Jobmarkt

Der Wert eines MBA

15. Jänner 2010 18:49

Der "Master of Business Administration" ist am internationalen Arbeitsmarkt noch immer gefragt

Der in den vergangenen Monaten oft zitierte Begriff "Master of Business Apocalypse" sagt eigentlich schon alles. Nicht viel Gutes wurde über MBA-Absolventen, besonders jene der US-Elite-Schmieden, berichtet. Allzu schnell und gerne wurden ihnen - und manchen darunter wahrscheinlich nicht ganz zu Unrecht - zumindest mangelnde Sorgfalt in ihrer Arbeit vorgeworfen. Das war zu Beginn der Wirtschaftskrise und betraf vor allem im Finanzsektor Tätige.

Es schien gerade so, als würde der am US-Arbeitsmarkt recht hoch gehandelte akademische Abschluss seinen Wert verlieren. Die kürzlich veröffentlichte Studie von QS TopMBA.com "International MBA Recruiter Survey 2009" widerlegt diese Bedenken. Die Studie basiert auf den Rückmeldungen von weltweit rund 740 Unternehmen aus 34 Ländern.

77 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, nach wie vor MBA-Absolventen rekrutieren zu wollen - vor allem jene, die mehr als drei Jahre Berufserfahrung vorweisen können. 42 Prozent darunter wiederum präferieren laut eigenen Angaben Bewerber mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung. Die Nachfrage nach unerfahreneren Arbeitskräften (weniger als ein Jahr Berufserfahrung) mit MBA-Abschluss sei hingegen so gering wie noch nie zuvor: Nur zwei Prozent der Befragten interessierten sich für ganz junge Bewerber; 2008 sollen es noch elf Prozent der Befragten gewesen sein.

"Hot Spot" Russland

Weltweit, so die Studie weiter, sei im Jahr 2009 die Nachfrage an MBA-Bewerbern unter den befragten Unternehmen um durchschnittliche fünf Prozent zurückgegangen sein. Konzentriert habe sich dieser Rückgang im Finanzsektor dargestellt. Die Beratungsbranche allerdings habe ihren Bedarf an MBA-Absolventen im Jahr 2009 weiter aufgestockt - um durchschnittliche drei Prozent weltweit.

Die Prognosen für 2010 deuten wieder auf einen leichten Nachfrage-Aufwind hin. Im Finanzsektor, so die Studie, werde die Nachfrage wieder um rund fünf Prozent steigen, bei den Beratungsunternehmen wird dieser Wert gleichbleibend mit 2009 erwartet.

Im zentral- und osteuropä-ischen Raum wird unter den befragten Unternehmen vor allem Russland als „MBA Recruiting Hot Spot" gehandelt. Besonders gute Chancen werden MBA-Absolventen in den Bereichen Energie, Rohstoffe, Produktion und Finanzen haben, heißt es.

Wurden im Jahr 2008 vornehmlich Positionen im Finanzsektor und auch IT/Technologie-Sektor mit MBA-Absolventen besetzt, fanden sie im Jahr 2009 mehr Positionen im Bereich des General Management, im Marketing und in den Bereichen Sales- und Business-Development.

Gehälter fast gleich geblieben

Auffallend sei, so die Studienautoren, dass neben den Hard-Skills, die von MBA-Absolventen zu erwarten seien, verstärkt auf Kompetenzen im Leadership und auch verstärkt auf Persönlichkeitsmerkmale im Rahmen eines Aufnahmeprozesses Wert lege. Auf Soft Skills solle, die die Befragten, auch im Rahmen einer Ausbildung mehr Gewicht gelegt werden. Als erfreulich wiederum notierten die Unternehmen die erweiterte Kompetenzenpalette am Feld der Corporate Social Responsibility (CSR), im Risk-Management und in der Mehrsprachigkeit.

Als erstaunlich bewerteten die Studienautoren die Tatsache, dass die Gehälter von Beschäftigten mit MBA und auch Einstiegsgehälter relativ konstant geblieben sind. Durchschnittlich lagen 2009 die Jahresgehälter - quer durch die befragten Branchen - in den USA und Kanada bei 93.050 US-Dollar (rd. 64.000 Euro), im asiatischen Raum bei 55.000 US-Dollar (rd. 38.000 Euro) und in Westeuropa bei 87.167 US-Dollar (rd. 60.000 Euro). 

