Duma ratifiziert Protokoll zum Schutz der Menschenrechte

15. Jänner 2010, 13:01

Moskau fordert nun Reform des Straßburger Menschenrechtsgerichts

Moskau - Das russische Parlament hat am Freitag ein lange verzögertes Zusatzprotokoll der Europäischen Menschenrechtskonvention ratifiziert. Lediglich die 56 kommunistischen Abgeordneten der 450 Mitglieder zählenden Duma stimmten dagegen. Mit dem Votum dürfte sich die Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg verbessern, der für die Menschenrechtskonvention zuständig ist.

Klagen wegen Tschetschenien

Die meisten Klagen vor dem Gerichtshof richten sich gegen Russland, vor allem wegen Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien. Noch 2006 hatte die Duma eine Verabschiedung des Zusatzprotokolls abgelehnt, da viele Abgeordnete dem Gericht eine anti-russische Haltung vorwarfen.

Gericht soll reformiert werden

"Die Ratifizierung bereitet den Weg für eine ernsthafte Reform des Gerichts, um es zu einem nicht von der Politik beeinflussten Organ zu machen, das die Meinungen von Mitgliedsländern wie Russland berücksichtigt", sagte der stellvertretende Außenminister Andrej Denissow. Russland ist der letzte der 47 Mitgliedstaaten des Europarats, der das 14. Zusatzprotokoll ratifizierte.

Der Straßburger Gerichtshof ist derzeit mit einer milliardenschweren Klage des früheren Erdölkonzerns Yukos gegen den russischen Staat befasst. Yukos wirft Russland vor, das Unternehmen durch rechtswidrige Besteuerung und Strafzahlungen in den Ruin getrieben zu haben. Der 1993 gegründete Konzern war vor gut zwei Jahren aufgelöst worden; er fordert eine Entschädigung von fast 70 Milliarden Euro vom russischen Staat.

Grundlage für die Klage sind das Recht auf einen fairen Prozess und das Recht auf Eigentum sowie das Verbot von willkürlicher Strafverfolgung. Die von Yukos geforderte Summe ist die höchste, die je vor dem europäischen Gericht verhandelt worden ist. (APA)

D.S.1
01
20.1.2010, 10:22
Ein Menschenrecht

Ich habe mir immer schon gedacht, dass es ein Menschenrecht wäre, 70 Mrd. EUR zu bekommen. Jeder von uns sollte sich der Klage anschließen, den die Menschenrechte gelten doch für JEDEN, auch für alle Russländer, denen ja eigentlich diese Ölquellen gehören sollten, nicht den USA, denen Chodorkovsky diese westsibirischen Ölquellen verscherbeln wollte!

BeBe Rabozo
01
18.1.2010, 15:00

Na die Herren Philosophen!
Solange das Gericht, das für alle zuständig ist, die Interprätation der Judikatur der Menschenrechte exklusive Russland für sich beansprucht, steht es unter dem intereseensdominierten politischen Einfluss des Westens. Berücksicht es aber auch die Meinung der Russen, so ist man der Gerechtigkeit ein Stück näher gekommen :)
Somit ist nicht mehr gesagt, ein von Politik beeinflusstes Gericht soll von derselben selbst durch den politischen Einfluss befreit werden, was Widerspruch wäre, sondern ein von Politik beeinflusstes Gericht soll um Gerechtigkeitswillen seinen politischen Einfluss aufgeben und gerechter Weise andere Meinungen akzeptieren.
Somit ist der Widerspruch aufgelöst!

Anschauungsunterricht Leben
82
15.1.2010, 13:50
"...um es zu einem nicht von der Politik beeinflussten Organ zu machen, das die Meinungen von Mitgliedsländern wie Russland berücksichtigt"

Und das aus dem Mund eines Politikers. Ich bin platt. Gibt es einen Fachterminus für einen Satz, der sich in sich selbst widerspricht? So wie Oxymoron für eine widersprüchliche Adjektiv-Substantiv-Kombination (bspw gerade Kurve)?

Fritz Wunderlich
50
15.1.2010, 20:01

es ist einfach ein widerspruch, kontradiktion, wenn es um sich implizit im satz widersprechende aussagen geht
sonst das paradoxon des parmenides

Lécollier Emmanuel
 
62
15.1.2010, 14:43
Das hab ich mir auch gleich gemerkt.

So ein Schmarren der Satz!

Jürgen Rembremerding
92
15.1.2010, 14:33
Duma geht's numa!

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