Ärzte wählen ihre Präsidenten

4. April 2003, 20:21
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Match zwischen Angestellten und Freiberuflern bei Kammerwahlen

Wien - Der mögliche Herausforderer des nicht unumstrittenen Österreichischen Ärztekammerpräsidenten Otto Pjeta hat in seinem Bundesland jetzt selbst eine Wahlschlappe erlitten: Wolfgang Routil, seit 14 Jahren steirischer Kammerpräsident, verlor drei von 18 Mandaten. Die bisherige Koalition hat aber die absolute Mehrheit behalten.

Pjeta selbst hingegen hat als oberösterreichischer Präsident ein Mandat dazugewonnen und seine absolute Mehrheit ausgebaut. Damit könnte er am 27. Juni als gesamtösterreichischer Präsident von den Delegierten des Kammertages neuerlich bestätigt werden. Alternativkandidat ist möglicherweise der Salzburger Ärztechef Reiner Brettenthaler.

Dass Pjeta mit der OÖ-Kasse ein eigenes Gruppenpraxenmodell absegnete, bescherte ihm vor knapp einem Jahr einen Misstrauensantrag von Kollegen am Kammertag, der allerdings keine Mehrheit erhielt. Kritisiert wurde auch sein mangelndes Charisma.

In allen Bundesländern gibt es derzeit - innerhalb von drei Monaten - Kammerwahlen. Wobei ein hartes Match zwischen den Listen der angestellten und der freiberuflich tätigen Ärzte herrscht. (In der Steiermark gewannen die Angestellten dazu, die bei der vorletzten Wahl noch gemeinsam mit Routil kandidiert hatten). In Wien wird das Ergebnis am Wochenende feststehen. Hier kandidieren auch kammerkritische Listen, die niedrigere Beiträge fordern. Der amtierende Präsident Walter Dorner ist wie Pjeta und Routil Mitglied der ÖVP-nahen Liste "Vereinigung Österreichischer Ärzte". (mon, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 5./6.42003)

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