Terrorismus-Gesetz

Rechtsexperten lehnen Vorratsdatenspeicherung ab

17. Jänner 2010 14:51

Ministerin Bures für grundsätzliche Überprüfung auf EU-Ebene

Das vom Justizministerium erarbeitete "Terrorismuspräventionsgesetz" stößt auch beim Österreichischen Rechtsanwaltskammertag auf heftige Ablehnung. Infrastrukturministerin Doris Bures plädierte indes für eine grundsätzliche Überprüfung der EU-Richtlinie auf EU-Ebene.

Auf Bedenken eingehen

Sie hält zwar an einer Mindestumsetzung fest, um Strafzahlungen der Republik Österreich zu verhindern, will aber auf die Bedenken eingehen. Außerdem plädiert sie für eine grundsätzliche Überprüfung der EU-Richtlinie. Justiz- und Innenministerin müssten dies im zuständigen Rat für Justiz und Inneres, der die Richtlinie auch erlassen hat, auf die Tagesordnung bringen, sagte sie. Eine nochmalige Behandlung auf EU-Ebene sei deshalb angebracht, weil nun der Lissabon-Vertrag in Kraft getreten sei, die Grundrechtecharta gelte und sich mittlerweile deutlich zeige, dass mehrere Mitgliedsstaaten Schwierigkeiten mit der Umsetzung der Richtlinie haben, sagte Bures.

(APA)

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Posting 1 bis 25 von 28
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Piratenpartei
19.01.2010 15:35
Guckt mal,

wer sich da zu Wort meldet und mehr fordert: http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXI... /pmh.shtml

Falls mich wieder einmal jemand fragt, was denn Urheberrecht und Bürgerrechte miteinander zu tun haben, dann kriegt er das zu lesen. :)

Taran Seven
06.02.2010 16:05
Nun kann man damit auch Politiker überwachen, denn einfach zu behaupten, das über diese IP-Adresse ein Urheberrechtsverstoss begangen wurde, soll nach den Wünschen der MI ausreichen, um ohne richterlichen Beschluss Auskunft zu erlangen...

A. E. Neumann
28.01.2010 17:42

Na damit endlich diese Raubkopierterroristen gestoppt werden können! Zeit wirds!

Mathias
 
25.01.2010 21:47
Also...

... damit mit den Daten kein Mißbrauch gemacht werden kann, benötigt es wohl sowas wie einen Datenschutzbeauftragten in jeder Firma - dieser sollte alle Vollmachten haben, und einer nicht weisungsgebundenen Behörde angehören. Jeder Verstoß gegen das Datenschutzgesetz gehört härtestens bestraft, damit Mißbrauch nie und nimmer passieren kann. Nur leider würde sowas kein Unternehmen zulassen ...

RA Wilson
20.01.2010 13:09
unfassbar!

zu dieser "stellungsnahme" der ifpi austria fällt mir nur mehr das ein, was ich im betreff schon geschrieben habe: unfassbar!

Peter W1
 
18.01.2010 20:27

Der Vorschlag von Bures, dass nochmal an die EU zurückzuleiten ist ein sehr guter. Ihr Verhalten in dieser causa, in der die EU ihre Mitgliedsstaaten zwingt ihre Verfassung aufzugeben und die EMRK zu zerstören, ist vorbildlich, da sie dieses Verbrechen eines Gesetzesentwurfes weit länger verzögert als irgendwer anders in Europa.

Jetzt muss nur noch das schwarze Justizministerium, welches für dieses Verbrechen verantwortlich ist, entsprechende Schritte in Brüssel einleiten.

maduniwien
 
18.01.2010 14:39
Häh?

Wovon handelt der Artikel jetzt eigentlich? Von der Vorratsdatenspeicherung (http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXI... pmh.shtml) oder dem Terrorismuspräventionsgesetz (http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXI... mh.shtml)?
Rechtsexperten lehnen natürlich beide ab, aber trotzdem sollte man sie nicht in einem Artikel so zusammenmischen.

Taran Seven
06.02.2010 16:09
Terroristmus ist ja eigendlich nur der Vorwand...

