US-"Terror-Watchlist"

Achtjähriger im Visier der Terrorfahnder

15. Jänner 2010, 16:21

Derzeit befinden sich 13.500 Namen auf TSA-Liste - 81.793 Reisende ersuchten in den vergangenen drei Jahren um Streichung ihres Namens

Arme rauf, Arme runter, die Beine auseinander. Mikey Hicks aus New Jersey kennt das Prozedere. Im Alter von zwei Jahren begann die Sonderbehandlung am Check-in-Schalter. Seither wird Mikey jedes Mal, wenn er mit seiner Mutter, einer Fotoreporterin, fliegt, von der Heimatschutzbehörde aufgehalten. Wird zur Seite genommen, von Kopf bis Fuß gefilzt, sein Name im Computer überprüft. Dann dauert es auch nicht mehr lange, bis ihm die Heimatschutzbehörde erklärt, dass Mikey im Visier der Terrorbekämpfer steht.

Mikey ist heute acht Jahre alt und trägt einen von 13.500 Namen, die sich auf der "Terror-Watchlist" der Transportation Security Administration (TSA) befindet, schreibt die New York Times. Der Pfadfinder aus New Jersey steht dort, seitdem ein anderer Mikey Hicks nach dem 11. September 2001 bei der Heimatschutzbehörde aufgefallen war. Auch sein Vater, der denselben Namen trägt, wurde kürzlich aufgehalten.

Seine Eltern hätten alles versucht, um ihn von der Liste zu streichen, schreibt die NYT. Sie hätten Anträge gestellt und Senatoren angerufen, geholfen habe keine der versuchten Maßnahmen. Auf dem Weg zum letzten Familienurlaub Richtung Bahamas Anfang des Jahres wurde ihr Sohn einmal mehr am New Yorker Check-in-Schalter aufgehalten. "Wie einen Kriminellen" hätte man ihren Sohn behandelt, sagt Najlah Feanny Hicks zur NYT. "Ein Terrorist kann seine Unterhose in die Luft jagen und sie kriegen ihn nicht. Aber mein Achtjähriger kann nicht durch die Sicherheitskontrollen, ohne gefilzt zu werden."

81.793 frustrierte Reisende

Mama Hicks meint damit Umar Farouk Abdulmutallab, den "Unterhosenbomber von Detroit". Jener Nigerianer, der am 26. Dezember versucht hat, in einer aus Amsterdam kommenden Delta/Northwest-Maschine kurz vor der Landung in Detroit einen Sprengsatz zu zünden. Sein Name fand sich nicht auf der Liste.

Mikey Hicks ist kein Einzelfall. Laut New York Times haben in den vergangenen drei Jahren 81.793 Reisende formal darum ersucht, von der TSA-Liste gestrichen zu werden. Einer von ihnen, der kanadische Geschäftsmann Mario Labbe, ging so weit, seinen Namen zu ändern. "Wie heißt ihre Mutter? Wie heißt ihr Vater? Wann waren Sie das letzte Mal in Japan?": Bei jeder Reise dieselben Fragen. "Und manchmal auf sehr aggressive Weise", erzählt Labbe der NYT. Seitdem in seinem Pass "François Mario Labbe" stehe, passiere er die Flughafenkontrollen problemlos. Selbst Edward M. "Ted" Kennedy, ehemaliger Senator aus Massachusetts (1962 bis 2008), Spross der Kennedy-Familie und Lieblingsfeind der Republikaner, fand seinen Namen auf der Liste.

"Haufen Namen"

"Wir können nicht einfach einen Haufen Namen auf diese Listen schreiben und das ganze dann Sicherheit nennen", zitiert die New York Times William J. Pascrell Jr., der für die Demokraten als Vertreter New Jerseys im Repräsentantenhaus sitzt. "Wenn wir einen Achtjährigen nicht von der Liste streichen können, stellt das diese Liste in Frage."

Die Datenbank des "Terrorist Screening Centers" umfasst eine Million Einträge über 400.000 Namen von Personen, die der Unterstützung von Terroristen verdächtigt werden. 3.400 davon stünden auch auf der "No Fly List", weil sie als Gefahr für die Luftfahrt oder die nationale Sicherheit eingeschätzt würden. Weniger als fünf Prozent der betroffenen Personen seien amerikanische Staatsangehörige oder hätten eine permanente Aufenthaltsgenehmigung in den USA. Das geht aus Zeugenaussagen von Timothy Healy, dem Direktor des Terrorist Screening Center, hervor. Healy hatte diese Zahlen dem Justiz-Ausschuss des Senats Ende Oktober vergangenen Jahres im Zuge einer Anhörung von FBI-Chef Robert S. Mueller vorgelegt, wie die Washington Post damals berichtete.

