Schweine als Lawinenopfer: Uni gibt auf

14. Jänner 2010, 18:50

Proteste gegen Tierversuche stoppen vorerst Untersuchungen der Uni Innsbruck

Innsbruck - Er habe am Donnerstag um halb sechs Uhr in der Früh im Radio von den sterbenden Schweinen im Schnee gehört, erzählt Nikolaus Kulmer von der "Tier-WG". Und egal, worum es da genau gehe, Tierquälerei sei "immer schrecklich". Kulmer setzte sich also ins Auto und startete von der Steiermark in Richtung Ötztal, "Aktionen" seien geplant. Auch Vertreter von Vier Pfoten fuhren noch am Donnerstag ins Ötztal.

Denn im hintersten Winkel des Ötztales, in Vent, weitab vom Touristentrubel auf 1900 Meter, arbeitet Hermann Brugger vom Institut für alpine Notfallmedizin in Bozen mit seinem Forscherteam. Seit Montag werden Schweine im Schnee vergraben. "Die Schweine kommen bereits sediert vom Bauern", erklärt Brugger: "Sie leiden sicher nicht." Die Wissenschafter wollen Stoffwechselveränderungen von in Lawinen Verschütteten erforschen: Der Stoffwechsel von Schweinen ist dem des Menschen sehr ähnlich. Um Tierversuche käme man daher leider nicht herum, eine Lawinensituation könne nicht in den vier Wänden simuliert werden, sagt Brugger.

Die Schweine werden narkotisiert im Schnee vergraben. Über Sonden messen die Forscher, wie lange die Tiere unter dem Schnee überleben. Gemessen werden Unterkühlung, Sauerstoffgehalt des Blutes und Kohlendioxid-Ausstoß. Das Experiment ist von der Tierethikkommission genehmigt, ein Mitglied der Kommission sei erst am Mittwoch vor Ort gewesen und habe das Versuchssetting für zulässig befunden.

Insgesamt sind 29 Schweine für das Lawinen-Experiment vorgesehen. Die Anliegen der Tierschützern kann Brugger nachvollziehen, aber: "Wir messen, um Leben zu retten." Die Erkenntnisse aus den Versuchen sollen eine bessere medizinische Versorgung von Lawinenopfern ermöglichen.

Aus Angst vor gewalttätigen Protesten radikaler Tierrechtler hat die Uni den Versuch schließlich gestoppt. Wie der Rektor der Med-Uni, Professor Herbert Lochs, Donnerstagnachmittag im ORF sagte, sei die sichere Durchführung des Projekts derzeit nicht mehr gewährleistet. Ob der Versuch überhaupt zu Ende geführt wird, ist laut Lochs derzeit offen.

Unterdessen wird im Internet gegen die Region gewettert. "Wir können für viel etwas, aber wir können sicher nichts für diese Tierversuche mit den Schweinen in Vent", erklärt Oliver Schwarz vom Tourismusverband. (Verena Langegger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15. Jänner 2010)

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Posting 1 bis 25 von 75
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meineMeinung1969
00
24.1.2010, 21:03
Also, ...

... ich bin kein sogenannter Tierschützer. Für mich sind Schweine und anderes Getier primär zubereitet am Teller interessant.
Aber ich habe noch nie eine blödere Ausrede von "Wissenschaftlern" gehört, um sich offiziell und staatlich gedeckt am Sterben von Viechern aufgeilen zu können und wahrscheinlich auch noch Förderungen zu kassieren!

mM

N38W3
01
18.1.2010, 20:01

Also, vom wissenschaftlichen Standpunkt betrachtet, ist diese Versuchsanordnung sehr zweifelhaft: Sind Daten eingegrabener, narkotisierter Schweine überhaupt für bei Bewußtsein verschüttete Menschen repräsentativ? Lawine und Eingraben ist nicht dasselbe. Schnee ist nicht gleich Schnee - kann lockerer, fester, trockener oder feuchter, mehr oder weniger Sauerstoff enthalten... Bei Menschen ist außerdem die Variation bezüglich Alter, Größe, Gewicht und Konstitution höher - Zuchtschweine sind darin viel homogener, und Schianzüge tragen sie auch keine. Eine fragwürdige Versuchsanordnung. Jedenfalls gut für den Publikationszähler, um sich selbst zu zitieren oder zitieren zu lassen, oft in der Hoffnung, daß die Artikel lieber nicht gelesen werden.

