Spindelegger will Uni-Quote unbefristet verlängern

15. Jänner 2010, 12:45

Großteil der Medizinuni-Plätze soll dauernd für Österreicher reserviert bleiben

Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) will wegen des Ansturms deutscher Studenten die Quotenregelung für das Medizin-Studium unbefristet verlängern, berichtet das Ö1-Mittagsjournal. Diese Forderung richtet Spindelegger bereits jetzt an die künftige EU-Kommission. Nach der derzeitigen Regelung sind nur bis 2012 Drei-Viertel aller Medizin-Studienplätze für Österreicher reserviert. 20 Prozent sind für EU-Bürger und 5 Prozent für Nicht-EU-Bürger reserviert.

Die scheidende Kommission hatte die Medizin-Uni-Quote in einem sogenannten Moratorium aufgrund des Ansturms deutscher Numerus-Clausus-Flüchtlinge an die heimischen Medizin-Unis akzeptiert und aus diesem Grund auch kein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Immerhin gilt in der Union ja der freie Hochschul-Zugang.

Doch bis 2012 und dem Ende dieser Ausnahme-Quote ist es nicht mehr weit, und so richtet Außenminister Michael Spindelegger der noch nicht einmal angelobten Kommission schon jetzt aus: "Wir können nicht warten, bis das Moratorium ausläuft. Sondern wir müssen vorweg eine wasserdichte Lösung für alle Zeiten sozusagen für Österreich bewerkstelligen," sagte Spindelegger zu Ö1.

Auch andere Studienrichtungen betroffen

Österreich können dem viel größeren Nachbarn nicht die Tür aufmachen, argumentiert Spindelegger, der sich Quoten-Regelungen wie derzeit fürs Medizin-Studium generell auch für andere Fächer vorstellen kann: Es gehe darum, dauerhaft und insgesamt die Frage der Studienplätze in Österreich zu relevieren." Das müsse man aber mit der Kommission auf dem Verhandlungsweg klären.

"Wenn alle Verhandlungen nicht funktionieren, dann muss man eben eine Verankerung im Primärrecht anstreben", sagt Noch-Wissenschaftsminister Johannes Hahn. Und das ist mehr oder weniger wohl als Drohung an die neue Kommission zu verstehen, bedeutet das doch: Zeigt sich die Kommission unwillig, dann fordert Spindelegger die Quote im EU- sprich Lissabon-Vertrag festzuschreiben. Diese Quote könnte dann in einem Beitrittsvertrag, wie dem Kroatiens, festgeschrieben werden, so Hahn. Davon müsste Österreich aber dann nicht nur die Kommission, sondern auch gleich alle 26 Mitgliedsstaaten überzeugen. (red, derStandard.at, 15. Jänner 2010)

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21 Postings
Hafner
00
18.1.2010, 13:45
Wieso bilden wir die Deutschen nicht aus ..

... und machen ihnen gute Jobangebote, wenn sie fertig sind?

Sche
00
18.1.2010, 18:11
Nun ja...

...wenn man sieht, was z. B. ein junger Spitalsarzt verdient, wundert's nicht, dass nach dem Studium die "alte" Heimat neu entdeckt wird.

Lünz
00
17.1.2010, 19:13
Typisch österreichisch

Für ein paar Jahre eine Übergangslösung, und anstatt
eine anständige Lösung zu diskutieren Kopf in den
Sand stecken. Und wenn die Übergangslösung ausläuft, hat man keine bessere Idee, als die Husch-Pfusch Lösung in alle Ewigkeit zu verlängern.

Wenn Ö Maturanten bei den Zulassungsprüfungen
besser abschneiden, ist es egal, wie viele D bei uns
studieren wollen. Und wenn nicht, sollte man sich Fragen warum und das Niveau unserer Maturanten heben.