In 15 Prozent der Ermittlungen gegen vermeintliche Terroristen seien die Verdächtigen nicht auf die Liste gesetzt worden. Wurde eine Ermittlung geschlossen, unterließen die Beamten in acht Prozent der Fälle die Löschung der betroffenen Personen aus der Liste; in 72 Prozent der abgeschlossenen Fälle seien die betroffenen Personen nicht rechtzeitig von der Liste entfernt worden.

2008 hätten US-Strafverfolgungsbeamte 55.000 Zusammentreffen mit vermeintlichen Terroristen zu Protokoll gegeben. In 19.000 Fällen davon war eine Überprüfung mit der "Terrorist Watchlist" erfolgreich. 

TSA-Sprecher verspricht Besserung

Healy äußerte sich zudem über die Beschwerden von Personen, die sich selbst auf der Watchlist vermuten. Seinen Angaben zufolge haben nur 0,7 Prozent der Beschwerden tatsächlich etwas mit der Liste zu tun. Davon würden 51 Prozent als korrekt gelistet eingestuft, 15 Prozent würden von der Liste entfernt oder heruntergestuft, beispielsweise weiterhin auf der Watchlist bleiben, aber von der "No Fly"-Liste gelöscht werden.

Jim Fotenos, TSA-Sprecher, versprach Besserung im Zuge eines Relaunches des Sicherheitsprogramms in den kommenden Monaten, bei dem sämtliche Daten der Flugpassagiere gesammelt und mit den aktuellen Listen verglichen werden sollen. (fin, derStandard.at, 15.1.2010)

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t-bonesteak
02
18.1.2010, 14:22
und solche experten

suchen in afghanistan nach terroristen?

bluebeard's 8th wife.
02
18.1.2010, 17:05

ja - da kann einem angst und bang werden.

iohui
01
18.1.2010, 05:06
tja, es bestätigt sich immer wieder.

je detaillierter die arbeitsanweisungen und je gefügiger die befehlsempfänger, um so mehr verkümmert deren hirn.

MAXIMA
00
21.1.2010, 20:31

Was soll bei diesen Leuten noch verkümmern? Wo nix is is nix. Man sollte eher verhindern, daß sie sich fortpflanzen.

Gilgamesh
05
17.1.2010, 11:20

In dem Fall mit dem Kind wird es nicht ändern, da nicht möglich, ABER uns anderen, wir Nicht-US-Bürger sollten tunlichst einen Besuch in den USA ABLEHNEN.

Erst wenn die Wirtschaft Druck macht, werden normale Menschen nicht wie Verbrecher behandelt...
Bzw. sollte man diese Schikanen endlich für US-Bürger bei der Einreise in die EU verlangen.

Kanada ist ohnedies viel schöner als die USA...


iohui
01
18.1.2010, 05:03
ja. wir sollten alle us-amerikaner,

egal von wo sie in die eu einreisen, ausnahmslos den kontrollen unterziehen, die sie den namen auf der liste zumuten. mindestens. vom säugling bis zum obama. ohne ausnahme.

wer auch nur geringste anzeichen zeigt, dass er die europäische politik, insbesondere den europäischen sozialismus, ablehnt, waffenbesitz verherrlicht, für die todesstrafe eintritt, oder in der eu nicht zugelassene medikamente oder lebensmittel, insbesondere gentechnisch, mit antibiotika, hormonen oder sonstigen unerwünschten stoffen erzeugtes fleisch oder landwirtschaftliche produkte in sich trägt, muss umkehren oder kommt in quarantäne, bis er alles ausgeschieden hat.

SeitenblickDerVonObenKam
11
16.1.2010, 15:44
Irre oder?

Aber jetzt im Ernst, mich würde es nicht sonderlich verwundern wenn der Kleine dann mal alt genug ist, tatsächlich der AlKaida oder sonstigen beitritt oder zumindest zugeneigt ist, so nach dem Motto Ihr habt mir meine Kindheit zur hölle gemacht und jetzt räche ich mich :o(

ad vocem
04
16.1.2010, 15:31
Wenn 8-Jährige als potentielle Terroristen ...

... auf diese Liste gelangen können, dann ist deren Effizienz und Treffsicherheit schwerstens in Zweifel zu siehen.

Wenn es - im Gegenzug - reicht sich einfach einen zweiten Vornamen zuzulegen, um von der Liste wieder runterzukommen, NOCH VIEL MEHR !!!

