Zu wenig Fertigstellungen

Nachfragerückstau beim Wohnbau

14. Jänner 2010, 18:01

ÖVI: 2009 zwischen 10.000 und 19.000 Wohnungen zu wenig projektiert - Österreichs Immo-Markt aber stabil

Der österreichische Immobilienmarkt erweise sich trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen als weitgehend stabil. Die Nachfrage nach guten Immobilien sei vor allem in guten Lagen ungebrochen, auch kleinere Wohnungen werden derzeit zudem vermehrt als Investment-Alternative betrachtet, hieß es am Donnerstag von Seiten des Österreichischen Verbands der Immobilientreuhänder (ÖVI).

Sorgen bereitet den Experten aber der sich in die falsche Richtung, nämlich stark rückläufig, entwickelnde Wohnungsneubau. Die Baubewilligungen sanken im Vorjahr gleich um zehn Prozent auf 36.000 Einheiten. Der prognostizierte mittelfristige Wohnungsbedarf in Österreich liege aber Studien zufolge zwischen 46.000 und 55.000 Wohnungen jährlich. Damit gibt es eine Nachfragelücke zwischen 10.000 und 19.000 Wohnungen. "Es wird zu einem Nachfragerückstau kommen", so ÖVI-Bauträgersprecher Klaus Wolfinger.

Großes Potenzial bei Sanierungen

Der gewerbliche Mehrgeschoßwohnbau sei vom Produktionsrückgang besonders betroffen, weil Schwierigkeiten bei der Finanzierung die Umsetzung der Projekte erschwerten, so Wolfinger. Großes Potenzial gebe es aber in der Sanierung von Wohnungen und Gebäuden, vor allem im Bereich der thermischen Sanierung. Er verwies auf Zahlen der Wirtschaftskammer, wonach rund 40 Prozent der Gründerzeithäuser sanierungsbedürftig seien, jedes zehnte würde sogar eine Generalsanierung benötigen.

Der ÖVI-Vorstand wiederholte auf einer Pressekonferenz am Donnerstag deshalb einmal mehr seine Forderung nach Schaffung von Anreizen für mehr Sanierungen. "Die Sanierungsrate dümpelt nach wie vor bei einem Prozent herum", beklagte Wolfinger. Konkret sollte etwa die Bundesförderung für die thermische Sanierung, die im Vorjahr innerhalb von zehn Wochen aufgebraucht war, endlich verlängert werden.

Bezüglich des von der Wiener SPÖ angestrebten neuen Hausbesorgergesetzes zeigten sich die ÖVI-Vorstände sehr skeptisch. Das derzeit angedachte Modell sei arbeitsrechtlich nicht umsetzbar. Man finde heute auch kaum noch jemanden, der bereit ist, an jedem Wochentag und von früh bis spät bei Bedarf Schnee zu schaufeln, so ÖVI-Geschäftsführer Anton Holzapfel. Schneeräumen und Putzdienstleistungen seien von externen Unternehmen besser zu erbringen als von einem Hausbesorger, im Übrigen sei es auch jetzt schon möglich, Hausbesorger anzustellen. "Interessant" nannte ÖVI-Präsident Udo Weinberger jedenfalls die Tatsache, "dass die Gewerkschaft ein Hausbesorgergesetz fordert, mit dem das Arbeitszeitgesetz ausgehebelt werden soll".

Kampf gegen Altmietverträge

Ein Problem hat man beim ÖVI nach wie vor mit kostengünstigen Altmietverträgen, die vor der Mietrechtsreform 1994 geschlossen wurden. In Wien seien 42 Prozent aller aufrechten Mietverhältnisse im Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes vor dem Jahr 1994 geschlossen worden, womit diese noch in das Kategoriemieten-System fallen, so Weinberger. Das Mietzinsniveau dieser Verträge liege deutlich unter drei Euro pro Quadratmeter. Bei Neumietverträgen koste der Quadratmeter aber durchschnittlich 4,89 Euro. Bei Genossenschaftswohnungen zahle man derzeit in Wien im Durchschnitt 4,07 Euro.

Der ÖVI fordert, dass künftig bei Eintritt in einen solchen Altmietvertrag - etwa durch Ehepartner oder Erben - zumindest eine Neueinstufung der Miete auf dem Niveau des entsprechenden Richtwertes (samt Zu- und Abschlägen) möglich sein soll. Bei so niedrigen Mieten gebe es nämlich kaum Raum für Modernisierungsmaßnahmen, so Weinberger.

