale Wahlkommission an der Uni Salzburg keine Unterlagen vorlegte, so Varga.

Schlampereien auf Uni Wien

An der Uni Wien waren die Wahlen wegen Schlampereien beim erstmals durchgeführten E-Voting aufgehoben worden: Am elektronischen Stimmzettel war der Listenname der Jungen Europäischen Studenteninitiative (JES) fehlerhaft, es fehlte das Wort "Europäische". Zudem fehlten auf dem Internet-Stimmzettel bei allen Fraktionen die Kurzbezeichnungen. Die Anfechtungen an allen anderen Unis blieben erfolglos.

Möglicherweise Termin im Mai

Varga rechnet nicht damit, dass die Wahlen tatsächlich innerhalb von 60 Tagen wiederholt werden. Dies wäre nämlich mitten in der Inskriptionsfrist im März, wodurch die Erstellung eines Wählerverzeichnisses schwierig wäre. Wahrscheinlicher wäre ein Termin im Mai.

Aller Voraussicht nach wird es aber auch damit nichts: Mehrere Fraktionen haben bereits angekündigt, den Instanzenzug bis zu den obersten Gerichten gehen zu wollen, um das E-Voting generell zu Fall zu bringen. Über die Verfassungsmäßigkeit des E-Votings habe die Wahlkommission nicht entschieden, so Varga - die Behörde müsse ihre Entscheidung auf Basis der geltenden Gesetze treffen.

Bisher keine Wiederholungen

Bisher wurden ÖH-Wahlen zwar bereits aufgehoben. Eine Wiederholung des Urnengangs fand aber noch nicht statt, da aufgrund des Fristenlaufs immer die nächste reguläre Wahl "dazwischenkam". Nächster regulärer Wahltermin wäre im Mai 2011.

GRAS in Salzburg Wahlsieger

Bei der Wahl an der Uni Salzburg erreichten die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) die meisten Stimmen (36,4 Prozent), knapp gefolgt von der VP-nahen AktionsGemeinschaft (AG) mit 33,2 Prozent, Dritter wurde der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) mit 16,6 Prozent. Alle drei Fraktionen fochten die Wahl an, wobei die AG ihr Rechtsmittel später allerdings zurückgezogen hat. (APA)

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1 2
diegras
00
20.1.2010, 09:04
Die Stellungnahme der GRAS

findet sich auch direkt hier: http://1go.at/3ax
Aufhebung an der Uni Wien und Salzburg bestätigen Kritikpunkte der GRAS

Heute wurde die Aufhebung der Wahl zur Österreichischen HochschülerInnenschaft an der Universität Salzburg bekannt. Parallel dazu sind in Wien jene Bescheide zugestellt worden, die bestätigen, dass auch die ÖH-Wahl an der Universität Wien aufgehoben werden. In beiden Fällen waren den Einsprüchen der GRAS (Grüne & Alternative StudentInnen) gegen die massiven Mängel bei der Wahl ausschlaggebend für Entscheidung der Wahlkommission.

Für die GRAS ist die Aufhebung der ÖH-Wahl an den beiden Universitäten ein großer Erfolg in ihrem Kampf gegen E-Voting. "Nun ist es amtlich: Der Einsatz von E-Voting führte zu so gravieren

byron sully
10
18.1.2010, 19:03
problematisch,

wenn wahlaufhebungen de facto wirkungslos bleiben (da nie öh-nachwahlen stattfinden). man sollte eventuell über eine verkürzung der fristen nachdenken.

Stanley Kowalski
67
18.1.2010, 12:16
Zwangsbeiträge abschaffen!

Mahnende Stimme
13
18.1.2010, 13:28

Aber dann gleich bei allen mit Zwangsbeiträgen finanzierten Organisationen. Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Ärztekammer, Landwirtschaftskammer, ORF, etc...

Rent a Democracy
22
18.1.2010, 12:48
Nein.

Stanley Kowalski
63
18.1.2010, 12:50

Oh doch. Die ÖH Zwangmitgliedschaft hat ihre Legitimation verloren. Siehe die unglaublich niedrige Wahlbeteiligung und die jüngsten basisdemokratischen Proteste (ohne ÖH).

Peter W1
 
00
24.1.2010, 11:31

Gerade diese Proteste haben die Unterstützung der ÖH.
Und wenn du ein Problem mit Urabstimmungen hast (die ÖH wurde bereits einmal bestätigt) darfst ruhig in Länder ohne solche auswandern.

Rent a Democracy
13
18.1.2010, 13:01

Weil die ÖH politisch gefesselt ist. Das ist aber nicht Schuld der dort Tätigen. Imho ist es gescheiter, wenigstens überhaupt eine Vertretung mit offiziellem Charakter zu haben, die wenigstens von den Medien beachtet wird. Alle anderen Vereine und Gruppierungen werden doch totgeschwiegen, insbesondere vom ORF.

Flo91
11
18.1.2010, 10:54
Grass ausheben!

