Regelkunde

Körperkontakt unvermeidlich

17. Jänner 2010, 18:14

Am Dienstag hebte die Handball-EM mit Österreich gegen Titelverteidiger Dänemark an. Jenen, die nicht so oft Handball schauen, liefert der Standard eine kleine Regelkunde.

Linz - Die Handball-Elite ist in Österreich. Im Gegensatz zum Fußball, in dem Europa starke Konkurrenz draußen in der Welt hat, so den Rekordweltmeister Brasilien (fünf Titel) oder den zweifachen Champion Argentinien, dominieren die Europäer im Handball unangefochten. Olympia- und WM-Gold haben bisher ausschließlich Teams vom Alten Kontinent geholt. Österreich, als Gastgeber erstmals bei der EM dabei, ist großer Außenseiter in Gruppe B gegen Dänemark, Island und Serbien. Top-Favorit des EM-Turniers in Graz, Linz, Innsbruck, Wiener Neustadt und Wien ist Frankreich, aktueller Olympiasieger und amtierender Weltmeister. An die Regeln müssen sich freilich alle halten.

  • Grundsätzliches: Alle sechs Feldspieler beteiligen sich an Angriffsaktionen. Sie stehen sechs entlang des Kreises postierten Abwehrspielern gegenüber und versuchen, sich mit oft einstudierten Spielzügen eine gute Schussposition zu erarbeiten.
  • Spielzeit: Zweimal 30 Minuten. Die Zeit wird nur bei längeren Unterbrechungen und im Falle knapper Entscheidungen in der Schlussphase auch bei kürzeren Unterbrechungen angehalten.
  • Spielfeld: Ein Rechteck, 40 Meter lang und 20 Meter breit.
  • Tor: Ein Rechteck, drei Meter breit und zwei Meter hoch.
  • Wechsel: Sind beliebig oft möglich. Ein Team kann 14 Spieler nennen, sieben inklusive Tormann stehen auf dem Feld.
  • Kreis: Ist in Wahrheit nicht einmal ein Halbkreis. Vor dem Tor ist in sechs Metern Abstand parallel zur Torlinie eine drei Meter lange Linie gezogen. Daran schließt an beiden Enden je ein Viertelkreis von sechs Metern Radius an, der bis zur Torauslinie reicht. Nur der Tormann darf den Kreis betreten. Der Werfer darf beim Wurf zwar in den Kreis springen, der Ball muss die Hand aber verlassen haben, bevor er den Boden berührt.
  • Foul: Körperkontakt ist nicht regelwidrig, sondern unvermeidlich. Arme und Hände dürfen - sofern angewinkelt - verwendet werden, um den Ball zu blocken oder in Ballbesitz zu gelangen. Nicht erlaubt ist es, einen Gegenspieler zu klammern, festzuhalten, zu stoßen, ihn anzurennen oder anzuspringen oder ihm den Ball aus den Händen zu schlagen.
  • Siebenmeter: Der Strafwurf wird verhängt, wenn eine Torchance regelwidrig verhindert wird. Der Wurfpunkt wird durch einen ein Meter langen, parallel zur Torlinie gezogenen Strich sieben Meter vor dem Tor gekennzeichnet.
  • Gelbe Karte: Erste Verwarnung.
  • Zwei Minuten: Wird oft in Folge einer Gelben gegeben, der Spieler muss für zwei Minuten auf die Bank. Kann aber auch ohne vorangegangene Verwarnung gegeben werden. Die dritte Zwei-Minuten-Strafe bedeutet die rote Karte.
  • Rote Karte: Kann mit der dritten Zwei-Minuten-Strafe zusammenfallen, aber auch direkt ausgesprochen werden: etwa bei Regelwidrigkeiten, die die Gesundheit eines Gegenspielers gefährden, oder bei grob unsportlichem Verhalten.
  • Freiwurf: Die Mannschaft eines gefoulten Spielers erhält das Recht, direkt oder indirekt und unbedrängt den Ball abspielen zu können. Der Wurf wird auf der Höhe des Fouls mindestens neun Meter vor dem Tor ausgeführt. Diese Distanz ist durch die gestrichelte Freiwurflinie gekennzeichnet, die in drei Meter Abstand vor der Kreislinie verläuft.
  • Übertritt: Unerlaubtes Betreten des Kreises durch einen Feldspieler, das im Angriffsfall zu Ballverlust bzw. zu einem Foul für die Angreifer führt, sofern ein Verteidiger den Kreis betritt. (APA, red, DER STANDARD Printausgabe, 18.1.2009)
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18 Postings
markus grabner
00
19.1.2010, 13:43
rote karte?

wie ist das mit der roten karte genau zu verstehen? so wie im fussball, das heisst, diese mannschaft spielt mit einer person weniger weiter? oder heisst das nur, das diese person im zuge dieses spiels (oder weiterer spiele?) nicht mehr zum einsatz kommen darf, die mannschaft aber mit 6+1 personen weiterspielt?

Hämi
00
20.1.2010, 09:42
Zwei Minuten Unterzahl,

der betroffene Spieler ist für mindestens das Spiel gesperrt, darf aber nach zwei Minuten ersetzt werden.

Es gibt allerdings noch eine Steigerung zur roten Karte (= Disqualifikation): das "Kreuz" (= Ausschluss). Hier zeigt der Schiedsrichter übereinandergekreuzte Arme, das bedeutet, dass der Spieler für mind. das Spiel gesperrt ist und auch nicht mehr ersetzt werden darf. Bei sehr schweren Vergehen, sieht man sehr selten.

