Kongresstouristen fühlen sich in Österreich sicher

4. April 2003, 20:01
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Umsatzplus durch Konferenzen, Amerikaner bleiben aus

Angesichts der weltpolitischen Lage werde Wien zum interessanten Kongressstandort - "weil wir ein sicheres Land sind". Josef Bitzinger, Vertreter der Tourismuswirtschaft in der Wiener Wirtschaftskammer, habe bereits Anfragen registriert, ob kurzfristig Kongresse hierher verlegt werden könnten. Nähere Details könne er aber nicht verraten. So zynisch es angesichts Irakkrieg und Sars-Epidemie klingen mag: "Für Wien bietet sich eine Chance in der Krise", meint Bitzinger.

Jedenfalls dürften jene Kongresse, die bereits in Vorbereitung sind, auch planmäßig abgehalten werden. Rudolf Mutz von der Wiener Messe Betriebs GmbH ist zuversichtlich, dass die 25.000 avisierten Kardiologen im Herbst in die neuen Messehallen kommen werden. Kurzfristig neue Kongresse ausrichten, das sei nur im kleinen Rahmen möglich, erklärt Mutz, da viel Vorbereitung vonnöten sei.

Auch bei der Reed Messe Wien laufen die Kongressgeschäfte wie geplant. Laut Sprecherin Veronika Braun gibt es bisher keine Absagen.

Gastronomen schlägt das Herz höher, wenn internationale Kongresse in Wien abgehalten werden. Denn alleine der kürzlich abgehaltene Radiologenkongress im Austria Center hat ihnen ein kurzfristiges Umsatzplus von sieben Prozent gebracht. Im Jahresschnitt rechnet Gastronom Bitzinger aber doch mit Einbußen. Er erwarte, dass heuer weniger Amerikaner und Asiaten Österreich besuchen werden. (aw, Der Standard, Printausgabe, 05.04.2003)

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