Maklerprovisionen umstritten

In Sachen Maklerprovisionen - die Koalition plant im Regierungsübereinkommen bekanntlich, diese auf maximal zwei Bruttomonatsmieten zu deckeln - hofft man beim ÖVI auf ein "Einsehen" des Gesetzgebers, sagte Geschäftsführer Holzapfel. "Eine einseitige Kürzung ist einfach nicht möglich", und die Idee, dass doch der Vermieter auch eine Provision zahlen solle, "geht ins Leere. Vermieter dürfen eine Maklerprovision weder in den Richtwertmietzins einkalkulieren, noch in der Hauptmietzinsreserve weiterverrechnen", assistierte ÖVI-Maklersprecher Andreas Wollein.

ÖVI-Vizepräsidentin Margret Funk, bis vor kurzem auch Präsidentin des europäischen Maklerverbandes CEI, berichtete schließlich über den Stand des Normierungsverfahrens für Immobilienmakler auf EU-Ebene. Dieses sei nun abgeschlossen, der Text werde demnächst veröffentlicht. "Damit werden vor allem in Mitgliedsländern, die bisher keine Qualitätskriterien haben, welche eingeführt", so Funk. Auf Österreich habe dies vorerst aber keine Auswirkungen, weil der Qualitätsstandard hierzulande bereits ein sehr hoher sei, der als Vorbild für eine Reihe von geplanten EU-weiten Regelungen gedient habe. (map, derStandard.at, 14.1.2010)

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ÖVI

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RonConSoda
00
20.1.2010, 11:08


wir haben 40.000m² zuviel bürofläche. eine kleine umwidmung und gut is.

Kohlhaas1
00
20.1.2010, 12:50
Wohnaum kann schwerlich so teuer vermietet werden wie Büroflächen.

Und die Gesellschaften wurden ja wegen der zu erwartenden hohen Büromieten kreditiert.
Also wird man die Sicherheit wohl nicht verringern.

RonConSoda
00
20.1.2010, 13:05


ich weiß. dann bekommen die geldgeber halt weniger rendite. mir is es egal.

Kohlhaas1
00
20.1.2010, 13:11
Die bekommen nicht weniger Rendite, die gehen schlicht ein !

Die BAnken würde bei einem Forecasting das verringerte mögliche Einnahmen meldet sofort auf eine Anhebung der Sicherheiten pochen.
Und keine der Gesellschaften hat das Geld für so eine Anpassung. Man hat ja viel zu knapp kalkuliert.
Ausserdem kostet so eine Umwidmung, wenn überhaupt möglich, einen Haufen Geld, den der Investor ja nicht mehr hat.
Die BAnken geben nix, soviel steht fest. Also besser Leerstand, das kostet weniger und man schiebt die unangenehmen Fragen der Bank und wenigstens ein Jahr hinaus.

RonConSoda
00
20.1.2010, 13:38


tja, ebenfalls kein mitleid. haben die investoren mit uns ja auch nicht.

Kohlhaas1
01
20.1.2010, 14:27
Mitleid wäre da sowieso fehl am Platz.

Auch Unterstützung ist der falsche Weg.
Wer sich ordentlich verbrennt macht sowas nicht mehr.
Wenn man aber ständig hilft, dann tut die Verbrennung nicht weh und andere können aus den Folgen für die Versager nicht lernen !

RonConSoda
00
21.1.2010, 07:48


weil die wirklich verantwortlichen nicht zur rechenschaft gezogen werden

Kohlhaas1
00
21.1.2010, 11:06
Nein, nicht Rechenschaft ! Eingehen lassen und die Investoren bzw. Andere die verloren haben holen sich das in von ihnen selbst angestrengten Verfahren ihr Recht.

Auch wenn es dabei dann kein Geld gibt.
Der Staat muß hier nur für die Gerichtbarkeit sorgen.

RonConSoda
00
21.1.2010, 21:30


für gerichtsbarkeit ist heute schon gesorgt aber nicht dafür, daß ein bewußtsein dafür überhaupt vorliegt.

sehen sie doch bei meinl und seinen fonds.

