Bluttests

Neue Grippe: Eruierung der Infizierten-Zahl durch Tests

13. Jänner 2010, 12:22

Wegen oft unauffälliger Symptome weiß niemand, wie groß der Anteil der Infizierten bisher war

London/Paris/Hanoi - In Österreich dürften in den vergangenen Monaten um die 300.000 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt sein. Doch wie groß die Verbreitung der ersten A(H1N1)-Pandemiewelle war, weiß weltweit niemand. Jetzt wollen Staaten wie Großbritannien, Frankreich oder Vietnam durch Bluttests auf A(H1N1)-Antikörper in der Allgemeinbevölkerung bzw. in bestimmten Bevölkerungsgruppen genauer feststellen, wie groß die erste Erkrankungswelle war.

"Ich bin irgendwie erschüttert, dass wir nicht einmal eine Idee davon haben, wie stark die Infektionsraten waren. Epidemiologen wissen nicht, ob fünf, zehn oder 20 Prozent angesteckt wurden", erklärte vor kurzem der Virologe Xavier de Lamballerie von der Universität in Marseille gegenüber "Nature". Dabei wären genau diese Daten wichtig: A(H1N1) wird nämlich - das weiß man aus Erfahrungen mit anderen Influenza-Pandemien - wahrscheinlich in mehreren Wellen rund um den Erdball kreisen. Und da könnte man auf der Basis von genauen bisherigen Infektionsdaten das Ausmaß zukünftiger Belastungen für Gesundheitswesen, Gesellschaft und Wirtschaft genauer vorhersagen.

Milder Verlauf

Nur bräuchte man dazu die Informationen über den bisherigen Verbreitungsgrad, die Verteilung der Schwere der Erkrankungen und genau auch über die Mortalität. Weil A(H1N1)-Infektionen in den meisten Fällen mild und teilweise sogar ohne Symptome verlaufen, sind Krankenstands- oder Patientenstatistiken bei Ärzten wahrscheinlich nur wenig aussagekräftig.

Ein Gutteil der Sterblichkeit infolge von Influenza-Infektionen wird in meisten Ländern traditionsgemäß nicht der Infektion, sondern Begleitkomplikationen wie Herz-Kreislauf-Versagen, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und andere Leiden. Damit fällt die Influenza als Todesursache oft einfach "unter den Tisch".

Blutproben-Tests auf A(H1N1)

In Großbritannien wurde deshalb vom Medical Research Council und vom Wellcome Trust ein Projekt aus der Taufe gehoben: Statt wie normalerweise jährlich 650 bis 850 Personen zu beobachten sollen es jetzt rund 10.000 sein. Eine Gruppe von 2.500 Menschen sollen auf Antikörper im Blut gegen A(H1N1) untersucht werden. Ein zweites britisches Projekt besteht darin, dass man Blutproben von 1.403 Spitalspatienten vor dem Ankommen der Pandemie in Großbritannien mit jenen von 1.954 Hospitalisierten nach Auftauchen der Influenza vergleicht. In Frankreich und Vietnam sollen routinemäßig gesammelte Blutproben nun auch nachträglich auf A(H1N1)-Antikörper untersucht werden.

Unklar ist, warum man nicht derartige Untersuchungen von allem Anfang der ersten A(H1N1)-Krankheitswelle an durchführte. Die Wiener Virologin Therese Popow-Kraupp erklärte vor Jahreswechsel: "Es ist wie eine etwas schwerer verlaufende Influenza (nach Erkrankungszahlen, Anm.) mit saisonalen Stämmen." In Österreich sei aber derzeit keine serologische Studie geplant. (APA/red)

Kommentar posten
19 Postings
Oisa i find des (ned) supa
02
22.1.2010, 12:27
Stell dir vor,

es ist Pandemie und keiner wird krank.

technocracy
01
14.1.2010, 06:05
man kann menschen auch beim blutabnehmen

infizieren wenns mit dem impfen nicht klappt.

helicopter.pylori
01
13.1.2010, 18:24
http://polskaweb.eu/illegale-... 52562.html

Sind die Tests wirklich nützlich ?