In Wirklichkeit will man das Feindliche Volk, das sich der Ausbeutung durch die MI entziehen will damit erwischen und doch noch zum erhofften Profit zu kommen.
Die Opferung von 2 Türmen und vielen Systemsklaven brauchte man zur Rechtfertigung eines Krieges gegen Länder, die sich der Kontrolle internationaler Heuschrecken entziehen, und gegen Religionen, die nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen... Die Inquisition lässt grüßen...

Gegen Geistlose Eigentümlichkeiten
18.01.2010 11:31
Liebe Frau Bures,

sich so billig aus der Verantwortung schleichen zu wollen ist eine bodenlose Frechheit. Die EU ist nicht dazu da, um überforderte Bundespolitiker zu entlasten. Die Stellungnahmen zu dem Gesetz sprechen eine deutliche Sprache, ziehen sie gefälligst die Konsequenz daraus, oder treten sie verdammt noch mal zurück.

http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXI... /pmh.shtml

Peter W1
 
18.01.2010 20:21

Die Bures kann was genau für umzusetzende EU-Verordnungen? Sie zögert es eh soweit es irgendwie geht hinaus und vielleicht hat sie sogar den Mut eine Klage der EU zu provozieren. Ihr Verhalten in dieser causa ist schlicht vorbildlich. ich will mir gar nicht vorstellen wie schnell diesen Überwachungsterror konservative oder noch rechtere Politiker zugestimmt hätten.

Gegen Geistlose Eigentümlichkeiten
19.01.2010 16:47

Sie haben ja zum Teil recht mit dem was sie schreiben. Und ich bin auch froh, daß die Frau Bures die Direktive mit gesunder Skepsis behandelt. Aber wenn die VDS einmal in Kraft tritt, ist es halt ziemlich egal, ob der Beschluß mit Bauchweh oder Kampfgeschrei zustande kam.

Außerdem: Das Vertragsverletzungsverfahren wird wegen des in Österreich fehlenden unabhängigen Datenschutzbeauftragten gerne in Kauf genommen, bei der VDS aber soll es unbezahlbar sein?

Mit der VDS fällt die Unschuldsvermutung, und damit eine wesentliche Komponente des Rechtsstaates.

sylvia29
18.01.2010 10:33
rechtsexperten

wissen sogar, dass das terrorismuspräventionsgesetz neue strafrechtliche regeln enthält, während die regelungen zur vorratsdatenspeicherung in der aktuell in begutachtung befindlichen novelle zum telekommunikationsgesetz enthalten sind.

deshalb gab es am freitag auch eine stellungnahme des rechtsanwaltskammertages zu ersterem entwurf, zu zweiterem hingegen (noch?) nicht.

ob journalisten das auch wissen, ist unbekannt. falls ja, sollte es sich eventuell im text so wiederfinden.

ü-strichal
18.01.2010 09:37

wenn sich die opposition an ihr versprechen hält keiner verfassungsänderung für ein paar monate zuzustimmen, dann wird die vorratsdatenspeicherung in österreich nicht eingeführt ... denn dafür wär ja eine verfassungsänderung notwendig ...

sylvia29
18.01.2010 10:35
die zwei

vorgesehenen verfassungsbestimmungen haben leider mit dem generellen komplex "vorratsdatenspeicherung" nur am rande zu tun.

iohui
18.01.2010 00:13
die richtlinie kann nicht rechtskonform umgesetzt werden. auch nicht als mindestumsetzung. wenn die eu deswegen strafen verhängt, werden wir die eu verklagen weil sie uns zwingen will, gesetze zu erlassen, die gegen die menschenrechte verstossen.


das ist ein absolutes no-go.

klar dass sich bures irgendwie aus der verantwortung rausschleichen will, obwohl wir sie dafür bezahlen, dass sie sie übernimmt. wir sollten aber auch nicht vergessen, dass es unsere eigenen justiz- und innenminister sind, die eine richtlinie beschlossen haben, die gegen die menschenrechte verstösst.

das ist jetzt der punkt, wo wir den justiz- und innenministern das vertrauen entziehen müssen, wenn sie sich nicht ASAP von dieser verfassungswidrigen richtlinie, die ihre amtsvorgänger verbrochen haben, distanzieren.
der skandal, dass sie unsere in der verfassung garantierten rechte nicht respektieren, liegt ja nun schon lang genug unübersehbar auf dem tisch.

