Festnahmen bei Demonstrationen gegen Wehrmachts-Ausstellung

5. April 2003, 20:11
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Auch Dänen, Schweden und Briten bei Kundgebung in Schleswig-Holstein

Neumünster - Bei einer Demonstration gegen die Wehrmachts-Ausstellung in Neumünster in Schleswig-Holstein hat die Polizei am Samstag einen Demonstranten festgenommen. Aus dem Kreis der Gegendemonstranten wurden den Angaben zufolge mehr als 80 Personen in Polizeigewahrsam genommen; diverse Platzverweise wurden ausgesprochen. Rund 1.300 Polizisten und Angehörige des Bundesgrenzschutzes waren im Einsatz.

Bei dem Festgenommenen handelte es sich um einen Mann, der dem Aufruf des Rechtsradikalen Peter Borchert zu einer Demonstration gefolgt war. Dem Mann wurde Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen. An der Veranstaltung nahmen nach Polizeiangaben knapp 400 Menschen teil, darunter auch viele aus Dänemark, Großbritannien und Schweden. "Für die Ehre der Deutschen Wehrmacht", "Nur Volksverhetzer beleidigen die Soldaten ihres eigenen Volkes" oder "Ewig lebt der Toten Tatenruhm" war auf den Plakaten zu lesen.

An der Gegenkundgebung nahmen einige hundert überwiegend jugendliche Demonstranten teil. Zuvor hatte Landtagspräsident Heinz-Werner Arens (SPD) auf einer Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Neumünster die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht. Dimension des Vernichtungskrieges 1941 bis 1944" als eine der "wichtigsten der Nachkriegsgeschichte" bezeichnet. Er forderte auch eine baldige Beendigung des Irak-Krieges. (APA/AP)

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