X Xenophon
80
18.1.2010, 10:46
Bitte beachten:

Auch diese Aufhebung hat nichts mit dem E-Voting zu tun.

Kenny _
00
18.1.2010, 11:04
Grund ist der Umstand, dass Doktoratstudenten am ersten Tag des dreitägigen Urnengangs nicht wählen konnten, weil "die Wahladministration nicht funktioniert hat", so Varga.

Wieso soll das nichts mit dem E-Voting zu tun haben. Es ist also nicht bedenklich das die Doktoratstudenten die ersten 3 Tage einfach nicht wählen durften, weil der Admin sie nicht freigeschalten hat? Egal ob sie nach den 3 Tagen wählen durften oder nicht, es zeigt das dieses System leicht manipuliert werden kann und einfach bestimmte Wählergruppen ausgeschlossen werden können. Bei einer üblichen Wahl kann Sie sehr schwer wer daran hinder den Zettel in die Urne zu werfen. Bei dem e-Voting, wie man sieht, reicht ein Mausklick.

DER-STANDARD-JURIST
11
18.1.2010, 11:10
weil das e-voting nur eine ZUSÄTZLICHE

option darstellt. es wurde niemand daran gehindert, am wahlgang selbst teilzunehmen.

es wird auch in ganz Ö keine aufhebung wegen "e-voting" geben; es gilt das legalitätsprinzip.

diegras
00
20.1.2010, 08:59

es WURDEN eben menschen durch das neue wahlsystem das durch e-voting bei der PAPIERWAHL eingeführt wurde, gehindert zu wählen!

DER-STANDARD-JURIST
00
20.1.2010, 09:16
wie meinen?

die papierwahl war ja weiterhin möglich?

Mahnende Stimme
01
18.1.2010, 13:29

Also ihre Glaskugel möchte ich nicht haben.

DER-STANDARD-JURIST
10
18.1.2010, 16:39
Sie meinen das b-vg?

ja, schön ist es nicht

;)

Rent a Democracy
29
18.1.2010, 11:00
E-Voting ist grundsätzlich ein No-Go.

Rent a Democracy
04
18.1.2010, 12:03
An die Rotstrichler:

Computer sind fundamental manipulierbar, unsicher sowie unzuverlässig und genügen daher grundsätzlich den Anforderungen demokratischer Wahlen nicht.

Hier könnt Ihr etwas dazu nachlesen:
Probleme mit E-Voting:
http://papierwahl.at/e-voting-probleme/

Deutsches Verfassungsgericht fällt Grundsatzurteil zu Wahlcomputern:
http://www.netzpolitik.org/2009/karl... computern/

Blinder Technikglaube führt regelmäßig in Katastrophen. Beispiele dafür gibt es auf allen Gebieten. Man sollte stattdessen vorausdenken und Technik mit Hirn einsetzen, da, wo sie das adäquate Mittel für den angestrebten Zweck darstellt.

Scheen eng und trocken
00
20.1.2010, 11:39
Es geht auch ohne Computer!

Das hat man gesehen bei Wahlmanipulationen a la "Wiedenbauer" in der SPÖ Klagenfurt. :))

Rent a Democracy
00
20.1.2010, 11:58
Das bestreite ich nicht.

Aber am Computer ist eine Manipulation kaum nachweisbar,
- weil wenn der Strom weg ist, die Daten im RAM auch dahin sind
- weil gelöschte Daten auf Festplatten nur extrem aufwendig wiederherstellbar sind
- weil die Software aus Millionen Codezeilen besteht und daher viel zu komplex für eine vollständige Analyse ist
- weil die Software idR nicht Open Source ist
- weil immer Sicherheitslücken bestehen
- weil es auch Logikfehler und andere Softwareprobleme gibt
- weil letztendlich niemand genau nachvollziehen kann, was in dieser Blackbox passiert

Warum sollte für jedes der tausenden Wahllokale so ein Gerät für tausende Euro angeschafft werden, wenn wir nur alle 5 Jahre wählen? Das Gerät kommt viermal zum Einsatz, dann ist es veraltet.

Emanuel S.
75
18.1.2010, 11:06

No-Go zu sagen ist grundsätzlich ein No-Go.

Rent a Democracy
00
18.1.2010, 11:15

Liest man halt gelegentlich. Warum soll man nicht?

Emanuel S.
12
18.1.2010, 11:27

Sie haben recht. Das ist ein schönes Wort in einem schönen deutschen Satz.

Rent a Democracy
11
18.1.2010, 11:48

Schöne Sprache ist es nicht, das ist wahr. "E-Voting" stört Dich nicht?

Emanuel S.
21
18.1.2010, 12:01

Ihre Aussage als ganzes ermöglicht mir generell ein "meet & greet" (auch schön, oder?) mit meinem Mageninhalt. Sowohl aufgrund der Wortwahl, des Inhalts und vor allem aufgrund der fehlenden Begründung oder Erklärung.
Allerdings war meine erste Reaktion in dieser Hinsicht wohl auch nicht viel besser.

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