Wissenschafter zweifeln an Sicherheit von US-Atommüll-Endlager

12. Jänner 2010 17:43

Bisheriges hydrologisches Modell von Yucca Mountain greift laut Innsbrucker Geologen zu kurz

Innsbruck - Innsbrucker Geologen zweifeln an der langfristigen Sicherheit eines geplanten amerikanischen Endlagers für radioaktiven Abfall im Yucca Mountain (US-Bundesstaat Nevada). Dies geht aus den Ergebnissen einer Untersuchung von Gesteinsproben aus einem Stollen in diesem Gebiet hervor. Die Experten teilten am Montag in einer Aussendung mit, dass das bisherige hydrologische Modell von Yucca Mountain zu kurz greife.

Mit einer an der Universität Innsbruck entwickelten Methode haben Yuri Dublyansky und Christoph Spötl vom Institut für Geologie und Paläontologie Kalzitproben untersucht, in dem sie winzige Einschlüsse in diesen Kristallen auf ihre Isotopen-Zusammensetzung analysierten. Diese Flüssigkeitseinschlüsse enthalten Mikro-Proben des ursprünglichen Wassers, das vor Millionen von Jahren durch die Klüfte in Yucca Mountain migriert ist.

Unsicherheit durch aufsteigendes Grundwasser

Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift Earth and Planetary Science Letters veröffentlicht wurden, ergaben, dass die damaligen Grundwässer aus größerer Tiefe aufgestiegen sind, wo sie auf über 100 Grad Celsius erhitzt worden waren. Das Aufdringen von heißem, mineralisiertem Wasser in der jüngeren geologischen Vergangenheit impliziert, dass solche Prozesse auch in Zukunft nicht ausgeschlossen werden können, was für die Langzeitsicherheit des geplanten Endlagers ein schwerwiegender Aspekt ist.

Sieben Milliarden US-Dollar (4,82 Mrd. Euro) wurden in den vergangenen drei Jahrzehnten vom US Department of Energy investiert, um Yucca Mountain, einen Bergrücken im Süden des Bundesstaates Nevada, unweit der durch die Kernwaffentests bekannten Nevada Test Site gelegen, geologisch und technisch zu erforschen. 2002 beschloss der amerikanische Kongress, Yucca Mountain als einzigen Standort für hoch radioaktiven Abfall in den Vereinigten Staaten auszubauen.

Entscheidung bis 2011

Die US Nuclear Regulatory Commission evaluiert alle wissenschaftlichen Unterlagen und muss bis 2011 entscheiden, ob das geplante Endlager den Sicherheitsbestimmungen entspricht. Unter anderem muss schlüssig belegt werden, dass toxische Radionuklide nicht durch Grundwasserströme an die Erdoberfläche gelangen können. Um dies auch für die ferne Zukunft garantieren zu können, wurde untersucht, ob der Untergrund von Yucca Mountain in der jüngeren geologischen Vergangenheit Grundwasserbewegungen aufgewiesen hat.

Spuren solcher Vorgänge wurden tatsächlich in Form von Kalzitkristallen in offenen Klüften gefunden. US-Wissenschafter fanden heraus, dass diese während der vergangenen elf Millionen Jahre aus wässrigen Lösungen auskristallisierten. Sie zogen jedoch den Schluss, dass aufgrund des Wüstenklimas in Nevada in Zukunft nur sehr bescheidene Mengen an Niederschlagswasser in den Untergrund sickern würden und daher keine ernsthafte Gefährdung des Endlagers zu erwarten sei. (red/APA)

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14 Postings
derPolizist
15.01.2010 18:14

schade das es noch nicht diesen "Weltraumaufzug" gibt... dann rauf mit dem Atommüll... die Container mit einem Gerüst verbinden... Antrieb und Steuercomputer drauf... und los Richtung Sonne...

Ich weiß, illusorisch...

Freie Welt
15.01.2010 02:44
Wenn ich könnte, würde ich jedem Wissenschaftler,

der behauptet, eine Aussage darüber machen zu können, dass irgendein Ort auf oder (erreichbar) unter der Erde eine Million Jahre lang absolut sicher vor dem Austausch mit seiner Umgebung ist, die Lehrbefugnis entziehen.

