Kamerasystem soll menschliches Verhalten erfassen

17. Jänner 2010, 17:23

System in Entwicklung, das die Einschätzung von Bewegungsmustern erlernen soll

Barcelona - Europäische Forscher arbeiten mit HERMES (Human Expressive Graphic Representation of Motion and their Evaluation in Sequences) an einem kognitiven System, das Videokameras und Software nutzt, um menschliches Verhalten zu analysieren und vorherzusagen. Durch das Erkennen ungewöhnlicher Verhaltensmuster wäre es beispielsweise möglich, die Stationsaufsicht zu warnen, wenn in der U-Bahn eine Person den Gleiskörper betritt.

Das Projekt setzt zunächst auf statische Kameras für Aufnahmen eines großen Umgebungsbereiches. "Damit finden wir bei geringer Auflösung anomales Verhalten wie lauernde Bewegungsmuster ohne klare Richtung", erklärt Xavier Roca, Direktor des Fachbereichs Informatik an der Autonomen Universität Barcelona (UAB). Mit zusätzlichen Schwenk-Neige-Zoom-Kameras kann eine genauere Analyse auf drei Detailebenen erfolgen. Außerdem verfolgt HERMES das Ziel, das beobachtete Verhalten sprachlich zu beschreiben.

Lernfähiges Analysesystem

Überwachungslösungen mit Bildanalyse wurden zwar schon vielerorts erprobt und werden etwa von KiwiSecurity bereits kommerziell angeboten. "Der große Unterschied ist, dass solche Projekte zum Entdecken ungewöhnlichen Verhaltens bestimmte Marker nutzen und zum Beispiel darauf achten, ob sich jemand in eine verbotene Richtung bewegt", sagt Roca. HERMES dagegen soll durch viele Beobachtungen im Laufe der Zeit lernen, immer genauer einzuschätzen, was normale und was auffällige Bewegungsmuster sind.

"Bei Auffälligkeiten versuchen die Algorithmen für ein besseres Bild heranzuzoomen", so der Informatiker. Dazu kommen die Schwenk-Neige-Zoom-Kameras zum Einsatz. Ziel ist es, einzelne Körperteile zu analysieren, um beispielsweise Schlagbewegungen zu erkennen. Als höchste Detailstufe soll das System auch den Gesichtsausdruck von Personen studieren und beurteilen, ob beispielsweise jemand beunruhigt wirkt. "Alle drei Ebenen liefern Warnsignale für mögliche Gefahrensituationen, die ein Operator dann bestätigen müsste", meint Roca.

Sprachliche Beschreibung

"Ein Ziel des Projekts ist auch, sprachliche Beschreibungen des beobachteten Verhaltens zu liefern", betont der Wissenschaftler. Dabei sollen Handlungen mit kurzen, präzisen Phrasen sprachlich abstrahiert werden. Die Textbausteine können dann in Echtzeit gemeinsam mit Informationen, zu welchem Video-Frame sie gehören, auf einem Bildschirm ausgegeben werden.

Außerdem streben die Forscher an, dass virtuelle Avatare die Situationsbeschreibungen auch ansagen und das möglichst mit einem jeweils passenden Gesichtsausdruck. "Ein weiteres Ziel sind Erklärungen in Bildsprache. Das bedeutet in unserem Fall eine virtuelle Umgebung zur Darstellung synthetisierter Verhaltensabläufe, welche die konzeptionellen Beschreibungen wiedergeben", so Roca abschließend. (pte)


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HERMES

Jukka
00
18.1.2010, 12:01
na wuui

stöh' da vua du bist an'gsoffn oder host da den fuaß verknakst und wüst ubahn faon.
das konn gfährlich werden. sofuat daschossn und eigspeat, di ubahn grammt und 100 monn ohne beföh'. donn scho liaba mit d'm auto bsoffn unterwegs. da kümmert si kaner ob ana auffällig foat.

hochachtungsvoll
jukka

ü-strichal
00
17.1.2010, 20:06

ein grund mehr, warum beim ausstellen von reisepässen die sogenannten "verbrecherfotos" gemacht, denn diese werden genau für diese zwecke missbraucht ...

schöne neue zukunft wird das ... entweder ich wander in den urwald aus, oder ich bau mir eine hütte auf 2000m ... dann könnens überwachen was sie wollen

maruh
00
18.1.2010, 08:04

dort sehen sie dich über nen satellit noch besser weil du um 2000m näher bist.

*g*

ü-strichal
00
18.1.2010, 12:34

ok, überzeugt .. ich grab mir eine höhle xD

Christoph Karl Steininger
00
18.1.2010, 11:52
Ja, Urwald

mit Blätterdach ist wesentlich besser!

Ein nitupsaR
 
00
17.1.2010, 20:32

Wir werden dieses System wohl nicht mehr in Perfektion erleben. Das wird einen Fehlalarm nach dem anderen produzieren, und Du brauchst für jeden U-Bahnsteig 20 menschliche Überwacher.

Aber irgendwann...

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