Tyrolit: Swarovski-Familienmehrheit für Anteilsverkauf

4. April 2003, 16:02
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Schleifmittelhersteller auf der Suche nach strategischem Partner

Innsbruck - Eine wichtige Vorentscheidung ist am Freitagnachmittag rund um die Zukunft des zu 100 Prozent im Eigentum der Familie Swarovski stehenden Tiroler Schleifmittelherstellers Tyrolit (Schwaz) gefallen. Mehr als drei Viertel der Eigentümervertreter stimmten bei einer Gesellschafterversammlung "für den weiteren Ausbau der Internationalisierung" und für die Suche nach einem "stärkst möglichen internationalen Partner" für Tyrolit. Das Kaufangebot eines Teiles der Familie Swarovski wurde abgelehnt.

Das Übernahmeangebot der Familiengruppe um Tyrolit-Geschäftsführer Christoph Gerin-Swarovski hatte eine Redimensionierung des Schleifmittelherstellers vorgesehen. Die Mehrheit der Gesellschafter vertrat jedoch die gegenteilige Auffassung. Die eingeschlagene Internationalisierung des Unternehmens müsse demnach in Zukunft noch weiter verstärkt werden. Dazu sei ein "stärkst möglicher internationaler Partner" notwendig, hieß es in einer Aussendung der Familie.

"Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass ein starker internationaler Partner auch den Tyrolit-Standort in Tirol aufwerten wird", erklärte darin Gernot Langes-Swarovski. "Hier ist das Herz der Forschung, das hohe Know-how konzentriert, und hier finden sich auch großartige Mitarbeiter für dieses Unternehmen". Er wolle aber auch versuchen, eine Konsenslösung mit der gesamten Familie anzustreben.

Die Zukunft von Tyrolit sorgte bereits seit mehreren Monaten für Spekulationen. Im vergangenen November hatte Langes-Swarovski mit seiner Äußerung aufhorchen lassen, dass Tyrolit einen strategischen Partner suche. Dabei wurde der Elektrokonzern Bosch immer wieder ins Spiel gebracht. Neben einem möglichen Teilverkauf an einen Familienstamm war auch von einem Finanzinvestor beziehungsweise einem eventuellen Börsegang die Rede.

Die Tyrolit Schleifmittelwerke sind zu 100 Prozent im Eigentum von Swarovski-Familienmitgliedern. Das Unternehmen wurde 1919 gegründet. Seit 1950 ist Tyrolit am heutigen Standort in Schwaz angesiedelt. Mit 21 Produktionsstandorten und rund 3.400 Mitarbeitern erzielte Tyrolit im Jahr 2001 einen weltweiten Umsatz von 465 Mio. Euro. (APA)

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