Djindjic-Mord "fast vollständig aufgeklärt"

7. April 2003, 13:40
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Über 7.000 Festnahmen - Laut Innenminister Mihajlovic befindet sich die Mehrheit der mutmaßlichen Täter im Gefängnis

Belgrad - Der Fall des ermordeten serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic ist nach Angaben des serbischen Innenministers Dusan Mihajlovic fast vollständig aufgeklärt. Die meisten an dem Attentat Beteiligten befinden sich im Gefängnis, sagte Mihajlovic am Sonntag dem TV-Sender "Studio B". Von ihnen hätten die meisten die Tat gestanden, darunter auch Zvezdan Jovanovic "Zeki", der mutmaßliche Mörder Djindjics.

Mihajlovic sagte, alle in das Attentat verwickelten Personen seien den Ermittlern bekannt. Die Festnahme aller Beteiligten sei nur noch eine Frage von Tagen. Schon jetzt könne aber Anzeige erstattet werden.

Zemun-Clan beschuldigt

Die Regierung beschuldigt eine Mafia-Gruppe aus dem Belgrader Vorort Zemun der Ermordung Djindjics. Ihr Anführer, der frühere Kommandant der "Roten Barette", Milorad Lukovic Legija, ist auf der Flucht. Die Polizei fahndet nach weiteren zehn Mitgliedern der Gruppe, darunter eine Frau.

Im Rahmen einer breit angelegten Polizeiaktion wurden mehr als 7.000 Personen festgenommen. Rund 2.000 befinden sich in Untersuchungshaft, darunter auch der stellvertretende Generalstaatsanwalt Milan Sarajlic sowie der frühere stellvertretende Leiter des Geheimdienstes BIA, Milorad Bracanovic. Beide werden in Verbindung mit der Zemun-Mafia gebracht. (APA)

Djindjic war am 12. März vor dem Regierungsgebäude in Belgrad erschossen worden. Jovanovic, stellvertretender Kommandant der inzwischen aufgelösten Polizeieinheit "Rote Barette", war wenige Tage nach dem Anschlag festgenommen worden.
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    Steckbrief des Innenministeriums

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