Ist doch alles völliger Nonsens, das.

so go
02
16.1.2010, 15:11

"On page 14 of Sunstein’s January 2008 white paper entitled “Conspiracy Theories,” the man who is now Obama’s head of information technology in the White House proposed that each of the following measures “will have a place under imaginable conditions” according to the strategy detailed in the essay.

1) Government might ban conspiracy theorizing.

2) Government might impose some kind of tax, financial or otherwise, on those who disseminate such theories."

http://tinyurl.com/y8lkrjm

F S 3
12
17.1.2010, 17:52
Obamas "Info-Zar" Cass Sunstein hat mit seinem rassistischen Gerülpse praktisch die "Bill of Rights" als obsolet erklärt und…

…entsprechende Sprüche des Obersten Gerichtshof zum 2.Amendment als "falsch" ausgelegt.

Abgesehen von der lustigen Bezeichnung als "Zaren" outet sich die Obamarama-'egierung immer mehr zu dem, gegen was sie eigentlich PR-mäßig auftrat: Als Erfüllungsgehilfe zu einem totalitären Sozial-Überwachungsstaat, gegen den das NS-Regieme geradezu die Heilsarmee war.

Die Entwaffnung der US-Bevölkerung ist der letzte notwendige Schritt und alle gehirngewaschenen angeblich-"Liberalen" der Welt applaudieren noch dazu!

Obama ist der programmierte Totengräber der Republik.

WU-ler
01
16.1.2010, 14:18

ich werde meine eigene terror-watchlist erstellen, bei der an oberster stelle georg w. stehen wird. wehe, der kommt mal in meine gasse. da kann er sich auf was bereit machen...

Hans Fuchs1
00
16.1.2010, 12:09

nur gut, dass "john doe" und "john smith" nicht auf der liste steht… was wäre das für ein chaos… oder ein huber auf der "no-fly"-liste…

DieBo
01
16.1.2010, 11:44
8 Jahre? Das kommt hin! Vor 8 jahren begann der "War on Terror". Der erste durch Bomben gezüchtete Nachwuchs ist da!

ranchorelaxo
110
16.1.2010, 10:38

einfach nimma hinfliegen zu den gestörten und zwischenaufenthalte sind auch schon gestrichen!

Orku5
 
21
16.1.2010, 10:50
RE: "einfach nimma hinfliegen..."

Bei dem 8 jährigen handelt es sich aber um Flüge innerhalb der USA, und er wird durch die Mangel genommen.

Die Liste wird auch dafür verwendet um Politiker, desen Freunde und Familie zu schickanieren.

Viele schreien das dieses Screening auch hier von nöten ist für die USA Einreisenden, dh. aber auch für die Europäer hier deto, sonst wäre es ja... jetzt ist mir das Wort entfallen.

Horstl Schorschl
04
16.1.2010, 13:48
Tjo Pech für den kleinen Amerikaner...

man kann ihm nur ersthaft raten, so schnell wie möglich das Weite zu suchen, bevor sich die USA vollends in ein Diktatorisches Regime verwandelt haben, dasselbe gilt für die meisten Europäer auch.

_valina
01
17.1.2010, 03:01
Tjo Pech für die kleinen Amerikaner...

hätten sie nur mal in der schule beim thema demokratie und menschenrechte aufgepasst - dann hätten sie nicht eine derartige elite 'gewählt' !

Olivier Merle
09
16.1.2010, 10:25

kann man die USA eigentlich aus der staatengemeinschaft ausschließen?

Suppentrulli
01
16.1.2010, 15:18

Wieso wollen Sie ein Land ausschließen, daß einen Friedensnobelpreisträger als Staatsoberhaupt hat?

keiner da
00
16.1.2010, 19:20

war das jetzt als grund oder als hindernis im sinne des arguments gemeint? und nur, weil einer einen preis hat, muß der rest nicht heilig sein.

so go
00
16.1.2010, 15:12

nicht ohne einstimmige zustimmung der instrumentalisierten UN - soweit ich weiss

The Real Zet
 
03
16.1.2010, 08:22

Das Verhalten der US Behörden ist genauso armselig wie das der unseren. Gott sei Dank richten unsere bei weitem nicht so viel Schaden an.

marko serbe
01
16.1.2010, 13:36
Das Verhalten der US Behörden ist genauso armselig wie das der unseren. Gott sei Dank richten unsere bei weitem nicht so viel Schaden an.

Kommt noch , mach dir keine Sorgen , bald ist es so weit .

ranchorelaxo
00
16.1.2010, 10:32

kommt schon noch keine sorge!
schauen wir mal wie die unseren politkasperln unsere steuergelder "verbrennen" ...

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