Vermögensverteilung

Viel Marie für wenige Menschen

12. Jänner 2010 20:52
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    Foto: urban

    Vorbild DKT: Vermögen anhäufen, ohne dass die Steuern allzu viel wegfressen.

Fünf Milliarden in den Händen von zehn Leuten: Eine kleine Oberschicht besitzt den Löwenanteil an Unternehmen

Wien - Es ist ein winziger Kreis mit einem riesigen Vermögen: Zehn Personen besitzen in Österreich Unternehmensbeteiligungen in der Höhe von insgesamt fünf Milliarden Euro. Das ist ein Viertel des Werts aller Firmen, die als GmbH organisiert sind.

Diese Zahlen stammen aus einer brandneuen Studie der Österreichischen Nationalbank. Immer wieder nimmt das Institut die Vermögensverteilung unter die Lupe - und liefert damit Unterfutter für eine schwelende politische Debatte. Der Streit um höhere Steuern auf Vermögen dreht sich vor allem um die Frage, wer diese denn bezahlen müsste. Bluten werde die breite Masse, behaupten die Gegner. Kanzler Werner Faymann sagte unlängst im Standard-Interview: "Der Mittelschicht drohe ich nicht mit neuen Steuern."

Konzentriertes Vermögen

Die Daten der Nationalbank - sie stammen aus dem Jahr 2005 - stützen diese These nicht. Studien hatten sich bereits Aktien, Immobilien und Geldvermögen gewidmet, nun nahmen sich die Forscher Michael Andreasch, Pirmin Fessler und Martin Schürz Unternehmensbeteiligungen an GmbHs an. Kernergebnis der Untersuchung, bei der das Nominalkapital und - so vorhanden - die Rücklagen analysiert wurden:Das Beteiligungsvermögen ist noch viel stärker auf eine kleine Oberschicht konzentriert als in den anderen Bereichen.

Lediglich 64 Prozent aller Unternehmen in Österreich sind GmbHs, doch diese vereinen 90 Prozent des gesamten Eigenkapitals (Banken und andere Finanzinstitute ausgenommen). Beteiligungen daran halten nur drei Prozent der privaten Haushalte. Der Gesamtwert dieses Vermögens beträgt 18,6 Milliarden Euro.

Innerhalb dieser exklusiven Gruppe ist der Besitz noch einmal äußerst ungleich verteilt. Die obersten zehn Prozent nennen mit 17,1 Milliarden Euro 92 Prozent des Gesamtvermögens ihr Eigen. Das Top-Tausendstel kommt immer noch auf 39 Prozent, das reichste Zehntausendstel auf ein Viertel. Macht bei rund 100.000 Anteilseignern fünf Milliarden in den Händen von zehn Leuten.

Im Durchschnitt sind die Beteiligungen einer Person 176.000 Euro wert, doch 60 Prozent besitzen weniger als 10.000 Euro. Ein Fünftel verfügt hingegen über ein Eigentum von über 100.000 Euro, rund fünf Prozent halten Anteile mit einem Wert von mehr als einer halben Million. Zum Vergleich: Die Gewerkschaft der Privatangestellten, die ein ausgeklügeltes Modell für allgemeine Vermögenssteuern vorgestellt hat, würde den Fiskus erst ab einem Vermögen von 500.000 Euro zuschlagen lassen. Die radikaleren Grünen räumen eine Freigrenze von 100.000 Euro ein, die immer noch mehr als die Hälfte der Unternehmensbesitzer aus der Pflicht entließe - sofern sie keine sonstigen Werte haben.

Auch zum Vermögen der umstrittenen, weil steuerlich begünstigten Privatstiftungen liefert die Nationalbank Daten: Im Durchschnitt hält eine derartige Einrichtung GmbH-Anteile von 6,4 Millionen Euro, das Gesamtvolumen beträgt 9,2 Milliarden Euro. Rund 70 Prozent der Stiftungen kommen auf einen Wert von über 100.000 Euro, 40 Prozent auf über eine Million, 20 Prozent auf mehr als fünf Millionen Euro.

Viele Mehrfachbesitzer

Nicht nur die Privatstiftungen besitzen freilich in der Regel weiteres, anderwärtig angelegtes Vermögen, auch die an Unternehmen beteiligten Einzelpersonen sind oft Mehrfachbesitzer.

Indem sie ihre alten Erhebungen mit den neuen Daten verknüpften, belegen die Nationalbank-Experten das Naheliegende: Wer Firmenanteile sein Eigen nennt, verfügt auch über ein höheres Haushaltseinkommen, besitzt häufiger Wertpapiere und die eine oder andere Immobilie. (Gerald John, DER STANDARD, Printausgabe, 13.1.2010)

Wissen: Rund 420 Milliarden Euro beträgt das private Geldvermögen in Österreich laut gesamtwirtschaftlicher Finanzierungsrechnung. In einer früheren, aufwändig angelegten Umfrage hat die Nationalbank erhoben, wie diese riesige Summe - die auch die Unternehmensbeteiligungen inkludiert - insgesamt verteilt ist.

