Vorschlag des Ehemanns

EU-Kommissarin soll "Baby machen"

15. Jänner 2010, 20:39

Ehemann der umstrittenen Jeleva hofft auf Verzicht – Auch Kroes droht Ablehnung

Sollte Rumiana Jeleva, die wegen eine angeblichen Firmenbeteiligung, die nicht gemäß dem EU-Verhaltenskodex deklariert worden sei, vom EU-Parlament als Kommissarskandidatin vorerst abgelehnt wird, nicht von sich aus das Handtuch werfen, könnte sie Anfang nächster Woche eine zweite Chance erhalten. Der zuständige Parlamentsausschuss würde die Kandidatin für den Bereich humanitäre Hilfe zu einer neuerlichen Anhörung am Rande des Plenums in Straßburg bitten.

Dies zeichnete sich Freitag in Brüssel ab. Der Fall droht den Ruf der gesamten Kommission zu beschädigen, noch bevor sie ins Amt gewählt ist. Präsident José Manuel Barroso ließ zu Mittag über seine Sprecherin verlauten, dass man sich keinesfalls öffentlich zu dem "laufenden Anhörungsprozess" äußern wolle. Am Abend publizierte er seine schriftliche Antwort auf einen Brief von Parlamentspräsident Jerzy Buzek, in dem dieser eine Aufklärung der gravierenden Bedenken ansprach - ein einmaliger Akt bei Kommissionsbestellungen. Barroso hält nur Formalia fest, erklärt, dass Jeleva ihm neuerlich erklärt habe, dass die Vermögenserklärung "präzise und vollständig" sei. Zur Sache selbst sagt er nichts.

Der juristische Dienst des Parlaments soll Montag einen Bericht dazu liefern. Jeleva erklärte im Ausschuss, alles sei von den bulgarischen Behörden geprüft und für in Ordnung befunden worden.

Während die bulgarische Regierung die Ministerin gegen Angriffe verteidigt und im Hintergrund bereits einen Ersatzkandidaten sondiert, erklärte Jelevas Ehemann Krassimir Jelev in einem Interview, er wäre "der glücklichste Mann" , wenn seine Frau auf das Amt in Brüssel verzichte und zu ihm nach Burgas an die Schwarzmeerküste zurückkehre. Noch kinderlos, wolle er mit seiner 40-jährigen Frau "ein Baby machen" . Die Vorwürfe gegen Jeleva wollte er nicht kommentieren. Jelev spielte bei der Anhörung insofern eine Rolle, als Jeleva von den EU-Abgeordneten nach Mafiaverbindungen ihres Gatten befragt wurde, was sie von sich wies.

Kroes provoziert Abgeordnete

Eine zweite Anhörung Jelevas ist nicht zuletzt durch den missglückten Auftritt der Niederländerin Neelie Kroes als Kandidatin für Digitale Agenda - Netzwerke, Telekom - wahrscheinlicher geworden. Die derzeitige EU-Wettbewerbskommissarin "provozierte den Ausschuss geradezu" , als sie den Eindruck erweckte, die Abgeordneten hätten legislativ nichts mitzureden, wie ÖVP-Mandatar Paul Rübig berichtete.

"Sie muss einen ganz schlechten Tag erwischt haben", sagte er, aber man habe auch den Eindruck gewonnen, dass sie sich auf ihr neues Aufgabengebiet nicht eingelassen habe. Der Ausschuss verweigerte ihr in der Nacht auf Freitag die Zustimmung. "Das bisher Gebotene reicht nicht aus", so Rübig. Nun soll Kroes Montagabend neuerlich angehört werden.

Problemlos verliefen Freitag die Anhörungen der Kandidaten für Klimaschutz, Connie Hedegaard aus Dänemark, und für Agrarpolitik, Dacian Ciolos aus Rumänien. Hedegaard musste sich gegen Vorwürfe verteidigen, dass unter ihrer teilweisen Vorsitzführung der Klimagipfel von Kopenhagen gescheitert sei. Sie wies das zurück: "Es wäre ungerecht, das der EU oder Dänemark in die Schuhe zu schieben." Im Ausschuss wurde Hedegaards Engagement jedoch begrüßt. Als trockener Fachmann, der aber in alle Details der gemeinsamen Landwirtschaft gut eingearbeitet ist, präsentierte sich Ciolos. Er sagte dem EU-Parlament umfassende Mitsprache zu. (Thomas Mayer aus Brüssel/DER STANDARD, Printausgabe, 16.1.2010)

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Kid "Kongo" Powers
11
18.1.2010, 12:02

Mein Gott, was für ein lächerliches Schmierentheater, nur um dem Stimmvieh vorzugaukeln das das EU Parlament Einfluss hat.

