Kinder im Stress

15. Jänner 2010, 09:47

Sorge um Aussehen, Hobbys und Alleinsein stressen Kinder - Essstörungen und Schlafprobleme sind häufige Folgen

Malaga - Kinder entwickeln vor allem dann Stress, wenn sie sich Sorgen um das eigene Aussehen machen, wenn sie übertrieben aktiv in ihrer Freizeit sind oder wenn sie von den Eltern viel alleine gelassen werden. Das beschreiben spanische Forscher in der Fachzeitschrift Psicotema. "Viele Kinder stehen in ihrem Alltag unter Stress, den sie nicht bewältigen können. Die Folgen davon reichen von Schlaf- und Essstörungen über Kopf- und Bauchschmerz bis hin zu Leistungsabfall, Verhaltensauffälligkeiten, Angstzuständen und Depression", berichtet Studienautorin María Victoria Trianes Torres von der Universität Malaga.

Kriterium der Bewältigbarkeit

Die Forscher erstellten auf Grundlage einer Untersuchung an 1.000 Kindern im Grundschulalter ein Inventar der 25 häufigsten Stresssituationen aus den Bereichen Schule, Familie und Gesundheit. Sie brachten diese auch in Verbindung mit der Cortisol-Konzentration im Körper beim Aufwachen, die als hormoneller Indikator für Stress bei Kindern gilt. Die dadurch mögliche Evaluation von Stress bei Kindern soll einerseits in der psychoedukativen Intervention Anwendung finden, andererseits bei Maßnahmen, bei denen die eigene Überwindung von Stress trainiert wird.

"Stress" definiert Trianes als "Situation, in der ein Kind vor einer Aufgabe steht, die es mit seinen Ressourcen nicht mehr bewältigen kann". Er habe sowohl eine psychische, als auch eine kognitive und eine biologisch-hormonale Komponente. "Die Aufgaben im Leben wie die Schule oder neue Situationen bereiten Kindern immer bestimmten Druck, der auch positiv sein kann. Das Lampenfieber etwa vor einem Test kann zu höherer Leistung anspornen. Übersteigt es jedoch ein bestimmtes Niveau, kann es jedoch auch den Verlust aller Ordnungsfähigkeit der Gedanken bewirken", so die Schulpsychologin.

Sorge um Aussehen belastet 

Als einen der wichtigsten Stressauslöser nennt Trianes die Sorge um das körperliche Erscheinungsbild. Diese könne bereits im Alter von vier Jahren beginnen und nehme ihren Höhepunkt in der Pubertät. "Im Alltag erleben etwa übergewichtige Kinder Stress, wenn ihr Umfeld sie dauernd dazu auffordert, doch keine Süßigkeiten mehr zu essen." Ähnlich raten auch Kinderpsychiater Eltern von adipösen Kindern, in der Beziehung zum Kind das Gewichtsthema nicht überhand nehmen zu lassen.

Schule und Freizeit bilden eine weitere Quelle für Stress bei Kindern. Einerseits sei darunter der Druck infolge schlechter Leistungen zu zählen, andererseits jedoch auch das Fehlen von Erholungszeiten. "Zu beobachten ist das vor allem, wenn Kinder außerhalb des Unterrichts einen Stundenplan besitzen, der überfüllt ist mit anderen Aktivitäten etwa aus den Bereichen Sprachen, Sport oder Musik", so die spanische Forscherin. Auch eine deutsche Studie belegt, dass der Freizeitstress eine der wichtigsten Ursachen von Kopfweh bei Kindern ist.

Familie als Problem und Chance

Viel Stress stammt jedoch auch aus dem familiären Umfeld. "Kinder mit zwei voll berufstätigen Eltern, mit denen sie kaum Zeit verbringen können, sind oft viel alleine. Fehlt Zuneigung und Kontakt auf dieser Ebene, fehlt auch eine verfügbare Ansprechperson, die den Umgang mit Stress erleicht", erklärt Trianes. Belastend sei für ein Kind auch, wenn es aufgrund des frühen Arbeitsbeginns der Eltern schon um sechs Uhr morgens das Haus verlassen müsse. "Eltern wollen das Beste für ihre Kinder, doch viele gut gemeinte Sorgemaßnahmen bedeuten in Wahrheit höheren Druck auf das Kind."

