Flüchtlinge auf alten Schlachtfeldern

7. April 2003, 09:23
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Iranische Hilfsorganisationen rechnen mit 500.000 Flüchtlingen

4 Teheran - "Teilweise liegen die Flüchtlingscamps auf alten Schlachtfeldern aus dem Golfkrieg. In einem mussten auf zehn Hektar erst 6000 Minen entfernt werden", schildert der österreichische Rot-Kreuz-Mitarbeiter Bernd Höfler seine Eindrücke bei einer Vorbereitungsreise in das iranisch-irakische Grenzgebiet. Hier könnten heimische Wasseraufbereitungsexperten zum Einsatz kommen.

Die Lager sind zwar zum Großteil vorbereitet, stehen derzeit aber leer. Denn die Grenzen zum Irak bleiben zu, wie die Regierung in Teheran erneut bestätigte. "Die iranische Regierung hat Angst, in den Krieg hineingezogen zu werden", erläutert Höfler in einem Telefonat mit dem STANDARD. Der Iran befürchtet auch, dass sich die im Irak stationierten oppositionellen Volksmudjahedin unter die Flüchtlinge mischen könnten.

Die iranischen Hilfsorganisationen rechnen nach ihren Erfahrungen aus dem Golfkrieg 1991 damit, dass bis zu 500.000 Flüchtlinge kommen. Etwa 30.000 direkt an der Grenze wohnende Iraker haben im Iran Zuflucht gesucht und sind bei Bekannten untergekommen. (DER STANDARD, Printausgabe, 7.4.2003, moe, log)

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