dadahans
 
00
18.1.2010, 14:18
Arme Schweine

Da setzt sich also der Tierschützer ins Auto und fährt durch ganz Österreich... hoffentlich kommen ihm nicht etliche Hasen, Katzen oder gar Rehleins in die Quere (in Österreich übers Jahr ca. 40.000 solcher Fälle!).
Wie man sieht, sind halt Tier- und Umweltschutz zwei verschiedene Sachen und zu viele Querverbindung Herstellen beim Denken und Handeln schadet allemal der eigenen Befindlichkeit...

eze eze
 
00

Ich hab kein Auto, ich ess kein Fleisch.

jumpingjack flash
00
20.1.2010, 01:37

ich fahre hauptsächlich mit dem rad - da sieht man die meisten tiere - von plattgewalzten käfern, libellen, mäusen, kröten, blindschleichen, vögeln bis zu friedlich im graben verendeten rebhühnern, fasanen, greifen, hasen, katzen und rehen.
eine tierschützerin hier im forum hat einaml geantwortet sie fahre eben gerne "sportlich" das ist ihr gutes recht.......

Mein Lieblingswort ist Flocke
20
16.1.2010, 20:06

Ist das nicht toll, dass die Entscheidung über wissenschaftliche Experimente von der Standarnd Poster Community getroffen werden darf? Zükünfitig regnet es Sundaes jeden Wintertag

jumpingjack flash
00
20.1.2010, 01:39

sie brauchen nur ein paar terroristen die aaufmaschieren. wegen diesen hab ich mein engagement für tierschutzorganisationen aufgegeben. dort wo menschen geschädigt werden gehts für mich eindeutig zu weit.

Marie Luxemburg
00
19.1.2010, 13:28

wird ja nicht, wie kommen Sie auf diesen unsinn?

Lorelei Sonnenschein
02
18.1.2010, 14:14
@Mein Lieblingswort ist Flocke

...na lieber Standard-poster entscheiden lassen als Politiker, die nach der Nase von den jeweiligen dahinterstehenden Industrien tanzen und die Menschen verschei**ern!

N38W3
23
16.1.2010, 13:47
Neues Unwort

Schon blöd, wie leicht halbwissenschaftliche Studien, schlechte PR und internationales Medieninteresse einer ganzen Region zum Nachteil werden können - wird das "Tiroler Lawinenschwein" jetzt mit Tiroler Landspeck, mit Knödel, Tourismusregionen, mit Tirol überhaupt in Verbindung gebracht und werden Tirol-Witze daraus gemacht!? Die wissenschaftliche Sinnhaftigkeit solcher Versuche ist zweifelhaft, oft geht es nur darum, in irgendeiner namhaften Fachzeitschift einen kurzen Artikel zu verfassen. Jeder weiß, in einer Lawine kann man ersticken, erfrieren. Sterbeversuche erinnern an Zeiten, als solche an Menschen durchgeführt wurden, diesen bitteren Beigeschmack haben hier wohl wissenschaftshistorisch weniger gebildete Laboranten nicht bedacht!

Lorelei Sonnenschein
01
18.1.2010, 14:15
@N38W3

...volle Zustimmung!!!

klein adlerauge
 
02
16.1.2010, 12:37

mein gott wie gern würde ich die ganzen ökologisten mal im überlebenskampf mit der natur sehen....

Frohsinns dicke Katze
 
00
16.1.2010, 15:45

und sie?

klein adlerauge
 
00
16.1.2010, 15:57

haben sie den abstract zur dem artikel zugrundeliegenden artikel angesehen?