Artischoke
00
18.1.2010, 23:38

Sie sehen das von der falschen Seite, so als "Verschwörung der EU-Politiker". Dafür sind diese aber zu weit voneinander entfernt. Tatsächlich laufen auf EU-Ebene genau solche politischen Machtkämpfe ab wie überall sonst auch. Da fällt es jemandem, der zB die relative Mehrheit im EU-Parlament hat, nicht ein, diesen Vorteil aufzugeben, die Rechte des Parlaments werden beinhart umgemünzt. Was nicht darüber täuschen darf dass die Ergebnisse meist Marke Kuhhandel sind, grad zwischen den beiden Großparteien. Aber das Parlament gewinnt in den letzten Jahren tatsächlich massiv an Einfluss.

wi long no
01
16.1.2010, 15:20

"Jeleva erklärte im Ausschuss, alles sei von den bulgarischen Behörden geprüft und für in Ordnung befunden worden" Kennt man von irgendwo und verheißt nix Gutes!

aceFruchtsaft
02
16.1.2010, 14:45

Mitsprache schön und gut... aber kaum ein Kommissar hat in den vergangenen Jahren so gute Arbeit geleistet wie Neelie Kroes.

Jesus "George W. Bush" Christus
01
19.1.2010, 11:34

Ja, in ihrem alten Ressort hat sie das. Ihre Pläne für das neue Ressort (zB Neuer Anlauf für Softwarepatente) schauen nicht so toll aus.

Nur, weil sie als Wettbewerbskommissarin gut war, muss sie nicht notwendigerweise in anderen Fachgebieten ähnlich kompetent/durchsetzungsfähig sein.

frei raum
36
15.1.2010, 23:07
Erstaunlich..

dass eine Nulpe wie Hahn Zustimmung findet, andererseits 2 andere Kandidaten (zufällig 2 Frauen?) nicht passen...

curieux
01
16.1.2010, 10:34
Erstaunkich,

dass die mehr als zweifelhafte Jeleva und auch Nelli Kroes, die sich schon mehrfach durch absolut unnötige Machtdemonstrationen hervorgetan hat, verteidigt werden, nur weil sie Frauen sind.

Ava Tar
02
16.1.2010, 10:23
Kroes hat ihren Job ernst genommen

und ist doch tatsächlich Konzernen auf die Zehen gestiegen

Wenn das Parlament die nicht wegbekommt dann gibt's am Ende künftig weniger Gutachten- und Vortragshonorare abzucashen

Die Industrie füttert doch die Hand nicht, die sie beißt, oder so

Jesus "George W. Bush" Christus
00
19.1.2010, 11:35

Ähm, ihre Pläne für ihr neues Ressort (nicht mehr Wettbewerb) sind sehr Konzern-Wirtschafts-freundlich (Softwarepatente) - trotzdem wird sie abgelehnt.

Es ist nicht immer alles eine Verschwörung der Industrie.

Christoph ************
02
15.1.2010, 23:58

Also, dass es auch Frauen trifft hat mit viel zu tun, aber sicherlich nicht mit dem Geschlecht. Auch manche männlichen Anwärter kamen in die Kritik..

Frau Jevela ist aber nun einmal die mit Abstand schlechteste und womöglich auch zwielichtigste Kandidaten von allen und wenn Sie einen Schnurrbart hätte wäre genau gar nichts daran anders.

Man muss Feminismus nicht dadurch schaden, dass man eine Art Paranoia entwickelt.

bösartigster Schlechtmensch
02
15.1.2010, 21:52
An den Mama-Qualitäten dieser Frau muss ich ernsthaft zweifeln.

