Der europäischen Raumfahrt steht ein ereignisreiches Jahr bevor - Start von CryoSat-2 für Ende Februar geplant
Paris - Zwei Astronautenflüge zur Internationalen Raumstation ISS,
die Simulation einer Mars-Mission und vermutlich der lange erwartete
Jungfernflug einer neuen Trägerrakete: Der europäischen Raumfahrt steht 2010 ein
weiteres ereignisreiches Jahr bevor. Klimaforscher erwarten vor allem den für
Ende Februar geplanten Start von CryoSat-2. Der Satellit der Europäischen
Raumfahrtorganisation ESA soll die polaren Eiskappen der Erde neu vermessen und
wichtige Informationen über die Auswirkungen des Klimawandels liefern. Die
Raumfahrt trage mit ihren Erdbeobachtungssatelliten immer mehr dazu bei, den
Klimawandel zu verstehen, sagte ESA-Chef Jean-Jacques Dordain am Donnerstag bei der Vorstellung der geplanten Aktivitäten in
Paris. Der Raumfahrtorganisation stehen 2010 insgesamt
3,7 Milliarden Euro für ihre Arbeit zur Verfügung.
Mars500-Studie
Aber auch die Erkundung des Alls sei weiterhin wichtig. "Wir können nicht
verstehen, was auf der Erde passiert, wenn wir nicht verstehen, was in unserem
Sonnensystem oder im Universum allgemein passiert", betonte Dordain. Auch
deswegen wird im März im Institut für biomedizinische Fragen in Moskau die
Mars500-Studie gestartet. Sie soll dabei helfen, eine echte Marsmission
vorzubereiten. Sechs Freiwillige werden dafür 520 Tage völlig von der Außenwelt
isoliert. So lange würde der Hin- und Rückflug zum Mars dauern.
Start des Weltraumfrachters
Als weitere Höhepunkte der europäischen Raumfahrt kündigte Dordain für
November den Start des zweiten Weltraumfrachters "Johannes Kepler" an. Bereits
am 29. Juli wird nach vorläufiger Planung der Italiener Roberto Vittori mit
einem Space Shuttle für die ESA zur ISS fliegen. Ende Dezember soll dann Paolo
Nespoli (ebenfalls ein Italiener) an Bord einer Sojus-Kapsel zur dritten ESA-Langzeitmission auf der
Weltraumstation aufbrechen.
Für November ist zudem der Start der ersten beiden Galileo-Satelliten an
Bord einer Sojus-Kapsel geplant. Die Trägerrakete wird vom europäischen
Raumflughafen im südamerikanischen Französisch- Guyanana abheben. Dort wurde
extra eine neue Startrampe für die russischen Raketen gebaut, die Mitte Juli zum
ersten Mal zum Einsatz kommen sollen.
Jungfernflug der Vega
Endlich soll um die Jahreswende 2010/2011 auch die kleine Trägerrakete Vega
zum Jungfernflug abheben. Ihre Entwicklung bereitete der ESA in der
Vergangenheit erhebliche Sorgen. Die kommerzielle Nutzung hätte eigentlich heuer beginnen sollen, sie ist nun erst für 2011 vorgesehen. (APA/red)