Wein & Co: Lieferanten an die Kandare

6. April 2003, 21:40
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Weinhändler Heinz Kammerer fordert im STANDARD-Gespräch ein Umdenken der Winzer beim Ab-Hof-Verkauf

Wien - Wein&Co-Chef Heinz Kammerer fordert im STANDARD-Gespräch ein Umdenken der Winzer beim Ab-Hof-Verkauf: "Es kann nicht sein, dass dem Handel die gleichen Konditionen eingeräumt werden wie den privaten Konsumenten, da wir sonst nie auf vernünftige Spannen kommen können." Von Winzern, die das nicht verstehen, werde sich Wein & Co verabschieden, kündigt Kammerer an.

Der Anteil des Ab-Hof-Verkaufs liegt nach Berechnungen der Österreichischen Weinmarketing bei rund 35 Prozent. Das sei weltweit einzigartig hoch, betont Kammerer. Außerdem gebe es kaum eine Sparte, wo der Ab-Hof-Verkauf so ausgeprägt sei. "Das ist so, als wenn VW den Golf beim Händler um 18.000 Euro verkauft und am Firmensitz in Wolfsburg fürs gleiche Auto nur 9000 Euro verlangt. Und ein Mittagessen mit dem General gibt's gratis dazu."

"In der Wachau zum Beispiel schenken einige Winzer 360.000 Euro pro Jahr her", rechnet der Wein & Co-Chef vor. Beim Ab-Hof-Verkauf sei es oft so, dass die Kunden "lange sitzen, viele Weine kosten und dann nur mit einem Sechserkarton unter dem Arm wieder fahren." In dieser Zeit könne der Winzer an Wein & Co zwei Paletten verkaufen, "ohne nur ein Wort zu reden". Weil der Markengedanke immer wichtiger werde, sei eine einheitliche Preispolitik notwendig. "Denn eine Marke ist noch nie alleine durch Ab-Hof-Verkauf groß geworden", so Kammerer. (zwi/DER STANDARD Print-Ausgabe, 7.4.2003)

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