Taran Seven
06.02.2010 16:11
Tja Menschenrechte... für die MI bist Du entweder "Konsument" oder Räuber oder falls Dich deren Produkte nicht interessieren ein Terrorist (was sonst bliebe als Ausrede?).

Peter W1
 
18.01.2010 20:24

Der Gesetzesnentwurf ist ein Verbrechen gegen die Verfassung. Das ist vollkommen richtig. Aber gerade Bures verzögert diesen ja soweit wie kein anderes europäisches Land. Aber soll sie zusehen wie Österreich von der EU verklagt wird?

Ich persönlich würde dir sogar recht geben und bin sicher, dass das auch die Position Bures ist, dass die EU nur versuchen uns für die Wahrung unserer Verfassung zu verklagen. Aber was in den Massenmedien stehen würde wäre eine schlichte Zuweisung, dass sie an einer EU-Klage schuld ist.

iohui
23.01.2010 01:05
wieso zusehen? sie soll einen bericht schreiben, mit klar verständlicher begründung, wieso die richtlinie in ö. nicht umgesetzt werden kann, und diesen an den eu-rat und die kommission schicken.

als beilage gutachten von rechtsexperten.
genau so und nicht anders ist es in der richtlinie ausdrücklich vorgesehen.

ich gehe davon aus, dass diese stellungnahme akzeptiert wird, wenn sie fundiert ist, weil die eu den österreichern wohl kaum offiziell mitteilen wird, dass sie auf unsere menschenrechte schei*t.
so viel anstand setz ich voraus.

abgesehen davon trau ich mir ohne weiteres versichern, dass genügend österreicher hinter bures stehen, wenn sie diesen schritt endlich macht.
es wird ihrem ansehen zum vorteil sein, garantiert nicht zum nachteil.
selbst bei einer klage/strafe braucht sie nicht einmal mit der wimper zucken.
es gibt momente, wo man ganz klar nein sagen muss, da gibt es nichts zu zögern.
das ist so ein moment.

Des is so - und nicht anders..
 
17.01.2010 18:35
gott sei dank....

"stößt auch beim Österreichischen Rechtsanwaltskammertag auf heftige Ablehnung".....

ES GIBT NOCH HOFFNUNG!!!!

Des is so - und nicht anders..
 
06.02.2010 13:38
.."ES GIBT NOCH HOFFNUNG!!!!"

da die Dummheit der Menschheit stündlich wächst - distanziere ich mich von meiner Aussage.

;-)

starship
 
17.01.2010 18:05
die vorratsdatenspeicherung ist ein deutlicher schritt in richtung eines polizeistaates...

es gibt in der eu zwar bis heute ein eher bescheidenes terrorismusproblem, aber "sicherheitshalber" wird jeder bürger dahingehend überwacht, als könnte er ein potentieller Bin-Laden oder Baader-Meinhof sein.

die grundlegenden rechte der menschen auf privatsphäre werden immer weiter beschnitten. gleichzeitig scheint es politisch opportun, behörden (polizei, staatsanwaltschaften, gerichte), die organisierte kriminalität wirksam bekämpfen könnten, personell auszutrocken.

auf der strecke bleibt die freiheit des einzelnen.

Nick Knattertoni
18.01.2010 00:13

und deshalb könnte man fast schon meinen, die organisierte kriminalität selbst ist es, die die bürger überwachen will.

Styx
17.01.2010 16:50

ein kleiner Lichtblick ?

//\\//\\(())(())TT
 
17.01.2010 15:14

Danke Frau Infrastrukturministerin!

Wenn Österreich und andere Mitgliedstaaten Rückrat bei diesem Thema zeigen, dann könnte das Vorhaben der Vorratsdatenspeicherung auf EU-Ebene zu Fall gebracht werden.

Und zum Glück gibt es jetzt den Vertrag von Lissabon mit verbindenden Grundrechten!

Lazy Jones
17.01.2010 19:05
es heißt "Rückgrat"

nicht "Rückrad", "Rückrat" oder "Rückgrad"

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