Das oberste Prozent hält demnach 27 Prozent des gesamten Geldvermögens, das Top-Zehntel verbucht über die Hälfte, das reichste Drittel vier Fünftel. Das schlägt sich auch in der Verbreitung von Wertpapieren, in denen das Geld mitunter angelegt ist, nieder: Je höher Einkommen und Vermögen, desto eher hält jemand Aktien.

Ein ähnliches Bild bietet sich bei den Immobilien: Die obersten zehn Prozent besitzen über 60 Prozent des in Wohnungen, Häusern und anderen Objekten angelegten Vermögens.

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Posting 1 bis 25 von 1139
zuschön
01.05.2011 14:02

wie bekannt, wird Arbeit in Österreich hoch, Vermögen hingegen äußerst gering besteuert. 2,1% des BIP werden in den EU 15-Ländern aus Vermögensteuern lukriert. In Ö nicht einmal ein Viertel davon. Es liegt also auf der Hand, das Budget nicht nur ausgaben-, sondern auch einkommensseitig durch eine Anhebung der vermögensbezogenen Steuern zu sanieren. Geschätztes Volumen laut WIFO: 1,5 - 3 Mrd. pro Jahr. Und das würde nicht von den "Tüchtigen und Fleißigen" kommen, sondern von Kapitaleignern, die sich nur als solche empfinden, während sich ihr Vermögen ohne eigenes Zutun auf den Finanz- und Kapitalmärkten von selbst vermehrt.

Faun
21.07.2010 19:29
ÖVP...

wie wollt Ihr denn dann da dran was ändern:

"Über zwei Drittel besitzen keine nennenswerten Geldvermögen. Die Hälfte der privaten Haushalte
verfügt gar nur über 8% des gesamten Geldvermögens, zitiert die Armutskonferenz die im Sozialbericht veröffentlichte neue Studie der
österreichischen Nationalbank. Das oberste Zehntel besitzt hingegen 54% des gesamten Geldvermögens"

Zitat: http://www.ots.at/presseaus... -haushalte

Stanley Kowalski
16.01.2010 12:40
Unsere Sozialquote und unsere Abgabenquote sind fast Weltrekord.

Bezahlt wird das fast ausschließlich von den Gut- bis Bestverdienern (böse "Reiche" und "Manager", die man dafür noch beschimpft).
Mehr zu arbeiten lohnt sich für viele kaum noch, weil ihnen dann der Staat zu viel wegnimmt.
Was denn also sonst noch?

Fresno
19.01.2010 12:54
Wer wieviel an Abgaben bezahlt sagt in unserer Gesellschaft sehr wenig darüber aus, wer wieviel leistet! Jemand, der einer Elite angehört erhält für ähnliche Leistung ein Vielfaches dessen, was jemand verdient, der der sozialen Unterschicht

angehört. Da können beide gleich viel Zeit und Anstrengung für ihre Arbeit einsetzen und sogar ähnlich durch Ausbildung qualifiziert sein. Und wenn man die leistungslosen Einkünfte mit einbezieht, wird das Ungleichgewicht noch viel größer: Spekulationsgewinne bei Wertpapieren (über 1 Jahr Behaltedauer), Erbschaften, Schenkungen.

Die Zahl der Modernisierungsverlierer ist nicht nur deswegen so groß, weil es große Strukturveränderungen in der Wirtschaft gab und gibt, sondern auch weil von den Armen zu den Reichen hin umverteilt wird. Die Tatsache, dass Bezieher hoher Einkünfte mehr Steuern zahlen, ist kein Widerspruch hierzu.

Spielverderber1
17.01.2010 12:36
Sie meinen wohl den oberen Mittelstand..

der gemeinsam mit dem mittleren und unteren die gesamte Last trägt.

Sie mit Ihren vielleicht 200.000€ Einkommen zählen da dazu.

Würden Sie wirklich gut verdienen würden Sie Ihr Posting nicht geschrieben haben.

M..
 
19.01.2010 06:46
wer ist die untere "Mittelschicht"?

es gibt nur eine "Mittelschicht", das sind die die sie bereits ansprachen, 2/3 der 8,5 Millionen Einwohner Österreichs gehören da definitiv nicht dazu!

Aber es beruhigt zu glauben, Einkommen von 1500,00 bis 7000,00 monatlich gehören tatsächlich der gleichen Kategorie an.

gerhard rudle
17.01.2010 04:52
Sie haben in ihrem Leben wohl noch nie...

...richtig gearbeitet und mußten dafür fast 50 Prozent an Steuern abgeben !!!

M..
 
19.01.2010 06:46
willige Selbstausbeutung nennt man das...

