US-Truppen bestreiten Angriff auf russische Diplomaten

6. April 2003, 17:08
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Scharfe Protestnote Moskaus an den Irak und die USA

Moskau - Die US-Streitkräfte in Doha haben bestritten, beim Angriff auf die Autokolonne des russischen Botschafters Wladimir Titorenko heute, Sonntag, beteiligt gewesen zu sein. Der Zwischenfall habe sich in einer von Irakern kontrollierten Gegend ereignet, hieß es. Beim Verlassen der umkämpften irakischen Hauptstadt Bagdad ist der Konvoi unter Beschuss geraten. Dabei wurden mindestens vier bis fünf Menschen verletzt. An die USA sowie den Irak erging eine scharfe Protestnote aus Moskau.

Russland will den Vorfall am Montag beim Besuch der Sicherheitsexpertin von US-Präsident George W. Bush, Condoleeza Rice, in Moskau zur Sprache bringen. Die Ausreise der Russen aus Bagdad sei den US-Truppen bekannt gewesen.

Autokolonne unter Beschuss

Unbekannte hätten am Stadtrand mit Handfeuerwaffen auf die Autos geschossen, berichtete ein Augenzeuge der Agentur Interfax. Die Verletzten wurden in ein Krankenhaus der Stadt Falludscha westlich von Bagdad gebracht. Das Außenministerium in Moskau bestätigte einen Bericht des arabischen Fernsehsenders El Jazeera nicht, wonach auch Botschafter Titorenko verletzt worden sei. Die Autokolonne werde am Montag ihre Fahrt bis zur etwa 500 Kilometer entfernten syrischen Grenze fortsetzen.

Titorenko hatte am Morgen die Botschaft in Bagdad in Begleitung verlassen. Bei zwei Angriffen acht beziehungsweise 15 Kilometer von der Stadtgrenze entfernt seien jeweils mehrere Personen aus der Gruppe verletzt worden, sagte der Augenzeuge. Nach dem zweiten Angriff seien die Täter in Geländewagen geflohen. Man habe die Verletzten in Krankenhäuser gebracht. "Zum Glück ist niemand gestorben", sagte der Beobachter. Insgesamt seien 25 russische Staatsbürger in der Autokolonne unterwegs gewesen, die meisten von ihnen Journalisten.

Es müsse alles für die Verletzten getan werden, forderte Präsident Wladimir Putin in einer ersten Reaktion. In Moskau wurden die Botschafter der USA und des Iraks in das Außenministerium gerufen. "Wir wissen bisher nicht, wer hinter dem Beschuss steht", sagte US-Botschafter Alexander Vershbow beim Verlassen des Außenministeriums. Die russische Botschaft in Bagdad blieb nach offiziellen Angaben weiterhin mit zwölf Bediensteten besetzt. (APA/dpa)

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