Kroatien fordert von Belgrad Auslieferung von "Ex-Premier" Mikelic

6. April 2003, 13:26
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Kroatische Gerichte verurteilten Mikelic im Juni 1993 in Abwesenheit zu 20 Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen an Zivilisten

Zagreb/Belgrad - Kroatien wird die Auslieferung des am Freitag in Belgrad festgenommenen ehemaligen Regierungschefs der selbst proklamierten Republik Serbische Krajina, Borislav Mikelic, fordern. Dies kündigte die kroatische Justizministerin Ingrid Anticevic Marinovic an, berichteten serbische und kroatische Medien heute, Sonntag. Zagreb erwarte eine positive Antwort der serbischen Seite und die Auslieferung von Mikelic, betonte die Ministerin. Kroatische Gerichte haben im Juni 1993 Mikelic in Abwesenheit zu 20 Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen an Zivilisten verurteilt.

Mikelic im Rahmen der Polizeiaktion "Sablja" festgenommen

Mikelic wurde in Belgrad im Rahmen der breit angelegten Polizeiaktion "Sablja" (Säbel), die nach der Ermordung des serbischen Premiers Zoran Djindjic gestartet wurde, festgenommen. Er steht unter Verdacht, Kontakte mit der Mafia-Gruppe von Zemun gepflegt zu haben. Der Zemun-Clan wird der Ermordung von Djindjic beschuldigt. Nach dem Ende des Krieges in Ex-Jugoslawien (1991-1995) war Mikelic als Leiter einer Flüchtlingsvereinigung aus Kroatien tätig. In den neunziger Jahren zählte er zu den engsten Mitarbeitern des damaligen Präsidenten Slobodan Milosevic. (APA)

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