Godesberg
20
13.1.2010, 20:55

Ein Tip: berufen Sie sich besser nicht auf polskaweb...

chepre
03
13.1.2010, 18:17
reine Panikmache

jedes Jahr sterben in Österreich und Deutschland einige tausende Menschen an Grippe. Daher würde ich für nächstes Jahr vorschlagen:(wenn es dann nicht zB die Pferdegrippe gibt die sich zur Panikmache eignet)
- einen Seuchenteppich vor jede Haustüre!!!

contains sugar
00
13.1.2010, 22:52

selbst in deutschland und österreich zusammen sind es nur hunderte pro jahr. (und da sind die "grippetoten" ohne virennachweis schon mitgezählt)
die grippepanik betrifft also auch die jährliche grippe und nicht nur schweine-, vogel- und sonstige grippesonderformen.

ansonsten kann ich deinen zynismus gut nachvollziehen! (zum glück erlebe ich echte "panik" immer nur in den medien und selten im echten leben.)

helicopter.pylori
00
13.1.2010, 18:56
kiwi100
01
13.1.2010, 13:38
In Österreich sei aber derzeit keine serologische Studie geplant

Um die Letalitätsrate (case fatality ratio (CFR)) zu berechnen bräuchten wir solche Daten, denn CFR = Influenzatote (Zähler) : An Influenza Erkrankte (Nenner). Dann ist hoffentlich Schluss mit den Horrorszenarien, dass 1% der Erkrankten (1:100) versterben (Österr. Influenza"exeperten"), oder 0,1% (WHO). Seriöse Angaben gehen derzeit von 0,005% und darunter aus, d.h. 1 Sterbefall auf 20.000 Erkrankte.
Eine Influenzapandemie ist nicht harmlos, aber auch kein Grund für Weltuntergangszenarios ala Kunze, Hrabcik und Co.

helicopter.pylori
01
13.1.2010, 19:01
und ICFR? (Impf-case fatality ratio)

Godesberg
31
13.1.2010, 16:57

Bislang sind in dieser Saison mehr Menschen an der
H1N1-Influenza gestorben als sonst bis zu diesem Zeitpunkt. mindestens 22 in Österreich, mindestens 160 in Deutschland.

Es bleibt abzuwarten ob es eine weitere Welle gibt. Die Welle im Februar/März fordert in anderen Jahren die Todesopfer.

Pro Freistaat Kärnten!
 
00
20.4.2010, 15:26
in österreich sind es jährlich

3000-4000 grippetote.

und dieses jahr sind es nicht mehr.

Mahatma Mahatmaned
01
14.1.2010, 01:13

Osterhaus ist Schweinegrippe.

Osterhaus-Skandal ist Schweinegrippe-Skandal

Sogenet
00
13.1.2010, 12:28
5, 10 oder 20% ???

Ich schätze - auf Grund meiner Erfahrungen in meinem Umwelt - mit maximal 2%, wie bei jeder anderen saisonalen Grippe auch.

contains sugar
01
13.1.2010, 22:54

medienmeinung vs. realität.
ich kenne keinen einzigen, der H1N1 hatte und ich habe beruflich mit sehr vielen menschen zu tun. da frag ich mich schon, was es mit den zahlen da auf sich hat.

Godesberg
10
14.1.2010, 09:41

In der Schule einer Freundin haben im November bis zu 50% einer Klasse gefehlt, am Spitzentag ca. 200 von 800 Schülern und etwa 10% der Lehrer.

Werner Auer
 
00
26.1.2010, 11:18
Wozu eigentlich noch die Schweinegrippeimpfung?

Eine natürliche Verbreitung eines Grippevirus und das Durchstehen der Erkrankung bedeutet doch, dass eine erfolgreiche Immunisierung (in der Regel zeitlebens) breiter Bevölkerung kostenlos, wirkungsvoll erfolgte. Wozu eigentlich noch diese Impfungen?
Wie zu Lesen ist: Der Europarat prüft bereits Einfluß der Pharmalobby und der WHO auf die Pandemiewarnung. In Italien erfolgte ebenfalls eine Überprüfung der Vorgänge. Nach der "neuen Pandemie -Regel kann bereits, nur nach der Ausbreitungsgeschwindigkeit, eine Pandemie ausgerufen werden und nicht mehr nach deren Gefährlichkeit.
Also könnte jetzt bei jeder saisonalen Schnupfeninvasion Pandemie ausgerufen werden!?
In D fordern jetzt Krankenkasse 8,-€/Versicherten/Monat dank Schwei..-Impfungen

kh g
10
13.1.2010, 19:30
Sie rechnen IHRE ...

... ganz persönliche Umgebung auf ganz Österreich hoch?

Das sollten Sie sich patentieren lassen, Mann. Sie werden reich.

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