Grundsätzlich seien die Gehälter von Mitarbeitern mit MBA-Abschluss in Europa und den USA seit dem Jahr 2003 kontinuierlich gestiegen - bis zu einem Maximalwert von durchschnittlichen 95.219 US-Dollar (rd. 65.000 Euro) im Jahr 2008. Überraschend niedrig fielen - trotz Wirtschaftskrise - Kürzungen in den Gehältern aus, so die Bewertung der Studienautoren weiter.
Besonders in den Wachstumsmärkten gewinne der MBA an Relevanz, so die Studie. Das werde den Andrang - vor allem auf bekannte Anbieter - hoch halten. (Heidi Aichinger, DER STANDARD, Printausgabe, 16./17.1.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2
mba-studium.at
11.02.2010 00:23
anrechnen von magister und diplomarbeiten bis 31.12.2010

jedenfalls ist es ein heisses thema dass nur mehr bis jahresende (31.12.2010) bestehende diplomarbeiten von allen studienanbietern in österreich angerechnet werden können auf die MBA programme (danke dem minister) und dann jeder Magister Absolvent eine neue mind 5-6 monatige MBA thesis schreiben muss zusätzlich zur alten Diplomarbeit falls er seine Visitenkarte mit einem MBA zieren will - http://www.mba-studium.at Anrechnungsbescheide von Magister- und Diplomstudien innerhalb von 2-3 Tagen!

Benno Berghammer
30.01.2010 00:15
Der wahre Wert eines MBA liegt ...

darin, dass die eine solche Ausbildung im Ausland genossen haben (Fremsprachen und Kulturverständis)
in der Lage sind in kurzer Zeit relativ komplexe Management- und Entscheidungssituationen in analytisch und gut strukturierter Arbeitsweise zu lösen.
Das Stichwort dazu heisst Case Studies und Praktikas.

Allerdings ist wenn man die bezahlten Gehälter laut veröffentlichten Zahlen analysiert ein MBA nur in bestimmten Branchen von Vorteil, speziell im Investmentbanking und im Consulting. Da geht auch das Groß der sehr gut verdienenden Absolventen einer Business School hin. Für eine Tätigkeit in einem österreichischen Mittelstandsunternehmen bringt ein MBA vielleicht wissensmäßig einen gewissen Vorsprung, gehaltlich sicher nicht.

fahrenheit 666
18.01.2010 11:32

tja, ohne mba kriegst bei uns 2000 euro. mit mba 2200 euro. also warum sollst dich hierzulande anstrengen?

RS69
18.01.2010 21:46

Leute die MBAs machen, bekommen vorher üblicherweise auch mehr als 2000 EUR.

mika33
18.01.2010 10:49
MBAs sind karrieregeile Angeber.

Arthur D Little
 
03.02.2010 03:09

ja und ?

mika33
03.02.2010 09:43
Nur eine Feststellung ...

Arthur D Little
 
08.02.2010 23:23
der Papst ist ein Katholik!

auch nur eine Feststellung ...

RS69
18.01.2010 21:46

Karrieregeil und neidisch, weil Sie selbst nichts Vergleichbares haben, um damit anzugeben?

larkmiller
17.01.2010 23:46

MBAs => Soeldner im Dienste der USA und Gross Britannien.
Das ist doch eigentliche Problem: MBAs werden an der Ostkueste der USA und in London ausgebildet und handeln spaeter im Sinne ihrer Ausbildner - die woher kommen?

Ich bin mir sicher, dass ein Teil der derzeitigen Krise in Europa daher kommt, dass diese hochspezialisiert ausgebildeten Fachkraefte wider - eigentlich - besserem Wissen brav der Boersenblase bzw. Ruecksichtslosigkeit der USA und GB hinterher gedackelt sind - sie haben naemlich nichts anderes gelernt, ausser GeldmachenGeldmachenGeldmachen auf Kosten der anderen.
Ich als Unternehmer wuerde mir 10x ueberlegen, ob ich mich mir in Zukunft solche Kuckuckseier sehenden Auges in die Firma hole.

Arthur D Little
 
25.01.2010 22:15
Ihr Posting strotzt ja nur so von Unwissen...