Umgekehrt könne man laut Ansicht der Wissenschaftlerin Faktoren benennen, die Kinder davor schützen, nicht bewältigbarem Druck ausgesetzt zu sein. Ausreichend Kontakt und Nähe zu den Eltern gehört dazu, gute Freundschaften mit Gleichaltrigen, Erfolg in der Schule oder auch bestimmte Charaktereigenschaften. "Günstig sind innere Stärke, Humor sowie die Fähigkeit, sich Problemen selbst zu stellen und nach Lösungen zu suchen, während starke Abhängigkeit von Erwachsenen das Gegenteil bewirkt." (pte)

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Posting 1 bis 25 von 45
1 2
bösartigster Schlechtmensch
00
19.1.2010, 01:18

Wenn mir mein 5-jähriger Neffe stolz erklärt, dass er doch eh so schlank ist, dann frag ich mich schon, was der ganze Quatsch eigentlich soll!?

contains sugar
21
16.1.2010, 13:39
wenn körpergewicht zum hauptthema in der familie wird, liegt der schaden eindeutig bei den eltern.

dass probleme an die kinder weitergegeben werden, ist nichts neues.

saoTan
20
17.1.2010, 12:26

Nun ja, es ist für Eltern sicher nicht lustig zusehen zu müssen, wie ihre Kinder immer dicker werden und gleichzeitig nicht die Finger von dem ganzen Junkfood lassen können.

contains sugar
01
17.1.2010, 14:19

vielleicht sollten sich die eltern mal fragen, warum die kinder so oft junk-food essen.

max 1231
 
10
15.1.2010, 17:47
ich glaube das die erwachsenen einfach zu

bescheuert sind um mit kindern rational umzugehen. ich hab das gerade vorhin im TV gesehen. da lief eine story wo man 5-6 jährige kinder mit boxhandschuhen und ohne kopfschutz vor etwa 5000 leuten in Bangkok in den ring schickte und die prügelten sich gegenseitig aufgehetzt von den eltern und enorme summen wurde mit dem wettgeldern umgesetzt, das war im thai TV. wie weit können menschen sinken um kinder gegeneinander in die prügelarena zu schicken und dies als instrument der bereicherung zu benutzen, über wetten und siegprämie. die kleinen waren höchsten etwa 1 m gross, das ist unglaublich was da abläuft und an niedriger primitivität kaum noch zu überbieten bzw. unterbieten.

RS69
 
09
15.1.2010, 21:21

Eines der Hauptprobleme ist auch, dass Erwachsene zu viel vor dem Fernseher hängen.

So Nina
01
19.1.2010, 11:39
Das Wichtigste...

...ist, dass die Eltern mit gutem Vorbild den Kindern beibringen, dass elektronische Geräte (PC, Fernseher, Playstation usw...) einen AUSknopf haben und dass man ohne sie leben kann......

nomad13
10
16.1.2010, 11:42

Nicht nur die Eltern

...wir haben noch 12 Stunden am Tag draussen verbracht und durch zig Spiele (Fangspiele, Ballspiele, Klettereien, ja irgendwelche Kinderstreiche etc.) quasi spielerisch unsere Körper im wahrsten Sinne des Wortes - trainiert.

RS69
 
01
20.1.2010, 09:08

Also ich hab nicht 12 Stunden am Tag draussen verbracht. Vielleicht lag's aber daran, dass ich in die Schule ging.

Gallo Way
00
16.1.2010, 16:11

Naja muss ja nicht jedes Kind sich für Fangspiele interessieren. Hab die damals eher unangenehm in Erinnerung.

nomad13
10
16.1.2010, 16:23

...ich glaube nur - dass stundenlanges PC sitzen die kognitiven Fähigkeiten eines Kindes nach einer gewissen Gewöhnungsphase (die sehr schnell eintritt) nur noch minimal erhöht während körperliche Ertüchtigung immer der Aufmerksamkeit zu gute kommt. (also immer hilfreich ist - um den Input zu erhöhen - den Kopf frei zu kriegen für die Schule etc.)

Gallo Way
20
17.1.2010, 12:05

Wenn das stimmen würde dann wären an den Unis hpts. Sportler. Komischerweise sind da eher computerbenutzende Nerds dort. Außer an den Sportwissenschaften treff ich da kaum Sportler.

Sport ist schon toll fürs Hirn aber die Wirkung würd ich mal nicht so übertreiben. Also stundenlanges PC-sitzen scheint sich ja in Schule, Bildung generell und Job auch sehr förderlich auszuwirken.