Abell1060
00
18.1.2010, 20:49
Problem ist die fixe Zahl der Studienplätze

egal wie gut oder schlecht sie sind, 25% gehen jetzt nicht mehr an Österreicher!
Die Anzahl ist beschränkt durch die zur verfügungstehenden (Labor-/Spital-/..) Plätze und werden jetzt aufgeteilt. Wenn man rechnet dass bisher insgesamt etwa 10% der Studenten im Ausland waren, dann sind 25% in nur einer Studienrichtung und nur einem Semester einfach ein untragbarer Wahnsinn!!

Erich Hartig
00
17.1.2010, 02:04
warum keine bessere Lösung? II

Warum mischt die Politik mit? Dann können aber Gerichte auch nicht mitreden!
4. Bisher hat man die ersten Semester an der HeimatUni absolviert und ging dann ins Ausland. Warum macht man nicht von der jahrzehntelang geübten Praxis gebrauch?
5. Die Quotenregel benachteiligt 25% österreichischer Schüler, wo bleibt da die Gleichbehandlung, die wir ohne der wegen D eingeführten Regel hätten?
6. Ö ist mit 1.3 % vom BIP ein OECD Schlusslicht beim Hochschulbudget. Wenn die EU Auflagen macht, dann soll sie aber die dadurch verursachten Kosten ebenfalls übernehmen. Warum versucht man das nicht in diesem Fall?
Könnte sicherlich zu einer besseren Lösung führen.

Erich Hartig
00
17.1.2010, 02:03
warum keine bessere Lösung? I

Es ist gut dass sich Schindelegger dieses Problems annimmt, aber warum nicht für eine bessere Lösung:
1. Nach dem Gravier Urteil 1985 betrachtet die EU Bildungsangebote als Dienstleistung, für diese besteht ein Diskriminierungsverbot. Vergleich
Friseur – Student: Haare geschnitten, zahlen ZU
viele Vorlesungen, Übungen, Seminare besuchen, Prüfungen, deshalb als Studium bezeichnet und etwas anderes. Z. B. sind Friseure und Universitätsangestellte nicht in derselben Gewerkschaft.
2. In D gibt es viel mehr AbiturientInnen hat als Österreich, deshalb entscheidet Numerus-clausus über Hochschulreife, wieso gilt das nur für D?
3. Universitäten sind nach Grundgesetz bzw Verfassung frei, warum überlässt man diesen nicht die Entscheidung?

natoll
00
15.1.2010, 17:34

naja also bei aller offenheit und nächstenliebe und nicht-liebe für diese regierung: es kann tatsächlich nicht sein, das österreich deutsche auf eigene kosten ausbildet.

klar, manche mögen hier bleiben, sind wahrscheinlich sogar super typen, aber seien wir uns ehrlich: das kanns nicht sein.

besson
00
15.1.2010, 16:24

vielleicht sollte man lieber darüber diskutieren, warum selbst die für deutschlands unis, auf grund ihrer noten, zu schlechten studenten bei den eingangsprüfungen deutlich vor den österreichischen sind. ohne quote hätten wir zwar kaum österreicher auf der uni, aber endlich die notwendige diskussion.

Weltenbürger Demosthenes
20
15.1.2010, 15:41
Kriegsführung

Die Teutsche Bundesregierung führt seit geraumer Zeit eine neue Form der Eroberungskriege gegen ihre Nachbarn, je nach Interessenslage.

Die Ösis sollen den Germanen die universitäre Ausbildung zahlen, weil man in Teutschland dafür das Geld nicht ausgeben will. Das benötigt man für Kriege in Afghanistan, für die misslungenen Bankeneroberungskriege à la Bayern und für die Energiekriege mit Russland gegen den Rest der Welt.

Tja den Eurofighter hat Österreich den Germano-Franzosen der EADS schon unnötigerweise milliardenschwer abgekauft. Die AUA hat man mit Sonderabschreibungen den Teutonen milliarden-euroschwer nachgeschmissen, ihre Arbeitslosen finden hier Jobs und demnächst wird der Ö-Film Hanekes als teutsche Produktion Preise einheimsen!

