Wiener Hauptbahnhof

Sonnwendviertel auf Schienen

12. Jänner 2010 14:19
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    bild: stadt wien/oln/markus stöger

    Eines der sieben Siegerprojekte: Der Bauträger Kallco errichtet auf Bauplatz C.02.01 insgesamt 93 Wohnungen, geplant haben sie Geiswinkler & Geiswinkler Architekten.

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    Foto: rk/halada

    Vizebürgermeister Ludwig stellte am Dienstag die Projekte vor. Baubeginn ist 2012.

Bis 2014 entstehen 1.160 neue Wohnungen - Zwei Komplexe sind für Baugruppen reserviert

In unmittelbarer Nähe des neuen Wiener Hauptbahnhofs wird ein neues Stadtquartier mit rund 5.000 Wohnungen, einem Schulcampus, einer großen Parkanlage sowie Bürobauten und Geschäften errichtet. Die Stadt schreibt dabei hohe ökologische, ökonomische und architektonische Standards vor. Beim Bauträgerwettbewerb, der vom wohnfonds_wien durchgeführt wurde und im vergangenen Juni startete, wurden insgesamt 24 Projekte für sieben Bauplätze eingereicht. Die sieben Siegerprojekte sind ab heute, Dienstag, vier Tage lang an der TU Wien zu besichtigen (Infos siehe unten).

"Breit gefächerter Mix"

"Die gestellten Anforderungen - ganz besonders im Hinblick auf das neue Kriterium 'Soziale Nachhaltigkeit' - wurden bei allen Siegerprojekten auf hervorragende Weise umgesetzt", freute sich Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) bei der Eröffnung der Ausstellung, die er gemeinsam mit Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner, den Wohnfonds-Geschäftsführern Michaela Trojan und Dieter Groschopf, dem Juryvorsitzenden TU-Professor Rudolf Scheuvens und Architekt Albert Wimmer, der für den Masterplan verantwortlich zeichnete, vornahm. Zu sehen sind die Siegermodelle und anhand von Wettbewerbstafeln auch die Details zu den Projekten.

"Neben vielfältigsten Wohnungstypen und flexibel adaptierbaren Wohnungsgrundrissen, Wohnungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, betreutem Wohnen, Wohnen-für-Generationen-Wohnungen sowie Home-Offices ist ein breit gefächerter Mix an Kommunikationsflächen und Gemeinschaftsräumen für alle Generationen vorgesehen, die zum Teil auch von den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern gemeinsam gestaltet werden können. Dazu zählen Nachbarschaftsgärten, Mieterbeete, multifunktionelle Räume, die für Hobbys, Theateraufführungen oder Feste zur Verfügung stehen, aber auch durchdachte Grünräume, die viel Raum für entspannten Austausch und für Erholung bieten", so Ludwig. Auf diese Weise werde das Zusammenleben gefördert und die sozialen Netze innerhalb der Hausgemeinschaften gestärkt. "Ergänzt werden die Angebote durch soziale Einrichtungen, wie beispielsweise ein Tagesmutterzentrum", erklärte Ludwig.

Baugruppen als Wettbewerbs-Novum

Erstmals wurden bei einem derartigen Wettbewerb auch zwei Komplexe für Baugruppen reserviert, die ihr künftiges Haus aktiv mitgestalten wollen - ein Pilot- und zugleich Forschungsprojekt. Die Wiener Wohnbauförderung hat zwar bereits einige Baugruppen unterstützt - wie die Sargfabrik oder das Frauenwohnprojekt "Ro*sa" -, in der Wettbewerbskonstellation handle es sich jedoch um ein Pilotprojekt, das wissenschaftlich vom Referat für Wohnbauforschung begleitet wird. Die Erkenntnisse daraus sollen in das nächste Vorhaben einfließen, das in der "Seestadt Aspern" verwirklicht werden soll, so Wolfgang Förster von der Wiener Wohnbauforschung.

Im Inneren des neuen Grätzels sind dafür zwei Blöcke mit je 25 Wohnungen vorgesehen. Volumen, Struktur und Position sind fixiert, die Fassadengestaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit den künftigen Bewohnern, die in Gemeinschaft mit Architekten ihr Wohngebäude konzipieren.

Ausweitung denkbar

"Das hat den Vorteil, dass man sich vorher schon ein bisschen anschauen kann, wie die Nachbarn ausschauen", umriss Ludwig die Vorzüge des Konzepts "Baugruppen". Es gehe darum, nicht nur Wohnungen zum Konsumieren zu schaffen, sondern zum Gestalten. Bisher habe man 45 Interessenten, die Hälfte davon Privatpersonen und ein Viertel Architekten, die sich die künftigen Bewohner suchen wollen, so Ewald Kirschner vom Bauträger Gesiba. Man werde diese nun anschreiben, woraufhin die Gruppen acht Wochen Zeit haben, ihre Konzepte zu präsentieren. Der oder die Gewinner werden dann bis Frühsommer gekürt.

Sollte es viele spannende Konzepte geben, sei auch eine Ausweitung des Projekts auf weitere Teile des Bauplatzes denkbar. Errichtet werden jedenfalls Mietwohnungen mit einer Kaufoption nach zehn Jahren.

