Die Zimmer des Herrn R.

6. April 2003, 19:47
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Gerhard Randa, der neue Aufsichtsratschef der Bank Austria, liebt es geräumig - Er logiert an drei Standorten

Wien - Andere sammeln Briefmarken. Gerhard Randa, im Vorstand der HypoVereinsbank (HVB) für Osteuropa und das Kostenmanagement des angeschlagenen Bankenriesen zuständig, außerdem Neoaufsichtsratschef der Bank Austria, liebt es geräumiger. Er sammelt Zimmer.

Als er 1995 René Alfons Haiden als Vorstandschef der Bank Austria ablöste, bezog er dessen Büro in der - damaligen - Zentrale des Instituts in der Vorderen Zollamtstraße im dritten Wiener Gemeindebezirk. Bis dahin hatte er als Vizechef an der noblen Adresse Am Hof (ehemalige Zentrale der Länderbank, die er bis zu deren Fusion mit der Zentralsparkasse zur Bank Austria 1991 geleitet hatte) in der Wiener Innenstadt logiert. Dieses Büro mit anschließendem Konferenzzimmer behielt er bei und hielt sich selbst dort immer länger auf.

Meistens in München

Bis er schließlich - peu à peu - ganz dorthin übersiedelte. Ohne freilich das von Haiden geerbte Büro in der Vorderen Zollamtsstraße aufzugeben. Das steht seither leer, ist aber immer noch in Randas "Besitz", obwohl der in der Zwischenzeit schon ein Häuschen weitergezogen ist.

Seit Anfang April arbeitet er den größten Teil der Woche in der Münchner Zentrale der HVB, wo ihm natürlich ebenfalls ein komfortables Büro zur Verfügung steht. Sein Büro Am Hof behält er auf jeden Fall bei. Hier wird er als Aufsichtsratschef jeden Montag amtieren und den Vorstand der Bank Austria mit (hoffentlich guten) Ratschlägen, um nicht zu sagen Direktiven, versorgen.

Ob er sein Büro in der Vorderen Zollamtsstraße ebenfalls behält, ist noch nicht entschieden. Dass er in der Zwischenzeit bereits nach einem weiteren Büro Ausschau hält, ist sicher nur ein böswilliges Gerücht. Schließlich ist er ein kostenbewusster Mensch. Die Flüge zwischen Wien und München kosten die HVB keinen Cent. Als AUA-Aufsichtsrat - wie gut, dass es solche Funktionen gibt - wird er von der heimischen Airline kostenlos befördert. Businessklasse, versteht sich. (Günter Baburek, DER STANDARD Print-Ausgabe, 7.4.2003)

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    montage: derstandard.at
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