Saddam Hussein setzt bei Bunkern auf deutsche Qualitätsarbeit

4. April 2003, 20:19
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Schutzraum nur mit direktem Atombombentreffer zu knacken

Wien - Mit 2000 Kilogramm schweren "Bunkerknacker"-Bomben hat die US-Airforce seit Kriegsbeginn mehrmals versucht, die Zufluchtsorte von Saddam Hussein zu zerstören. Die Lage der jeweiligen Bunker ist seit dem ersten Golfkrieg bekannt. Doch der Schutzraum Saddams in Bagdad ist nach Angaben seines deutschen Architekten Karl Esser nur durch den direkten Treffer einer taktischen Atombombe zu knacken.

Auch Bodentruppen werden Schwierigkeiten haben, sich einen Weg durch das Bauwerk mit seinen 1,50 Meter dicken Betonwänden und Drei-Tonnen-Türen aus der Schweiz zu bahnen, sagte der Schutzbau-Berater Karl Esser. Der Bau könne selbst der Druckwelle einer in 250 Metern Entfernung explodierenden Hiroshima-Bombe standhalten.

Der Bunker unter Saddams riesigem Präsidentenpalast war 1982/83, in der Zeit des Irak-Iran-Krieges, von der deutschen Firma Boswau & Knauer völlig legal erbaut worden. Er verfügt über zwei Fluchttunnel, von denen ein 200 Meter langer direkt zum Tigris führt.

Die schweren US-Bomben könnten dem Bunker nichts anhaben, da sie sich zunächst ihren Weg durch den darüber liegenden Präsidentenpalast bahnen müssten, erklärte Esser. Dieser biete dem Bunker einen natürlichen Schutz. Die zwei Meter dicke und mit Stahl verstärkte Decke des Bunkers könne dem direkten Einschlag einer 500-Kilo-Bombe standhalten. Bodentruppen müssten versuchen, die schweren Türen mit Sprengstoff oder Panzerfäusten zu knacken. (DER STANDARD, Printausgabe, 5./6.4.2003, plo)

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    grafik: derstandard

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