Sagan
 
01
18.1.2010, 10:36
Maklertätigkeit

Ich vermiete seit Jahren meine Wiener ET-Wohnung, ohne die Hilfe eines Maklers in Anspruch zu nehmen und habe damit gute Erfahrungen gemacht. Es ist zwar für mich ein Aufwand an Zeit und Arbeit, die Wohnung, die ich im Standard Online inseriere, den potentiellen Mietern zu zeigen, jedoch kann ich mir dadurch sofort ein Bild von meinem neuen Mieter machen und selbst entscheiden, an wen ich die Wohnung vergebe. Es haben sich bisher jedes Mal, wenn die Wohnung zur Neuvermietung ansteht, eine Vielzahl an Interessenten gemeldet.
Hinzu kommt auch, dass mein neuer Mieter sich eine Menge Geld für die Maklerprovision spart und dankbar dafür ist. Das ist auch eine gute Ausgangsposition für ein gutes und vertrauensvolles Vermieter-Mieter-Verhältnis.

julianpeter
11
18.1.2010, 02:03
Wahnsinn

"Auf Österreich habe dies vorerst aber keine Auswirkungen, weil der Qualitätsstandard hierzulande bereits ein sehr hoher sei..."

Da musste ich kurz lachen, diese Lobbyisten schrecken vor keiner noch so dreisten Lüge zurück. Österreich hat nachweislich extrem hohe Maklerkosten gepaart mit dem mieserabelsten Service den man sich vorstellen kann. Wenn österreichische Immobilienmakler Chiurgen wären würden wahrscheinlich 80% der Patienten sterben!

Meine Meinung ist das der Vermieter/Verkäufer die Kosten des Maklers (den er ja auch auswählt!) übernehmen muss, dass wäre wohl die einzig gerechte Lösung.

Kohlhaas1
00
20.1.2010, 12:54
Das sind dann Kosten, die entweder auf die Miete aufgeschlagen werden dürfen oder man zahlt dann geringere Steuer durch Abschreibung.

Also werden Maklerkosten in jedem Fall sozialisiert.
Lediglich der bürokratische Aufwand würde sich beim Umlegen auf den Vermieter erhöhen.
Im Übrigen zahlt der Vermieter in der Regel ebenfalls Vermittlungsprovision und im Normalfall in derselben Höhe wie der Mieter.

RonConSoda
00
20.1.2010, 12:10


ja das wäre die lösung und wissen sie wer die kosten im endeffekt übernehmen wird? ein schelm wer böses denkt

hans wurst
 
12
15.1.2010, 16:25
Maklerprovisionen für den Mieter sind eigentlich pervers

Immerhin hat dieser den Makler ja nicht beauftragt. In Canada ist das genau umgekehrt, der Vermieter zahlt, der Mieter nicht. Das schafft Anreize für Vermieter, die Wohnung selbst zu inserieren, was bei Zeiten des Internet vielleicht eine halbe Stunde für 3-4 Portale benötigt. Und die Maklerparasiten werden auch weniger.

celestine
10
16.1.2010, 09:27

es kommt ja noch viel besser:

in österreich bekommt der makler in vielen fällen von beiden seiten!:=) das ist eine feine sache, wenn man, wie ich, makler ist:=)) also reg dich nicht auf, dort wo ein markt, da auch ein geschäft. ich würde dir vorschlagen, dass du mal den job den eines maklers 6 monate machst, danach möchte ich sehen, ob du deine sichtweise änderst.

hans wurst
 
02
16.1.2010, 12:35

Bei meiner Eigentumswohnung hab ich die Maklerin auch genervt mit Forderungen, Verhandlungswünschen, etlichen Fragen etc. Die hat wirklich was getan für mich. Allerdings auch hier: ich hab sie eigentlich nicht beauftragt (als Käufer).

Bei Mietern gibt es tatsächlich schwarze Schafe: der Vermieter zahlt nix, ist zu faul um selbst zu inserieren, der Makler erhält 3 Monatsmieten für 2-3 mal Tür aufsperren und Bilder in diverse Portale hochladen. DAS ist es definitiv nicht wert.

Kohlhaas1
00
20.1.2010, 13:00
Wie soll anderseits ein Mietinteressent erfahren wo es welche Wohnung gibt ?