Bei Bedarf könnten Baugruppen eines Tages Bestandteil jedes Bauträgerwettbewerbs werden. Insgesamt verzeichne man jedenfalls 30 Jahre nach der ersten Welle in den 1970er Jahren ein gesteigertes Interesse am gemeinschaftlichen Wohnen. Bei entsprechender Nachfrage soll beim Wohnservice eine Beratungsstelle für Baugruppen-Interessierte eingerichtet werden.

Bisher umfangreichster Wettbewerb

Mit 1.160 neuen Wohnungen war der Bauträgerwettbewerb Sonnwendviertel der bis dato umfangreichste Wettbewerb - "und das an einem städtebaulich hochinteressanten Standort, zentral gelegen, mit unglaublich viel Potential zur innovativen Stadtentwicklung. Es war für Auslober und Jurymitglieder eine Freude zu sehen, wie ernsthaft, durchdacht und auf welch hohem Niveau alle Beteiligten ihre Projekte entwickelt haben", so Wohnfonds-Geschäftsführerin Trojan.

Baubeginn für die Wohnprojekte wird 2012 sein, die Fertigstellung ist für 2013/2014 geplant. Die Gesamtbaukosten aller Projekte werden rund 171 Millionen Euro betragen, die Stadt Wien fördert die Errichtung der Wohnbauten mit insgesamt rund 62 Millionen Euro. (red/APA)

Informationen

Die Ausstellung ist von 13. bis 16. Jänner 2010 im Prechtlsaal der TU Wien, 1040 Wien, Karlsplatz 13, zu besichtigen.
Öffnungszeiten: Mittwoch, 13.1.2010, von 15.00 bis 20.00 Uhr; Donnerstag, 14.1.2010, und Freitag, 15.1.2010, von 9.00 bis 20.00 Uhr; Samstag, 16.1.2010, von 9.00 bis 15.00 Uhr.

KTHXBYE
13.01.2010 16:01

Wie anderswo von einem anderen User festgestellt: Bastel, bastel, bastel. Ich bastel mir ein Kastl.

mbli
13.01.2010 11:20
zur großen parkanlage möchte ich hinzufügen,

wenn diese ebeso rasch wie bei den gasometern gebaut wird, also bisher gar nicht, können die ganz jungen bewohner vielleicht einmal als pensionisten tauberl füttern im park.

scrubby *****
15.01.2010 15:39
parkanlagen werden immer versprochen

siehe Wienerberg City, oder Monte Laa usw usw.
Da "gewinnen" immer die gleichen Bauträger mit wunderbar grün animierten Renderings von super toll aussehenden Gebäuden, und nach der Vergabe kommt der Rotstift, und streicht gleich einmal die Grünanlagen und die Fassadengestaltungen.

Über bleibt die 08/15 WDVS Fassade und die Ebenseer Betonwüste zwischen den Häusern.
Die SPÖ (früher Faymann) zieht dann mit den tollen Bilder herum, heftet sich die tollen Projekte an die eigene Weste, redet viel von vorzeige Stadtplanung mit sensationellem Grünraumkonzept, und über bleibt am Ende nur der schlechte Geruch dieser schnell verzogenen Furze, da es keine Verpflichtung gibt, die Bäume auch zu pflanzen. alter Hut, zeiht immer wieder aufs Neue...

mbli
18.01.2010 10:41
sie haben leider voll und ganz recht!

der gipfel ist dann, wenn die widumung auf gärtnerische ausgestaltung lautet, kann mit fug und recht eine parkplatzwüste mit asphalt und betonrasensteinen gebaut werden. zu sehen hinter den gasometern. so werden in wien die wohnungseigentümer in die irre geführt.

Michael B
13.01.2010 02:28
Wieder beweist sich: Man kann in Wien noch so häßlich oder gewöhnlich (ordinär) bauen -

es läßt sich alles verkaufen.

ubu roi
12.01.2010 21:25

wenn alles ausschaut wie das foto, ist das der letzte schrei - aus den 60er jahren.
wie man ein neues viertel auf einem bahngelände baut, hätte man sich in paris anschauen können (paris rive gauche). nicht überall toll, aber ein abwechslungsreiches, schönes neues viertel ists geworden.

unnerum
12.01.2010 17:28
Ein bissl Kreativität, meine Herrn!

So schön die einzelnen Häuser auch aussehen mögen (was im speziellen Fall wohl nicht zutrifft), aber solch' riesige Wohnbauten, wo ein Haus dem Anderen gleicht, sind einfach nur langweilig und zur Verödung bestimmt.

Man hat mit der freiwerdenden Fläche eine einmalige Chance die triste Gegend um den Wiedner Gürtel in einen schönen Flecken zu verwandeln. Vertandeln Sie diese Chance nicht!

platz, hirsch!
12.01.2010 15:46
jetzt muss ich leider matschgern,

aber das foto schaut nach wohnbau aus, wie man ihn seit den sechzigern in wien praktiziert. mehrere kuben neben und hintereinander, wie an allen größeren ausfallstraßen in transdanubien.

was soll daran modern sein?

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