Jeder, und ich meine wirklich JEDER Geologe ist schlicht dumm, wenn er glaubt, ganz sicher zu wissen, was dort innerhalb einer Million Jahre alles passieren kann.

Und zwar aus Unkenntnis über die dazu erforderlichen Parameter. Menschliche inklusive, versteht sich.

Fissionsenergie ist unter dem ganz dicken Strich die mit Abstand teuerste Energieform, die derzeit bekannt ist. Nur, dass leider kaum jemand bis zum ganz dicken Strich rechnet.

Siehe Asse II...

AlterEgo
 
15.01.2010 12:35

Ich würde sogar sagen, dass man nicht einmal behaupten kann, ein Endlager wäre die nächsten 1000 Jahre geologisch sicher.

MarktSopherl
13.01.2010 13:29
Dort wo eine Kontinentalplatte die Andere in das Magma drückt, wäre die Entsorgung gesichert.

Jedes Jahr um einige Zentimeter tiefer und bald so verflüssigt, das ein neues Gemisch für die Energiegewinnung erzeugt, oder der Atommüll gerecht über die ganze Erde verstreut wird.

In etwa 150 millionnen Jahren kommt das alles wieder zum Vorschein und eine neue Menschheit macht die gleiche Fehler.

Außer man schafft sich erst gar keine Politiker an.

Sol´kanar -The Swamp King
14.01.2010 09:18
na da hat ja wieder einer Ahnung von der Geologoe.

Zwei kontinetale platte haben die angewohnheit bei kollision zu spalten. ein teil wird nach oben gedrückt, ein teil nach unten. Die andere Bohrt sich oft teilweise durch. leider wird der uns zugängliche teil eher abgeschürft und nach oben gedrückt.

wennst das teil scho versenken willst, dann suchst dir am besten eine zone wo eine ozeanische platte unter einer kontinentalen platte geschoben wird. Der Atacamagraben wär da ein heisser Tipp. aber die US-Amis haben auch einen vor westküste.

Stahl_____666
13.01.2010 12:21
.

Wissenschafter haben auch daran gezweifelt, daß die Atombombe den 2. Weltkrieg beendet.

Strongbow real Ale
13.01.2010 14:32
Wissenschafter....

zweifeln auch daran das der 3.Weltkrieg mit Atomwaffen ausgetragen wird.

Gerhard Ingolf
14.01.2010 01:02

Man sollte schon beachten um welche Wissenschafter es sich handelt.

Österreichische Wissenschafter (außer vielleicht Kernphysiker) werden immer die Gefahr hervorheben, die von AKWs oder Endlagerstätten ausgeht. Da in Österreich (fast) jeder Wissenschafter bei irgend einer Parteiorganisation ist und - jede - Partei strikt gegen die Verwendung der Kernenergie eintritt, wie sollte es denn anders sein?

Sol´kanar -The Swamp King
13.01.2010 10:50
S.T.A.L.K.E.R.

Call of Yucca Mountain

aphex
13.01.2010 12:59
the hills have eyes...

Seria
13.01.2010 09:59

die US waren auch in der Vergangenheit verantwortungslos und haben nuklear Müll in Tiefseegräben versenkt. /mrd $ für geolog Untersuchungen ist nicht glaubhaft. Da müssen wohl mindestens ein bis zwei Nullen weggestrichen werden

T. S.
 
14.01.2010 15:14

Naja .. die Franzosen sind noch ein bischen weniger verantwortungsvoll und lassen Atommülle auf Russischen Parkplätzen lagern. :)

Politberater
13.01.2010 05:45
haben sich aber viel zeit

gelassen die herren experten....

chiwato
12.01.2010 21:22
alles blödsinn

und panikmache.
das zeugs ist doch so ungefährlich, dass man es im pastiksackerl ins besenkammerl stellen kann.
die paar tausend jahr, lächerlich.

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