LvMises
00
15.1.2010, 21:10

es ist erschreckend welche figuren mein leben direkten einfluss auf mein leben haben.
mfg

vis comica
127
15.1.2010, 18:57

Als jemand, der die EU gerne vornschreiten sehen würde, bin ich beunruhigt.
Wenn Hr. Hahn ohne jede Probleme durchgeht dann frage ich mich, welche intellektuellen, moralischen Kaliber das sind, die hier in Frage gestellt werden.

Franz Oberlechner
55
15.1.2010, 19:15
Vielleicht liegt es aber auch daran,

dass wir Österreicher die eigenen Landsleute gerne unterschätzen - oder um es weniger nobel auszudrücken - "gerne obetragen"?

VvL
13
16.1.2010, 00:19
den Hahn

zu unterschätzen ist kaum möglich

führen Sie sich seine Erfolge als Wissenschaftsminister vor Augen, weniger als Null geht nicht!

Kathi1609
 
02
15.1.2010, 21:28
Sie haben Recht und Unrecht in beidem.


Recht, weil der Österreicher grundsätzlich wahnsinnig gerne über die Leute mosern und ihre Kompetenzen "owezahn".

Unrecht, weil es im speziellen Fall von Herrn Hahn tatsächlich keine Unterschätzung ist.

Gilgamesch
28
15.1.2010, 20:56

bei novomatic ist korruption ein wichtiges geschäftsfeld. wäre die firma doch nach strengen richtlinien illegal. und hahn war maßgeblich am aufstieg dieser firma beteiligt.
was also korruption betrifft, ist er ganz bestimmt nicht der richtige mann im eu-parlament.
leider würde sich aber kein politiker mit einfluß finden, der nicht korrupt wäre (ausgenommen der pilz vielleicht) ...

alles
00
16.1.2010, 18:06
ausgenommen der pilz vielleicht

Der Pilz hat auch schon Sachen behauptet, für die er niemals eine Begründung hatte oder Beweise lieferte.
Andere schlecht machen kann er natürlich unter seiner Immunität enorm gut.

Gilgamesch
01
16.1.2010, 20:20

wenns nicht stimmt, warum klagt dann der herr hahn nicht.
sie nehmen doch nicht ernsthaft an, daß hahn als vorstand bei novomatic nichts von schmiergeldzahlungen und bestechungen gewußt hat, bzw. sie sogar angeordnet hat.
wenn sie das wirklich glauben, spielt es keine rolle, ob sie links oder rechts sind. denn dann sind sie so naiv, daß eine weitere diskussion mit ihnen, so viel bringt, wie mit einem fünfjährigen ...

alles
00
16.1.2010, 20:48
dann sind sie so naiv,

Danke für die Blumen.....
Ich habe nichts über Hahn geschrieben, sondern bin nur Ihrer Feststellung entgegengetreten, dass Pilz der einzige nicht korrupte Politiker ist.

Gilgamesch
00
16.1.2010, 22:44

sagen sie mir noch einen - den man kennt.
übrigens, ich wollte sie nicht beleidigen. wenns so rüber gekommen ist, tuts mir leid.

Wolfgang J.
01
15.1.2010, 19:29

Den Hahn unterschätzt keiner, das ist gar nicht möglich. Was Landsleute generell betrifft, so liegt es in der Natur der Sache, dass Leute die einen national hohen Bekanntheitsgrad haben, auch entsprechend vielfältigen Einschätzungen unterliegen, wobei davon ein Großteil sicherlich aufgrund von mangelnden Kenntnissen über die Person sowie persönlichen Sympathien unberechtigt sind.

ravenna
613
15.1.2010, 19:43
Liegt wohl eher daran,...

...dass sehr viele Vertreter linker Gesinnung alle Andersdenkenden als nichtsnützige, inkompentente und korrupte Är***e ansehen und Österreich spätestens seit der Zeit Schüssel ohnehin scheiße und verlogen ist.

Der relevanteste Unterschied zwischen den Linken und den Rechten ist der, dass erstere sich zusätzlich auch noch für die Guten halten.

red duke
10
16.1.2010, 05:44
es spricht....

der "Erleuchtete"

. Carnap
10
16.1.2010, 02:18

bissl tief, finden Sie nicht?

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