Erneut schwere Explosionen in Bagdad

6. April 2003, 09:06
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Kampfflugzeuge sollen Bodentruppen unterstützen

Bagdad - Parallel zu ihrem Vormarsch auf Bagdad mit Bodentruppen haben die US-geführten Streitkräfte ihre Luftangriffe auf die irakische Hauptstadt fortgesetzt. Im Zentrum schlugen Sonntag früh vereinzelt Bomben ein. Aus den südlichen Vororten waren Explosionen und Artilleriefeuer zu hören. In der Nacht wurde das Zentrum von mehreren gewaltigen Explosionen erschüttert.

Die US-Armee kündigte an, rund um die Uhr Kampfflugzeuge über Bagdad patrouillieren zu lassen. Im Süden des Irak bombardierten die Alliierten das Haus von "Chemie-Ali", einem Cousin von Staatschef Saddam Hussein. Dabei kamen nach Medienberichten 17 Zivilisten ums Leben.

Wie Korrespondent der Nachrichtenagenturen AFP und Reuters berichtete, waren die Explosionen in Bagdad in der Nacht ungewöhnlich stark. Wo sie einschlugen, war zunächst unklar. Vom südlichen Stadtrand aus drang in der Nacht und in der Früh der Lärm von irakischem Artilleriefeuer ins Zentrum. Wenige Stunden zuvor war eine Rakete in den Tigris nahe dem Präsidentenpalast eingeschlagen. Ein dpa-Korrespondent berichtete von einem Einschlag in der Nähe des Hotels "Palestine". Verletzte gab es dabei nicht. In dem Gebäude sind westliche Journalisten untergebracht.

Die rund um die Uhr eingesetzten Kampfflugzeuge sollen die Bodentruppen unterstützen, wie US-General Michael Moseley in Washington mitteilte. Um die Gefahr für Zivilisten möglichst gering zu halten, müsse "die kleinstmögliche Munition" eingesetzt werden. "Heute hat die Umsetzung unseres Einsatzkonzeptes begonnen, denn wir haben unsere Bodentruppen in der Stadt", sagte Moseley. Am Samstag war die Koalition nach US-Angaben mit 30 Panzern gegen starken Widerstand ins Stadtgebiet vorgerückt. Dabei seien etwa 1.000 irakische Soldaten getötet worden. (APA)

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