Ravana
17.01.2010 00:35
Sie brauchen sicher nicht noch mehr arbeiten, sie haben bestimmt schon genug Geld...

dass andere für Sie erarbeitet haben. Dem kleinen Mann ergeht es anders. Der ist damit konfrontiert dass er mit immer höheren Leistungsnormen zu kämpfen hat und dass sein Lohn immer geringer wird. Wenn es nicht anders geht wird halt entlassen und zu geringerem Lohn neu eingestellt. Und wenn er krank wird, wird er von Ihnen noch geneidet dass er zum Arzt gehen kann und Krankengeld bekommt.

Ingrimm
16.01.2010 17:41

"mehr zu arbeiten"? rofl... godlike bullsh**

DasLebenIstSchwerUndDannStirbtMan
16.01.2010 13:30

ja, sie armer sind mit einem gutbezahlten job geschlagen. das leben hats offensichtlich schlecht mit ihnen gemeint.

angus1
16.01.2010 11:30

das heisst doch nur dass sich der durchschnitt der Österreicher mit Firmenbeteiligungen nicht auseinandersetzt und sein geld lieber auf die Bank trägt. Auch nix neues, deshalb wurden ja die banken auch nicht mit einbezogen, weil die haben ja viel grössere Firmenbeteiligungen. Weiters sind diese Firmenbeteiligungen ja das kapital der betriebe, das kann man ja nicht besteuern weil, sonst gehen die ex. Und das haben wir nochmehr arbeitslose. das es auf de welt arme und reiche gibt is auch nix neues und wurde sogar in den Ländern des Kommunismus nicht wirklich geändert. Also worum gehts eigentlich. Wenn jemand den Sozialstaat ausbauen will, müssen höhere steuern her und zwar für alle. basta. Nur das muss man halt bei einer wahl mal verkaufen..

pater hirni
15.01.2010 19:31
und die fesche frau vom fioner wär auch so gern dabei.

Woyt'sa Vadshn?
 
14.01.2010 20:51
Eine kleine Oberschicht besitzt den Löwenanteil an Unternehmen

Das wäre an sich kein Problem, wenn dem auch der Löwenanteil des Steueraufkommens gegenüberstehen würde.

Leider ist das in diesem Fall genau umgekehrt....

angus1
16.01.2010 11:33

die Spielregeln der Besteuerung in Ö sind bekannt. Wem sie nicht passen, des sollte ein bisserl kreativ sein und nach Bratislava ziehen oder sonst wo im Ausland arbeiten wo die Steuern niedriger sind.
Die Leute mit kapital werden das jedenfalls tun. Die sind doch nicht blöd und fianzieren dem Faymann, den nächsten Wahlsieg.

RonConSoda
18.01.2010 17:32


ah dichand, bist immer noch da?

Ravana
16.01.2010 23:15
Dann hau doch ab!

Diese Leute gehören besteuert! Wenn die einen Sportwagen kaufen der so teuer ist wie das Haus eines Normalverdieners sollten diese Leute gefälligst 20% Luxussteuer bezahlen.

Hubert Ungeist
17.01.2010 17:20
Ein Drittel des Autos geht eh als Steuer ab..

nur zu erringerung das sind 33%

Schon erfüllt Ihre Forderung

M..
 
19.01.2010 06:50
aber 11% haben noch immer die Möglichkeit

67% am vorhandenen Barvermögen zu besitzen.

Zeigen sie mir die Arbeit (oder Leistung), die einen solchen "Gegenwert" wert ist!

Hubert Ungeist
19.01.2010 08:48
Das ist über Generatinen akkumuliert..

aber Ihr Anliegen bedeutet letztendlich das sie einen Kommunismus light einführen wollen mit Obergrenzen an Vermögen.

Keine Ahnung ob das funktioniert oder Auswirkungen hat

Chris Haslacher
 
15.01.2010 10:34

Unsinn.
Steht das echt so in Deiner Zeitung?

richard145
 
14.01.2010 20:12
naja

falls die 10 herren mit den 20 händen die 5 millarden nicht tragen können ich helfe gerne...

system1
14.01.2010 17:25
gut, dazu muß man sagen,

dass einem in österreich seitens einer überbordenden bonzokratie auch jede menge steine in den weg gelegt werden, wenn man mit einer kleinen firma anfangen will. unabhängig von der möglicherweise zukunftsweisenden konzeptidee wird einem seitens unserer lieben von uns bezahlten beamten das unternehmerleben zur hölle gemacht..... somit können nur mehr die reich werden, die diese bürokratieschikanen entweder garnicht ertragen müssen (steuerbegünstigungen weil ja arbeitsplätze blabla) oder sich ein heer von beratern und anwälten leisten, die dann alles erledigen. never ever unternehmensgründung mehr in Ö!!!!!!

t-bonesteak
14.01.2010 19:42
stimmt doch gar ned

wenn sie nicht gerade einen produzierenden betrieb neben eine reihenhaussiedlung stellen wollen, ist es relativ einfach.

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