Vorratsdatenspeicherung

Herausforderung für alle

15. Jänner 2010 19:48

Wer sich nichts vorzuwerfen hat und im Alltag nicht weiter auffällt, muss sich auch vor behördlichen Nachforschungen und dem Zugriff auf ihn betreffende Daten nicht fürchten

Wer sich nichts vorzuwerfen hat und im Alltag nicht weiter auffällt, muss sich auch vor behördlichen Nachforschungen und dem Zugriff auf ihn betreffende Daten nicht fürchten - meint eine stille Mehrheit in Österreich. Den lauten Kritikern von grundrechtlich bedenklichen Gesetzesvorhaben steht diese Mehrheit reserviert bis skeptisch gegenüber. Was könnte denn auch der Einwand von - zum Beispiel - der Aids-Hilfe Salzburg, dass das geplante monatelange Datenaufheben zu Vertrauensverlust der Klienten bei der Internet- und Telefonberatung führen werde, mit einem Normalbürger zu tun haben?

Recht viel, lautet die Antwort. Denn was sogenannte Randgruppen - aber etwa auch Vertreter der Zivilgesellschaft - fürchten, geht in Wahrheit alle an. In einer zunehmend anonymer werdenden, modernen Gesellschaft sind Daten über das Kommunikationsverhalten Einzelner heiß begehrt. Hebt man sie auf, ist die Wahrscheinlichkeit eines Missbrauchs hoch. Mit diesen Daten als Grundlage können Entscheidungen über Menschen getroffen werden: in der Firma, am Arbeitsamt, bei der Gesundheitsversorgung oder im Pflegebereich.

Für derartige Herausforderungen in der um sich greifenden Überwachungsgesellschaft ist Österreich nur unzulänglich gerüstet. Denn viel zu vielen Menschen wurde bisher nicht klar gemacht, wie wichtig der Erhalt der Grundrechte ist - weder daheim noch in der Schule, und von den handelnden Politikern schon gar nicht. (Irene Brickner, DER STANDARD Printausgabe, 16. Jänner 2010)

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Posting 1 bis 25 von 63
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Poldi Fesch
17.01.2010 00:02
zwische ich habe mir

nichts vorzuwerfen u. der Staat wirft mir nichts vor, liegen aber Welten

Bastl23
16.01.2010 12:48
Nicht nur keppeln

macht´s was :

http://www.akvorrat.at/unterstuetzen


red duke
16.01.2010 10:27
crowd control..............

Wolfgang Biebel
 
16.01.2010 09:52
Nach wie vor verstehe ich es nicht,

warum ich irgendetwas von mir geheimhalten soll(te).

Ich achte und respektiere den Wunsch von Menschen, dass sie so etwas in Bezug auf sich wollen, aber verstehe es weder, noch möchte ich mir von jemandem vorschreiben oder mich drängen lassen, ich sollte/müsste das auch für mich selbst so wollen.

Dieser Glaubenskrieg stört mich schon sehr: es gehört zum guten Ton "Privatheit" unbedingt haben zu wollen, obwohl niemand weiß, was das eigentlich sein soll. Wenn ich -- öffentlich -- sage, dass ich das nicht brauche, werde ich beschimpft und desavouiert -- öffentlich.

Ich brauche das nicht, ich lege darauf keinen Wert -- für mich. Das muss einfach erlaubt sein -- so wie auch die gegenteilige Meinung.

ChesneyB
17.01.2010 13:29

Sie brauchen nur mal in die Lage kommen, daß Sie Hilfe benötigen und dazu eine Telephonhotline anrufen (z.B. Seelsorge, Eheberatung, Weißer Ring, oder vielleicht Schlimmeres wie eine Beratung für HIV-Positive).

Bei der Vorratsdatenspeicherung wird so etwas dann festgehalten. Daraus kann man dann ein nettes Profil erstellen. Und Sie glauben doch nicht im Ernst, daß solche Daten bei Ihrem Provider sicher sind, oder? (Denken Sie z.B. an die Telekom-Geschichte.)

Es gibt in Deutschland eine Forsa-Umfrage, wonach das für die Leute ein Grund ist, bei so einer Beratung nicht anzurufen.

Ab so einem Zeitpunkt (er möge nie eintreten!), hätten Sie vermutlich sehr wohl was dagegen, daß diese Daten gespeichert werden.

Wolfgang Biebel
 
17.01.2010 15:10
Glaube ich nicht:

Alle meine Gesundheitsdaten stehen im Internet (Google Health) inklusive meiner letzten Befunde, auch HIV (war negativ). Warum sollte mich das stören?

Chocoholic
17.01.2010 16:01
Es wuerde Sie wohl auch nicht stoeren, wenn Sie HIV positiv gewesen waeren?

Oder an einer psychischen Krankheit leiden wuerden?

ChesneyB
17.01.2010 13:20

Echt wahr? Könnten Sie mir dann freundlicherweise Ihre Kreditkartennummer geben (inkl. dem Sicherheitscode auf der Rückseite))

Wolfgang Biebel
 
17.01.2010 15:08
Ich besitze keine Kreditkarte

Chocoholic
17.01.2010 16:02
Ah, das ist schon sehr verdaechtig, ich bin mir sicher,

wir finden noch ein paar verdaechtige Daten ueber Sie.

EN ISO 9000
 
17.01.2010 02:20

Lesen, nachdenken, posten.

Interessant auch die Stellungnahmen der NÖ und Wiener Landesregierung. Wahre Vertreter des Volkes.

http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXI... /pmh.shtml

Poldi Fesch
17.01.2010 00:01
nur weil sie

patschert sind, muessen das ja nicht alle sein

koyaanisqatsi
16.01.2010 22:21
was haben dann...

unsere parteien zu verstecken, dass sie uns jede information vorenthalten, wer sie so großzügig mit spenden bedenkt ?

matheus mueller
16.01.2010 20:40
es ist nicht schön..