1. wurden gar keine eisbären untersucht.
2. wird über einen subklinischen effekt spekuliert (von krank kann also keine rede sein höchstens von geschwächt)
3. hat die studie selbst GAR NICHTS untersucht außer anderer studien (eine metastudie also)


das ganze theater um die eisbären ist sowieso reiner ökologismus: selbst wenn das behauptete aussterben aufgrund des abschmelzens der polkappe bevorstünde: was genau sollen wir tun? schneekanonen am nordpol aufstellen?

fakt ist das sich eisbären bereits an die geänderten bedingungen anpassen: sie jagen plötzlich immer öfter im rudel und wechseln auf andere beutetiere als robben. (am liebsten frass er bisher robbenbabys)

Frohsinns dicke Katze
 
00
17.1.2010, 11:55

aeh, aufs falsche posting geantwortet?
der artikel hier befasst sich mit schneeschweinen un nicht mit eisbaeren.

klein adlerauge
 
00
17.1.2010, 23:50

verdammt! ;-)

Frohsinns dicke Katze
 
00
18.1.2010, 14:03

wuerden sie mir vielleicht noch einen link zum eigentlich gemeinten posting zukommen lassen?
waer' ihnen sehr verbunden!

Martin Blechbichl
 
16
16.1.2010, 10:31
Arme Schweine

die schlachtung ist jetzt sicher unangenehmer als ein sedierter kältetod. Macht nix, die tierschützer fühlen sich dabei besser. Und darum gehts ja.

eze eze
 
00

Diese Schweine (jene die von den Lawinenexperimenten verschont blieben) leben und werden, so die Zusagen halten, nicht geschlachtet. Geschlachtet hätten sie nur werden sollen, weil einige Lawinenversuchs-VerfechterInnen aus Protest auf "und jetzt justament" schalteten.

Lorelei Sonnenschein
01
18.1.2010, 14:21
@Martin Blechbichl

...Schlachtung...das stimmt allerdings...wenn man grausig und widerlich mit noch grausiger und widerlicher vergleichen will...ist unter Narkose erfrieren, sicher "besser" als zuvor eingesperrt zu sein, in der eigenen Ka**e leben zu müssen, vielleicht noch quer durch Europa geschippert zu werden, um anschl. einen Bolzen ins Gehirn verpasst zu bekommen!

donaldsneffe
02
16.1.2010, 08:10
Ich hoffe...

die Uni gibt nicht auf und die Forscher können die Versuche irgendwo hinter verschlossenen Türen durchführen.
Es ist wohl absolut lächerlich, dass in Ö wirklich ernsthafte und womöglich für die Rettung von Menschenleben wichtige Erkenntnisse bringende Versuche schon allein durch Drohnungen von fanat. Tierschützern gestoppt werden.
Ein narkotisiertes Schwein erfriert - wow, wie schlimm. Ist der Schlachtschussapparat die bessere Art des Sterbens?
Noch lächerlicher ist allerdings d. Hinweis, dass d. Versuche doch d. Computersimulationen ersetzt werden könnten.
Bitte denken - und sonst, liebe Tierschutzfanaten, rottet Euch am best. vorm Kleiderbauer in der Mariahilferstr. zusammen - da müsst Ihr Euch wenigst. von den Passanten Contra anhören.

Birgit Fath-Jakusch
00
19.3.2010, 17:48
Sie haben übersehen,

dass diese Schweine wegen der Narkotika danach nicht zum Verzeher freigegeben werden können (das hoffe ich wenigstens!).
Wegen des wissenschaftlich äußerst zweifelhaften Wertes der ganzen Sache sterben sie also umsonst und das ist ethisch nicht korrekt!
Nutztierhaltung hat nichts mit Tierversuchen zu tun!

Aber vielleicht sollten sich die Schifahrer für lawinengefährdete Gegenden am Besten gleich ihr eigenes Narkosemittel besorgen, denn die Schweine lassen verlauten, dass man nachher leichter lebend geborgen werden kann, wenn man vorher narkotisiert war. -Oder hab ich da was falsch verstanden?

Bis zum Hirnstamm und nicht weiter
00
16.1.2010, 07:26

konsequenterweise sollte man auch gleich verbieten, dass chirurgische eingriffe an schweinen geuebt werden.

Cpt Caveman
11
15.1.2010, 20:45
"Aktionen" seien geplant.

Und ab in die Untersuchungshaft.

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