18 Tote bei irrtümlichem US-Angriff auf Konvoi im Nordirak

7. April 2003, 17:52
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Barzani-Bruder offenbar in Deutschland in Behandlung - 45 kurdische Kämpfer sollen durch "friendly fire" schwer verletzt worden sein

Arbil/Landstuhl - Ein Bruder des nordirakischen Kurdenführers Massud Barzani, der bei dem irrtümlichen US-Angriff auf einen Konvoi am Wochenende schwer verletzt worden war, wird offenbar in Deutschland medizinisch behandelt. Der 33-jährige Waji Barzani wurde nach Angaben der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) von der US-Armee ausgeflogen. Er werde im US-Militärhospital Landstuhl behandelt, berichtete die Koblenzer "Rhein-Zeitung" (Dienstag-Ausgabe) unter Berufung auf einen Vertreter der "Regionalregierung Kurdistan-Irak" in Deutschland. Eine Sprecherin des Krankenhauses bestätigte lediglich, dass ein ein kurdischer Patient in Landstuhl sei.

Barzani sei in Landstuhl operiert worden, sagte ein Sprecher der Deutschland-Vertretung der nordirakischen kurdischen Regionalregierung laut "Rhein-Zeitung". Es gehe ihm besser, er sei aber noch nicht außer Lebensgefahr. Barzani war am Sonntag verletzt worden, als ein amerikanisches Kampfflugzeug im Norden des Irak versehentlich einen amerikanisch-kurdischen Konvoi angegriffen hatte. Bei dem Bombardement starben nach kurdischen Angaben mindestens 18 Menschen, darunter auch der Übersetzer eines Teams der britischen BBC, das den Konvoi begleitet hatte. Es war der schwerste "friendly fire"-Zwischenfall seit Kriegsbeginn am 20. März.

Irrtümlicher US-Flugzeugangriff

Bei einem irrtümlichen US-Flugzeugangriff auf einen von US-Einheiten begleiteten kurdischen Fahrzeugkonvoi im Nordirak sind nach jüngsten kurdischen Angaben 18 Kurden getötet worden. US-Soldaten seien bei dem "friendly fire"-Zwischenfall entgegen ersten Angaben nicht ums Leben gekommen, sagte ein Sprecher der Demokratischen Partei Kurdistans (DPK) am Sonntag. Etwa drei US-Elitesoldaten und 45 kurdische Kämpfer seien zum Teil schwer verletzt worden, als amerikanische Kampfflugzeuge den Konvoi irrtümlich beschossen. Unter den schwer Verletzten sei auch der Bruder des DPK-Chefs Massud Barzani, Waji. Er sei von der US-Armee zur medizinischen Versorgung nach Deutschland ausgeflogen worden. Barzanis Sohn Mansur sei leicht verletzt worden.

Ärzte in Arbil sprachen von vier getöteten US-Soldaten. Das US-Zentralkommando in Katar räumte in einer kurzen Erklärung einen möglichen Fehlbeschuss im Südosten der Ölstadt Mossul ein.

Im Kampf gegen irakische Angreifer hätten die US-Spezialeinheiten am Boden Unterstützung aus der Luft angefordert, sagte DPK-Sprecher Hoshijar Sebari. Zwei US-Flieger hätten daraufhin irrtümlich die eigenen Verbündeten bombardiert. Der Zustand des 33-jährigen Barzani sei Besorgnis erregend. "Wir machen uns große Sorgen", sagte Sebari. (APA)

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