MBA Unis gibt es auf der ganzen Welt und nicht nur in US und UK, ausserdem ist ein MBA eher ein generalistisches Aufbaustudium, daher Ihr Gelaber von " hochspezialisiert ausgebildeten Fachkraeften" sowas von völliger nonsense ...

RS69
18.01.2010 11:59

Selbst nicht studiert, und darüber verärgert?

So ein dummes und undifferziertes Geschreibsel hab ich schon lange nicht mehr gelesen.

Benzino Gasolini
21.01.2010 14:21

Sorry - ich wollte eigentlich "larkmiller" antworten.

Sieht so aus, als hätte ich auf den falschen Link geklickt, sehr peinlich ... :-(

RS69
22.01.2010 09:05

;-)

Benzino Gasolini
21.01.2010 13:43

Welches Erlebnis hat denn bei Ihnen dieses Trauma verursacht?

RS69
21.01.2010 14:03

Das konkrete Erlebnis? --> Ein scheinbar unqualifizierter Kerl postet undifferenzierte Pauschalurteile.

Meine Reaktion - ich seh da nichts Traumatisches.
Beschreiben Sie doch konkret, was SIe meinen.

Silvio Lackner
17.01.2010 16:12
Sich einem Universitätsstudium zu widmen, sollte mehr sein, als sich für den schnöden Mammon und einen Markt ausbilden zu lassen.

Höhere Finanzmathematik ist auch bloß Handwerk.

Man sollte sich wieder wie in Urzeiten überlegen beginnen, was eine wirkliche akademische Bildung ausmacht. Hohe (politische) Ämter sollten dann jenen vorbehalten bleiben, die über das Handwerk hinaus eine umfassende humanistische Lehre durchlaufen haben. Und damit kann nicht eine Parteiakademie gemeint sein.

skyrock
06.02.2010 11:38
die österr. Realität

Strache, Dörfler, Petzner u.v.a.

adsfafbwawr
18.01.2010 11:36

Genau, wegen dem künftigen Gehalt und Jobaussichten zu studieren wäre ja auch ein Schwachsinn. Ende der Ironie

natoll
17.01.2010 12:23

es genügt ein blick auf den auftraggeber der studie um zu wissen, was vom ergebnis zu halten ist.

RS69
15.01.2010 21:25

Wann wird endlich aufgehört, den Wert von Ausbildungen an den Einstiegsgehältern danach zu messen.

Wie bei Allen Ausbildungen gibt's nach abschluss mal die Phase des Luftholens und der Neuorientierung.

Den Erfolg können's 3-5 Jahre - oder 10 Jahre - danach beurteilen.

wissens management
20.06.2011 16:17

Dem stimm ich voll und ganz zu. Das „richtige“ Studium gibt es sowieso nicht, denn es muss zu den eigenen Vorstellungen und Erwartungen passen. Wichtig ist, dass Sie sich richtig und umfassend informieren. Vielleicht finden Sie hier Hilfe bei der MBA Studienwahl und entscheidende Tipps http://www.fernstudium-info.at/ (mein Blog).

manko
21.06.2011 20:01
UNI LINZ Werbung

Was ist ein Wissenmanagement Master? Und warum soll jemand dafür bezahlen? Ganz verstehe ich dieses Modell nicht obwohl es sich grundsätzlich interessant anhört nur Freitag nachmittag zu Kursen zu kommen. Und Prüfungen gibt es dort keine oder doch?

Nathaniel Winerib
18.01.2010 00:36

MBAs veröffentlichen schon seit Jahrzehnten:

1) Einstiegsgehälter
2) Gehaltssteigerungen pre/post MBA
3) Gehälter nach 3 Jahren
4) Gehälter nach 5 Jahren
5) Gehälter nach 10 Jahren
6) Best practice Beispiele

RS69
18.01.2010 11:33



Best Practice Beispiele bringen wenig. Das sind Einzelfälle. Ich kenn auch Lhrlinge, die in Konzernen Vorstand geworden sind. Trotzdem würde ich das nicht dem Lehrabschluss zurechnen.

Ansonsten bin ich auch bei von den Anbietern erhobenen Daten skeptisch.

Grundsätzlich ist es aber offensichtlich, dass ein MBA zur rechten Zeit viel bringt.

Mein Posting bezog sich übrigens auf den Artikel - der spricht von Einstiegsgehältern.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.