"Sicheres Wohnen"

Pilotprojekt mit Vandalenakt

Martin Putschögl, 13. Jänner 2010, 17:31
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    foto: rk/votava

    Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal und GEWOG-Geschäftsführer Karl Wurm (v.l.) stellten die zahlreichen sicherheitstechnischen Maßnahmen des Pilotprojekts "Sicher Wohnen" vor.

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    foto: gewog

    Die Wohnanlage in der Zwölfergasse (Bild: Visualisierung) wurde im Dezember fertig gestellt. Gegenüber (im Bild ganz rechts) entstehen weitere Wohnbauten mit 265 Wohnungen sowie ein Studentenheim.

Eine neue Wohnanlage in Wien wurde so konzipiert, dass Vandalen und Einbrechern ihr Handwerk möglichst erschwert wird

In der Zwölfergasse in Rudolfsheim-Fünfhaus (15. Bezirk), in unmittelbarer Nähe des Wiener Westbahnhofs, hat die Gewog kürzlich ein Wohnhaus fertig gestellt. Die Besonderheit: Schon in die Planung des Objekts mit 36 geförderten Wohnungen wurde der Kriminalpolizeiliche Beratungsdienst eingebunden, denn erklärtes Ziel war es, ein Pilotprojekt für "Sicheres Wohnen" zu schaffen. "Obwohl Wien weltweit zu den sichersten Metropolen zählt, gibt es aber auch in unserer Stadt Einbrüche und Vandalismusakte", betonte Vizebürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bei der Präsentation des Gebäudes Mittwochfrüh.

Vandalenakt am Anti-Vandalen-Haus

Einen solchen Akt des Vandalismus konnte Ludwig praktischer-, aber leider auch unfreiwilligerweise gleich anhand der neuen Wohnanlage demonstrieren: Unbekannte Täter hatten die Fassade in der Nacht auf Mittwoch mit zahlreichen Sprüchen wie "Leerstandsnutzung statt Aufwertung" oder "Hausprojekt her!" besprayt. Von Mitarbeitern des Bauträgers Gewog wurde umgehend deren Entfernung veranlasst.

Als "vandalensicher" pries Gewog-Geschäftsführer Karl Wurm später jedenfalls die Gegensprechanlage sowie die Postkästen des Wohnbaus. Letztere sind sogenannte "Durchlade"-Briefkästen und direkt neben dem Hauseingang montiert, "hausfremde Personen" wie Briefträger oder andere Postzusteller müssen deshalb das Haus im Normalfall nicht mehr betreten.

Antipanikschlösser

Weitere Sicherheitsmaßnahmen: Es gibt keine Wohnungen im Erdgeschoß, stattdessen befindet sich dort neben diversen Gemeinschaftsräumen wie Waschküche und Kinderwagenraum etwa eine Garage mit sechs Stellplätzen, die speziell für Frauen reserviert sind (zwölf weitere Stellplätze gibt es im Untergeschoß). Lampen mit Bewegungsmeldern leuchten Eingänge und Einfahrtsbereiche aus, die Stiegenhäuser sind tagsüber natürlich belichtet und sehr hell.

An Haus- und Garagenzugängen wurden selbstverriegelnde Antipanikschlösser (d.h., die Tür verriegelt selbsttätig, sobald sie sich schließt) montiert, im ganzen Haus wurden uneinsichtige Nischen und Ecken nach Möglichkeit vermieden.

Türen der Widerstandsklasse 3

Weil aber optimaler Einbruchsschutz in allgemein zugänglichen Räumen - Stichwort Fluchtwege - ohnehin nicht gewährleistet werden könne, beginne die eigentliche Eigentumssicherheit vor der Wohnungstür, so Ludwig. Chefinspektor August Baumühlner erklärte, dass Einbrüche in Wohnungen " vermehrt von professionellen Tätern vorgenommen werden, die auch massives Einbruchswerkzeug bei sich führen". Wohnungstüren der Widerstandsklasse 3 mit verstärkten Sicherheitszargen sollen deshalb den neuen Mietern in der Zwölfergasse, die ihre Wohnungen Ende Dezember bezogen, bestmöglichen Schutz bieten. Diese Türen werden von der Stadt Wien auch beim nachträglichen Einbau noch bis Jahresende gefördert, wies der Wohnbaustadtrat nebenbei auf eine laufende Aktion seines Ressorts hin.