..öffentlich beschimpft zu werden.das sollte nicht sein.
aber mal ganz ehrlich:wundert sie das etwa?

straight forward
16.01.2010 16:12
da friert Dir das Lachen ein:


http://www.aclu.org/pizza/ima... screen.swf

klar: ganz so weit ist es noch nicht - aber wir sind genau in die richtige Richtung unterwegs!

1116er
16.01.2010 11:54
du brauchst es nicht...

hmmm. ob du noch immer so denken wirst, wenn du mal mit den über dich gespeicherten daten konfrontiert wirst "in der Firma, am Arbeitsamt, bei der Gesundheitsversorgung oder im Pflegebereich."

oder bei irgendeiner anderen gelegenheit.

und sag jetzt nicht: kann mir nicht passieren...
irgendwann erwischt big brother JEDEN!

Wolfgang Biebel
 
16.01.2010 13:43
Klar

kann es mir passieren, ist auch schon passiert: da ich jedem antworte, wenn ich etwas gefragt werde hat es natürlich auch schon Reaktionen drauf gegeben und da ich 57 bin, schon etliche. Und? Das finde ich ganz OK und auch spannend und wenn jemand mit etwas, das mein Leben betrifft, ein Problem hat, kann er/sie mir das sagen und in einen Dialog eintreten oder auch nicht. Irgendetwas Unangenehmes kann ich da nicht erkennen und ist mir auch noch nie passiert.

Chocoholic
17.01.2010 16:06
Na Herr Bibel, mit Ihrer religioesen Einstellung (laesst sich ja vom Namen alleine schon ableiten)

und Ihrer HIV positiven Befunden werden wir Sie schon bei der Arbeitssuche in einen File fuer Verdaechtige ablegen, das von allen ArbeitgeberInnen abrufbar ist. Da Sie noch dazu keine Kreditkarte besitzen, machen Sie sich noch einmal verdaechtig, weil wer nichs zu verbergen hat, hat nun einmal in dieser Gesellschaft auch eine Kreditkarte zu haben, ansonsten liegt der Verdacht nahe, dass Sie etwas zu verbergen haben? Vielleicht versteuern Sie einige Einnahmen nicht? Oder Sie sind mit Geldwaesche betraut, weswegen Sie es tunlichst vermeiden, mit einer Kreditkarte zu zahlen?

All dies und noch viel mehr kann alleine mit Ihren postings hier verdaechtigt werden. Und das Gegenteil muessten Sie gar nicht beweisen, Verdaechtige sind auf der Liste.

Der Kiebitz
16.01.2010 15:21
haben sie schon mal ..

..daran gedacht,dass ihr leben vielleicht andere gar nicht interresieren könnte.

Wolfgang Biebel
 
16.01.2010 15:25
Das ist es genau

was ich denke: dass es gar niemanden interessiert. Und wenn doch: wenn der/die Betreffende nichts Interessanteres weiß...

Der Kiebitz
16.01.2010 15:33
niemanden..

..mit ausnahme der banken,handelhäuser,supermärkte,behörden und anderes einschlägiges.
ach ja,hatte ich doch glatt übersehen,sie haben ja nichts zu verbergen..na dann.

Wolfgang Biebel
 
16.01.2010 15:51
Ich habe nicht nichts zu verbergen,

sondern: ich verberge nichts.
Banken: interessieren mich nicht; Handelshäuser, Supermärkte: sind nur auf meinen Umsatz aus; Behörden: handeln nach Vorschrift.
Noch jemand "Gefährlicher" *schauder* *schlotter*?

Rent a Democracy
16.01.2010 17:49
Banken sollten Dich interessieren.

Gerade falsche Bonitätsdaten, die gespeichert werden ohne dass Du davon etwas erfährst, und wo Du Dich darum bemühen musst, zu erfahren, was man dort über Dich zu wissen glaubt, können im Ernstfall ein Problem darstellen. Kommst in die blöde Situation, einen Kredit zu benötigen, zahlst ordentlich drauf weil dort zuerst Daten über Dich abgefragt werden. Kostet Dich bares Geld.

Behörden handeln nach Vorschrift, aber diese Vorschriften hat ja nicht der liebe Gott in seiner Gerechtigkeit geschrieben. Außerdem werden die Vorschriften gelegentlich auch mal ignoriert, dagegen kannst Du garnichts machen und der Beamte sitzt trotzdem noch auf seinem Job, dem passiert deswegen nichts. Nur Du hast den Schaden.

Wolfgang Biebel
 
16.01.2010 20:48
Interessiert mich aber nicht

ad Banken: ich nehme keinen Kredit, schon garnicht bei einer Bank.
ad Behörden: die machen sowieso was und wie sie es wollen. Oder haben Sie schonmal versucht, einen Finanzbeamten oder einen Polizisten auf die Rechtslage (die er soeben ignoriert hat) hin zu weisen Also: egal, ob die was wissen von mir oder nicht

Chocoholic
17.01.2010 16:08
Ah, jetzt bekommt Ihr File im Verdaechtigen File noch ein paar

Punkte dazu. Ihre Person wird ja immer verdaechtiger! Sollten Sie sich also in naechster Zeit darueber wundern, warum Sie ploetzlich Ihren Arbeitsplatz verlieren, ploetzlich keinen mehr finden oder Sie ploetzlich vermehrt ueberprueft werden, was immer mit einer Riesenlawine fuer Buerokratieaufwand fuer die Betroffenen endet, dann koennen Sie sich die Antwort ganz einfach geben: Ihre Aussagen und postings waren wohl zu verdaechtig fuer die Datenkontrolleure.

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