Roger Sturm
00
15.1.2010, 15:26


Wir hatten bereits eine gute Lösung. Jeder der in seinem Heimatland studieren darf, darf auch bei uns studieren. Das diskriminiert niemanden. Das soll die EU akzeptieren und festschreiben.



Berti Windisch
51
15.1.2010, 15:17
In Deutschland wird immer!!!bei Vergabe von Studienplätzen Deutsche vorgereiht. Dh. es ist fast unmöglich als Österreicher einen Studienplatz in deutschland zu ergattern.

smea_gol
10
15.1.2010, 15:46

postingtechnische schnellschüsse auch wenn sie <b>fett</b> geschrieben sind, gehen fast immer in die hose und entsprechen nicht der realität :)

SiSe
00
15.1.2010, 15:29

Deutschland hat aber auch einen etwas, aber wirklich nur etwas anderen Hochschulzugang...

Und wenn Sie mir das Gesetz zeigen, in dem das von Ihnen behauptete drinnen steht, dann wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie einen Link angeben könnten. Dieses verstößt nä,lich ganz klar gegen die EU-Richtlinien und man könnte sicherlich dagegen klagen.

SiSe
00
15.1.2010, 14:53

Und dann will die Regierung im Zuge des Bologna-Prozesses die internationale Mobilität erhöhen. Das dies aber auch bedeutet, dass StudentInnen aus anderen Staaten zu uns kommen, will ,am matürlich auch nicht.

didi111
25
15.1.2010, 14:40
Ist es nicht unendlich TRAURIG, wenn..


..wir Schutzquoten brauchen für unsere Studenten?

Da streiten sich unsere Dümmlinge quer durch den Gemüsegarten fröhlich durch die Gegend (angefangen von den Schülern über die Eltern bis zu den Lehrern) über schulfreie Tage, Ferienordnungen, ...und dann schauen wir uns Statistiken an welche zeigen, daß beispielsweise unsere deutschen Nachbarn mehr Schultage haben.

Und das die Anzahl der Schultage irgendwie mit der Leistungsfähigkeit korreliert, dürfte ausser Österreich bekannt sein.

Aber bei uns wird diskutiert über die Schiwoche, über Reitwochen,....

Und dann haben wir halt die bekannten Probleme..

Ody Fry
00
15.1.2010, 19:08
Verkehrte Welt

Die Chinesen bilden im Jahr hunderttausende von Ingenieuren aus... Österreich hat viel weniger, ein paar tausende und trotzdem sind WIR weiter vorne, wenn es um Neuentwicklung und Forschung geht.
Quantität ist nicht gleich Qualität.

Ody Fry
00
15.1.2010, 18:35
heiße Luft

Demzufolge sind die Chinesen, wenn es um den technischen Vertrieb geht, desshalb so weit vorne, weil diese ihren Urlaub nicht antreten. Ich empfinde tiefstes Bedauern, dass Sie auf ihre 5 (nach ihrer Wortmeldung zu schließen bereits 6) Wochen Urlaub verzichten und somit den Sinn für diese bezahlte Freizeit missverstehen. Genauso ist es im Schulsystem <= Erholung. Wenngleich es in der Hintertupfinger Hauptschule augenscheinlich wohl anders zugegangen sein muss...

smea_gol
40
15.1.2010, 15:27

tut das irgendetwas zur sache? außer dass sie hier österreich diffamieren?

Ody Fry
00
15.1.2010, 18:39
Willkommen Österreich

Auch wenn ich mir die Sendung nicht ansehe, aber Alfons verweilt auch hier, wie es den Anschein hat.

nicht jammerer
01
15.1.2010, 14:06
Wenn es einmal nicht mehr genügend Mediziner gibt, wer soll dann die ganzen Schweine im Schnee vergraben?

kleinerpinguin
00
15.1.2010, 17:34

Das Problem liegt da aber eher bei zu wenig Ausbildungsplätzen nach dem Studium, nicht an zu wenig Absolventen.

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