Die beste Gewährleistung für sicheres Wohnen sei aber ohnehin eine gut funktionierende Hausgemeinschaft, betonte Ludwig. Die Gewog wird deshalb in der Zwölfergasse Anfang Februar ein Fest für die Hausbewohner veranstalten, um ein gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen.

Wiener ÖVP kritisiert "Babyschritte"

Die Errichtung der Wohnanlage kostete 4,3 Millionen Euro. Die Stadt Wien förderte den Bau mit 2,1 Millionen Euro.

Lob für die Gewog, aber scharfe Kritik an Ludwig gab es am Mittwoch von der Wiener Volkspartei: Der Wohnbaustadtrat schmücke sich "mit fremden Federn", denn das Pilotprojekt trage die Handschrift des Bauträgers. VP-Wohnbausprecher Norbert Walter forderte eine Angleichung der Wiener Förderkriterien an jene Niederösterreichs, denn Wien gehe bisher nur "Babyschritte" bei der Sicherheitsförderung im Wohnbau. "Dem Wiener Wohnbaustadtrat würde ein Blick nach Niederösterreich genügen, wo auch Sicherheitsfenster, aber auch Alarmanlagen gefördert werden und die Förderung für den Einbau von Sicherheitstüren deutlich höher ist", so Walter in einer Aussendung. (Martin Putschögl, derStandard.at, 13.1.2010)

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10 Postings
D'Fjudscha war früher abesser.......
01
"vandalensicher"

...das haus ist absolut vandalensicher deswegen steht momentan auch quer über das ganze haus geschrieben "saubere wände sind höher mieten"

Mycroft Holmes
00
10.6.2010, 22:13
"im ganzen Haus wurden uneinsichtige Nischen ... vermieden"

Das ist aber super, wenns dort nur verständige Ecken gibt. Ich mag die in meinem Haus gar nicht, denen muss man alles immer 5x erklären, und dann sehen sie's immer noch nicht ein.

gawi
 
32
14.1.2010, 14:00

Diese aufgesprühten Sprüche...ist im 15. nicht auch die Pankahytten?

rorschach
01
20.1.2010, 18:39
und? die haben ja eine hütte?

sie werden es nicht glauben aber es gibt in dieser stadt auch noch andere menschen die eine spraydose bedienen können ...

Meryl
10
14.1.2010, 09:19

Wenn man schon so viele Sicherheitsvorkehrungen trifft, warum dann nicht auch gleich Kameras im Außenbereich, dann könnte man das Risiko des Vandalismus auch noch reduzieren, bzw. diese sch... Sprayer mal zur Rechenschaft ziehen!

1010001010001010010
03
19.2.2010, 20:41

nein, noch besser: spraydosen verbieten und in der schule nicht mehr das alphabet unterrichten.

rorschach
01
20.1.2010, 18:37
kameras im außenbereich?

wenn sie damit öffentlich grund filmen ist es nicht erlaubt - sie können natürlich ihre eigene hauswand filmen und dann daraus eine Videoreihe: "Graffiti Lernkurs 1-20" machen ...

burkhard l
24
14.1.2010, 12:54

da bräuchte man nur mal ins vereinslokal ein haus weiter zu gehen i:da "idee direkte aktion" in der zwölfergasse.
diese krakeligen sprayereien sind wirklich bloßer vandalismus.
dummköpfe, so macht man sich beliebt in der nachbarschaft. aber man braucht halt klassenfeinde um revolutionär zu sein.

Eustreptospondylus
12
25.1.2010, 10:34

Wieso? Das ist doch "Kunst"...

rorschach
01
20.1.2010, 18:35
na genau weil wie überall ist es natürlich so

das leute die einen verein im nachbarhaus betreiben natürlich sofort zum haus gegenüber laufen um das von oben bis unten anzusprayen - ist ja logisch!

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