"Green-Card-Soldaten" in der US-Armee

6. April 2003, 11:51
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Vier Prozent der US-Streitkräfte kämpfen für "fremdes Vaterland" - Dienst in der Armee beschleunigt Verleihung der Staatsbürgerschaft

Washington - Nicht alle der "Boys and Girls" in der US-Armee sind auch AmerikanerInnen. Mehr als 37.000 Soldatinnen und Soldaten dienen und kämpfen für ein fremdes Vaterland: Sie haben nicht die US-Staatsbürgerschaft, sondern verfügen nur über eine dauerhafte Aufenthaltsberechtigung, die so genannte "Green Card". Diese "Green-Card-Soldaten" machen rund vier Prozent der US-Streitkräfte aus.

Dienst in der Armee beschleunigt Verleihung der Staatsbürgerschaft

Im Vorjahr wurde der Anreiz für in den USA lebende Ausländer für den Dienst in der Armee verstärkt. Wer sich legal in den USA aufhält, kann laut einem speziellen Erlass durch Eintritt in die Streitkräfte die Verleihung der Staatsbürgerschaft beschleunigen. Weiters kommen auch "Green Card-Soldaten" so wie ihre amerikanischen Kameraden in den Genuss der Finanzierung einer Ausbildung, die für StudentInnen aus ärmeren Verhältnissen sonst nur durch Kredite oder Stipendien möglich ist.

Unter den im Irak-Krieg Gefallenen sind auch zwei Soldaten, die für ihr "fremdes Vaterland", das ihnen zu Lebenszeit nicht die Staatsbürgerschaft zuerkannt hatte, gestorben sind. Der 28-jährige Jose Gutierrez aus Guatemala und der 21-jährige Jose Garibay aus Mexiko. Beide lebten schon jahrelang in Kalifornien. Gutierrez war vor einigen Jahren als Waise aus Guatemala in die USA gekommen, Garibay war mit seiner Familie im Alter von zwei Monaten aus Mexiko emigriert.

Posthume Verleihung

Sie starben in Marines-Einheiten in den ersten Kriegstagen im Süd-Irak. Nach ihrem Tod wurde beiden Männern posthum die US-Staatsbürgerschaft verliehen. Der "symbolische Akt" sei jedoch mit keinerlei Rechten für ihre Angehörigen verbunden, wurde seitens der Einwanderungsbehörde betont. (APA)

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