Echt schön dass sich in ihrer Weltbild-Idealvorstellung alle sportlich und aktiv von Baum zu Baum schwingen, brav zur Schule gehen und dort vollkommen aufmerksam nichts kapieren und generell die Bappn halten. Der romantische Schwachsinn das Kinder irgendwie in der Natur sein müssten blablabla 12 Stunden am Tag draussen? Da warst eh nie in der Schule.

nomad13
00
17.1.2010, 15:42

Uni (da gibts es z.B. noch immer die alten Boat clubs oder squash...in guten Unis war es früher Pflicht am morgen eine Stunde zu laufen oder rudern etc.)
Denn - Verweichlichung ist der Grund für Gräuel.
So wie sie sich aufregen - haben vermutlich zuviele Mauern und Wände ihren Horizont auf den Schultisch vor ihnen eingeschränkt. Das ist nicht gut für die Ratio.

guggi102
12
17.1.2010, 07:37

Bäh, körperliche Ertüchtigung klingt ja wie bei der H*****jugend.

nomad13
10
17.1.2010, 11:21

Aber Training ist zu allgemein - Gymnastik/turnen gleicht der Wehrertüchtigung(gutmuths) und Abhärtung klingt nach spartanischer Blusuppe auslöffeln.
Was bleibt mir also übrig?

t-bonesteak
05
15.1.2010, 14:51
unsere kinder werden fast ausnahmslos

- materiell zugeschüttet (der normale 5-jährige hat hat heute soviel spielzeug wie vor 20, 30 jahren nicht mal ein 15-jähriger; oder man denke an das geburtstagspartyunwesen mit 1-2 dutzend gästen schon bei 3, 4-jährigen mit ebenso vielen geschenken und natürlich gastgeschenken für jedes kind. und das ganze reihum. taschengeld im übermaß, handys)

- intellektuell überfordert (kurse für alles und jedes schon ab 3 jahren, spielzeug und bücher für idr 2-3 jahre ältere kinder)

- emotional vernachlässigt (die wenige zeit, die eltern haben, wird meist mit entertainment-aktionen verplempert, wie z.b. vergnügungsparks, dinoshows, kino, etc.; gespielt wird mit den kids kaum noch und auch selbst haben sie kaum noch zeit dafür...)

contains sugar
00
16.1.2010, 13:34

ich denke, die überforderung und das materielle zumüssen der kinder ist meistens ein ersatz für fehlende zuneigung der eltern. viele eltern sind überhaupt überfordert mit sich selber und den kindern. warum diese menschen kinder in die welt setzen, fragt man sich oft, weil weder eltern, noch kinder glücklich sind.

Lethawae
00
15.1.2010, 20:23

Bei den Spielsachen widerspreche ich.
Ich hatte Tonnen davon, hat mir aber nicht geschadet.

Der Punkt mit den Eltern, die sich nicht um ihre Kinder kümmern, stimmt meines Erachtens aber definitiv.

t-bonesteak
01
20.1.2010, 00:17
ich kann ihnen nur sagen, was ich

seit ein paar jahren - seit ich vater bin - so sehe. und gegen das, was heute ein 5-jähriger in seinem zimmer hat, waren wir allesamt waisenhausinsassen.

Round'n'round it goes
07
16.1.2010, 09:29

Ad tonnenweise Spielzeug: Auch wenn alle sagen, es hätte ihnen nicht geschadet (was ich auch glaube), lasse ich meine Kinder doch lieber so aufwachsen, dass sie wissen, wie es ist, wenn man nicht alles/so viel bekommt. Ich selbst komme aus einer Familie, die an der Armutsgrenze lebt, hab mich aber nie arm gefühlt. Zu Geburtstag/Weihnachten gabs immer Geschenke usw. Aber überschüttet bin ich nie worden und so zwischendurch gabs auch nichts, weil das einfach nicht drin war. Das finde ich viel besser. Nicht, weil ich denke, dass zu viel Spielzeug jemandem schadet. Sondern weil ich nicht will, dass mein Kind mit einem Weltbild aufwächst, wo es glaubt man kann immer alles einfach kaufen, was man will.

contains sugar
01
16.1.2010, 13:35

ich glaube, dadurch lernt ein kind auch früh, was wirklich wichtig ist und was eher unwichtig ist.

Gallo Way
00
16.1.2010, 16:08

Was ist denn wirklich wichtig?

contains sugar
00
16.1.2010, 19:22

das muss jeder für sich rausfinden.

Gallo Way
11
16.1.2010, 20:46

Also wenn man als Kind weniger Spielzeug kriegt kann man herausfinden was wirklich wichtig ist? Also meiner Erfahrung ists eher so dass vielen Kindern wirklich wichtig ist möglichst viele und tolle Geschenke zu bekommen :-D

A Voice
00
19.1.2010, 13:35
Da muss ich widersprechen

Traurig zu sehen, wie Kinder beim ersten Geburtstag oder die ersten Weihnachten den Geschenkeberg einfach nicht bewältigen und dann trotzdem noch gezwungen werden das aufzumachen und das nächste, damit sich die Oma freut und die Tante und der Opa :-( (wie es dem Kind dabei geht ist dann wurscht)

Bis Kinder soweit sind, daß es ihnen wichtig ist, möglichst viel zu bekommen, sind sie heftig konditioniert worden (siehe oben).

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