Zeeh
00
20.1.2010, 14:59
darf nicht ersetzt werden?

Seit wann darf ein Spieler nicht mehr ersetzt werden nach einem Ausschluss?

Kommt in den unteren Ligen relativ häufig vor, Gründe: Unsportlichkeiten, Schiedsrichterbeschimpfungen, Gewalttätigkeiten, usw..

Hämi
00
20.1.2010, 15:01
Disqualifikation vs. Ausschluss


Disqualifikation = rote Karte = Spieler darf nicht mehr eingesetzt, aber nach 2 Minuten durch einen anderen ersetzt werden.

Ausschluss = "Kreuz" = Spieler darf nicht mehr eingesetzt und auch nicht ersetzt werden; die Mannschaft spielt in Unterzahl weiter.

Zeeh
00
21.1.2010, 04:10
ja stimmt schon...

...hab ich verwechselt. kreuz hab ich selbst nur am ende bzw bei spielabbruch kurz vor ende erlebt... rest waren alles disqualifikationen

f 3
00
20.1.2010, 09:39

nach 2 minuten darf ein anderer spieler wieder rein. der "rote" muss auch weg von der bank.
bei ausschluss (siehe zeichen gekreuzte hände) bleibt die mannschaft das ganze restliche spiel in unterzahl

august underground
 
00
19.1.2010, 15:25
zweiteres

der spieler muss gehen darf aber ersetzt werden.

rapid charly
00
18.1.2010, 16:53

eine Frage an die Experten:
Wenn der Spieler in den Torraum springt und in der Luft schiesst kommt es mir oft vor, dass der Spieler mit den Füßen den Boden berührt, bevor der Ball die Hand verlässt. (Sieht man recht oft in der Zeitlupe). Habs aber noch nie erlebt, dass da mal ein Schiri abpfeift. Sehen die das nicht, oder wird das nicht so genau genommen, weils in der Schnelle praktisch unmöglich zu beurteilen ist?

Hämi
00
19.1.2010, 12:46
Sollte schon gepfiffen werden.

Passiert aber viel zu selten.

Ich als Torwart verdamme die Situationen, in denen vor allem die Aussenspieler so lange warten können, bis sie sogar leicht den Boden berühren und dann erst den Ball platzieren.

Beim Gegenstoss ist das weniger ein Thema, hier wird eigentlich fast immer in der Luft geworfen (bzw. abgepfiffen, wenn der Spieler schon den Boden berührt).

Dr. 2Much
00
18.1.2010, 14:52
Süß.

Für die Gesundheit förderlich ist, wenn der Ball die Hand verlassen hat, bevor er im Tornetz landet, das muß aber nicht sein, sofern der Spieler den Boden vor gemeinsamen Überschreiten der Torlinie nicht berührt.

jayjay_one
00
18.1.2010, 14:18
"Ball darf max. drei Schritte bzw. drei Sekunden getragen werden. Erlaubt: Prellen""

lol, dem basketballer stellts die nackenhaare auf

chillgreen
00
17.1.2010, 21:18

und wie schauts mit dem tormann aus? darf der aus dem torraum raus und ggf. tore schießen? ist rückpass zum tormann erlaubt?

Hämi
00
19.1.2010, 12:49
Verlassen ist erlaubt

... es dürfen alle Spieler auf dem Feld rumrennen, aber nur einer darf in den eigenen Torraum (dieser muss sichtbar gekennzeichnet sein). Oft sieht man, dass in knappen Spielsituationen der Torwart ausgewechselt wird und ein siebter Feldspieler mit anderem Leibchen zum Einsatz kommt.

Allerdings wird schon oft diskutiert, dass das Herauskommen des Torwarts verboten/eingeschränkt wird, weil es v.a. beim Abfangen von Gegenstosspässen zu unendlich gefährlichen Situationen kommt: der Gegner schaut zurück, um den Pass zu fangen und sprintet aber geichzeitig nach vorne. Wenn da Torwart und Gegner zusammenrasseln, dann gute Nacht.

Rückpass zum Torhüter in den Torraum wurde früher mit Siebenmeter "bestraft", seit wenigen Jahren nur mit Freiwurf.

f 3
00
20.1.2010, 09:36

darf aber nur ohne ball den torraum verlassen. muss also zuerst den ball zu einem feldspieler passen, dann darf er raus

McScoob
00
17.1.2010, 23:31

darf den torraum verlassen (sogar wechseln (feldspieler mit überzieh leiberl)).

rückpass ist nicht erlaubt (spiel schon seit 10 jahren nicht mehr und schau nur unregelmässig, sollte aber noch immer gleich sein)

Ein nitupsaR
 
00
17.1.2010, 21:06

Danke für die Regelkunde.
Dachte bloß, heutzutage wird fast ausschließlich 6:0 verteidigt, bestenfalls noch 5:1, aber das 3:2:1 sei tot?!

Torpedo Melmac
00
17.1.2010, 19:06
zeitspiel

wie lautet hier die regel?

Fisch^^Fisch
00
17.1.2010, 22:41

Liegt im Ermessen des Ref. Wenn der meint, dass das Spiel nicht darauf ausgelegt ist ein Tor zu schießen. Dann "warnt" er. Dann muss man in 5-10 Sek. den Abschluss finden.
Die Warnung kommt meistens so nach 30-45 Sekunden.

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