Wenn sich der Vermieter nicht die Arbeit machen will, muß der eben jemanden beauftragen das für ihn zu tun. Und der Mietinteressent erfährt so wo es überhaupt was zu mieten gibt.
Ich bin zwar kein Makler, aber wenn so einer bemüht ist, dann ist er sein Geld schon wert.
Leider gibt es viel zu viele die keine Profis sind und deren Wirken tatsächlich aus 2-3 Mal aufsperren mit Massenbesichtigungen und schlechter Prüfung der Mietinteressenten besteht.
Ich hatte mal den Fall wo eine Maklerin mir nur die Interessenten schicken wollte und ich die Begehungen hätte machen sollen. Dafür wollte die Geld haben!
Fazit für eine ordentliche Vermietung brauchst du entweder eine Eigenleistung oder einen Profi. Beides kostet Geld. Zahlbar durch den Mieter.

hans wurst
 
00
20.1.2010, 21:28
"Wie soll anderseits ein Mietinteressent erfahren wo es welche Wohnung gibt ?"

Was ist das denn für eine Frage? Sie sitzen doch grade davor: im Internet!

Die Makler inserieren alle in den Wohnbörsen wo auch der Vermieter kostenlos inserieren könnte: wohnnet, jobwohnen, findmyhome etc.

Nocheinmal: der Vermieter beauftragt den Makler, aber der Mieter darf zahlen. Das ist derart unlogisch, und auch unfair, dass es zum Himmel schreit!
Logisch wäre: ist der Vermieter zu faul, soll er einen Makler beauftragen und diesen auch zahlen. Wie kommt der Mieter dazu?

Früher hat es noch was gegolten, da gab's Adressbüros wo sie gegen Geld überhaupt 3-4 Adressen erhielten. Zu sehen bei einer Mundl-Folge. Aber heute!

Kohlhaas1
00
20.1.2010, 23:16
Die Frage war ganz gut. Sie sollten den ganzen Eintrag lesen und sich die Zeilen merken.

Die Rede war von einem Eigentümer dem das zuviel Arbeit ist und der deswegen die Dienstleistung in Anspruch nimmt. Der Vermieter zahlt das ja auch AAAABER .... das kommt eben dann in die Miete rein.
Und wenn die Miete geregelt ist dann wird das eben über die Abschreibung sozialisiert.

Noch Fragen ?

hans wurst
 
00
21.1.2010, 08:56

Sie habens immer noch nicht verstanden: in Österreich zahlt der Mieter 3 Monatsmieten Provision an den Makler direkt!! Nicht über die Miete.
Obwohl er niemanden beauftragt hat.
Ob die Miete angemessen ist oder nicht, darüber muss man sich sowieso einig sein.

Kohlhaas1
00
21.1.2010, 11:01
Und was glauben Sie wer diese Provisionen zahlt, wenn der Vermieter zuerst dafür aufkommt ?

Sobald der Vermieter nicht nur seinen eigenen Provisionsteil zahlen muß sondern auch noch den für den Mieter, legt er den Teil in die Miete !
Das verschiebt das Problem nur .

hans wurst
 
00
22.1.2010, 10:24

Sie verstehen es nicht: es gibt bei Mietwohnungen keinen "Vermieteranteil" an der Provision. Zahlen tut ALLES der Mieter. Daher gibts fast nur mehr Makler-Mietwohnungen in Wien.

Wenn der Vermieter das zahlen müsste und er so superschlau ist und das dann über die Miete wieder reinholen will, würde sich das sowieso über Angebot und Nachfrage von Mietwohnungen regeln.

skipper2002
01
15.1.2010, 15:55
meine wohnung wird frei

ich zieh nach thailand.

Soft Werker
01
15.1.2010, 20:18
Möcht' ich an sich auch, aber...

...das "retirement visa" (Pensions-Visum) gibt's erst ab 50 (und ich bin erst Mitte 40) und Thailand erschwert mehr und mehr den Langzeitaufenthalt von Unter-50-jährigen. Oder man sucht sich eine Arbeit und bekommt dann (hoffentlich, nicht garantiert!) ein Arbeitsvisum, aber die Gehälter sind natürlich auf Asien-Niveau (d.h. auch für qualifizierte Arbeit maximal 700, 800, 900 Euro pro Monat, brutto).

RonConSoda
00
20.1.2010, 12:13


zur frühpension ein schöner nebenverdienst

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