RIAA und US-Webradios einig über Gebühr

4. April 2003, 15:45
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Deal ermöglicht für zwei Jahre Wahlmöglichkeiten bei der Bezahlung

Der US-Verband der Musikindustrie RIAA und eine Gruppe der führenden Webradio-Betreiber haben sich auf eine Regelung der Webradio-Gebühr für die kommenden zwei Jahre geeinigt. Die Vereinbarung bedeutet einen Waffenstillstand zwischen der Musikindustrie und den Webradios, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Demnach eröffnet der Deal den kommerziellen Webradio-Betreibern eine gesteigerte Wahlmöglichkeit bei der Bezahlung der Lizenzgebühr für die gespielte Musik. Nach einer Regelung der Webradiogebühr durch den US-Senat im vergangenen Jahr war die Webradioszene in den USA in Endzeitstimmung. Die Regelung, so ihr Vorwurf, werde eine gerade entstehende Branche im Keim ersticken.

Entweder pro Song oder Hörerstunde

Nach der Einigung der Musikindustrie mit einer Gruppe von großen Webradio-Betreibern, darunter Microsoft, AOL Time Warner, RealNetworks und Yahoo, könne das laufende Verfahren der Webradios gegen die alte Regelung vor dem US-Copyright Office eingestellt werden, meinten die beiden Verhandlungspartner. Bis Ende 2004 können sich Webradios laut nun vorliegender Vereinbarung entscheiden, ob sie entweder 0,0762 US-Cent pro Song und pro Hörer zahlen oder aber pro Hörerstunde 0,0117 US-Cent. Eine weitere Möglichkeit ist die Abgabe von 10,9 Prozent der Abogebühren, falls ein Webradio sich auf diese Weise finanziert.

Nicht für nichtkommerzielle Radios

Die Einigung gilt nicht für nichtkommerzielle Webradios. Für sie hofft John L. Simsons von SoundExchange, dem Gebühreneintreiber der RIAA, auf eine baldige Lösung. Nach wie vor sehen sich einige Webradios durch die Regelung benachteiligt, weil sie mehr zahlen sollen als herkömmliche Radiostationen oder andere digitale Musikservices.(pte)

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RIAA

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