"Karambolage": Leitplanke gegen den Blödsinn

11. Jänner 2010 18:04
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    Foto: arte

    Optisch höchst aufwändig präsentiert das deutsch-französische Wissensmagazin "Karambolage" Eigenheiten von Deutschen und Franzosen. Die 200. Ausgabe läuft am Sonntag, 31. Jänner, auf Arte.

Nutella, Adventkalender, Schrebergarten: Mit nicht enden wollender Liebe zum Detail geht das Wissensmagazin "Karambolage" zum 200. Mal deutsch-französischen Eigenheiten auf den Grund

Worin besteht der Unterschied zwischen deutschem und französischem Nutella? Er ist erheblich, weiß Karambolage-Erfinderin Claire Doutriaux. Die deutsche - vermutlich auch die österreichische - Ausgabe der Schokopaste ist zäher, die französische cremiger, fast flüssig. Aber wieso? „Ein Rätsel, das seit langem viele in der Redaktion beschäftigte", erklärt Doutriaux, und sei so ein Fall für das deutsch-französische Arte-Magazin (sonntags, 20 Uhr). 

Derlei rätselhafter Alltagsphänomene nimmt sich Sendungsmacherin Doutriaux Ende Jänner bereits zum 200. Mal an und schafft damit seit sieben Jahren, von hinreißender Grafik begleitet, virtuoses Wissensfernsehen. Die Französin lebte jahrelang in Deutschland, erst nach ihrer Rückkehr fiel ihr das schlechte Image der Deutschen im Land auf: "Ich wollte den Franzosen Eigenheiten über Deutsche vorsetzen und umgekehrt." Um Stereotypen zu entgehen, konzentriert sie sich auf kleinste Details. Zur Erklärung kommen Worte, Gegenstande, Riten und Bräuche, die Eigenheiten eines Landes beschreiben. Schrebergarten, Schorle, Adventkalender, Fernfahrerrestaurants, französisches Schlafzimmer.

Bestechende Optik

Doutriaux zerlegt sie systematisch in ihren Rubriken: "Ich gehe nie von Verhaltensweisen aus", erklärt Doutriaux im Gespräch mit dem STANDARD: "Das Konkrete ist meine Leitplanke, um keinen Blödsinn zu sagen." Dazu kommt die bestechende Optik, die Karambolage zu einem der kreativsten Magazine im Fernsehen macht. Die Entstehung folgt einem aufwändigen Verfahren: Rund 50 Grafiker arbeiten regelmäßig für Karambolage. Die Lieferung erfolgt stückweise, wöchentlich jeweils 20 Sekunden eines Beitrags. Die nimmt Doutriaux unter die Lupe, regt Verbesserungen an und gibt den Beitrag dann frei. Ein dreiminütiger Beitrag dauert mit diesem Verfahren zwei bis drei Monate. „Wir achten sehr genau auf die Ikonografie", erklärt Doutriaux. Deshalb müssen sogar die Grafiker Deutsche und Franzosen sein, weil so Kulturunterschiede und -gemeinsamkeiten besser festgemacht werden können.

Österreichische Spezialitäten baut Doutriaux dann und wann ein, zuletzt etwa Kürbiskernöl. Eine Ausweitung auf andere Länder lehnt sie wegen ihr unüberwindbar scheinender Sprachbarrieren ab. Bleibt noch die Nutella-Lösung: Fürs französische Baguette eignet sich die dünnere Schokosauce, deutsches Roggenbrot verträgt festeren Aufstrich. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 12.1.2010)

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Tinker Bell1
27.01.2010 17:02
Etwas Erotik in Karambolage !

Good news ! Karambolage macht eine Sondersendung zum Valentinstag ! Ist nicht ganz jugendfrei, wird deshalb in der Nacht vom 13ten zum 14ten Februar kurz nach Mitternacht ausgestrahlt !

Timagoras
 
13.01.2010 18:10
ich liebe Karambolage :o)

matt890
12.01.2010 19:48

sowas schau ich mir nicht an! ich schau nur arte und habe keinen fernseher!

Christiane Amanpour
 
12.01.2010 18:46
Wieviele Leute machen ARTE, wieviele ORF?

"Karambolage" und "Mit offenen Karten" sind immer informativ und gut gemacht, man weiß nachher mehr als vorher UND hat sich gut unterhalten.

Was aber noch wohltuender ist: Man muss sich nicht mit dem ständigen ORFschen Dummschwätzen auseinandersetzen, à la "Wer hat welchen politischen Einfluss?", "Wer hebt eine Steuer ein und behauptet, sie wäre eine (Zwangs-)Gebühr?", "Wer bewahrt mit dem Musikanten-Stadl die österreichische Identität?".

Alles das entfällt bei ARTE. Angenehm und un-hysterisch.

Das Gefühl ist ungefähr so, wie wenn man in einem stickigen, überheizten, verrauchten, nach Alkohol und Schwefel stinkenden Zimmer einfach das Fenster aufmacht und die frische Meeresbrise hereinlässt: Aaaaah!

multivitamin saft
 
12.01.2010 13:10

ein weiteres kleinod: 'mit offenen karten'

princess of fame
12.01.2010 17:46
"ein weiteres kleinod"

Und: tracks

Vor kurzem lief ein Beitrag über und mit Iggy Pop. Der Musiker und sein Oeuvre haben mich bisher nicht interessiert, aber die kurzen Einspielungen seines Albums "Préliminaires" (inspiriert von einem Buch v. Michel Houellebecq animiert mich zum Konsum. :-)

Bietet auch sonst sehr interessante Beiträge, zB über Punks in China etc.

knievel
12.01.2010 13:58

stimmt, offene karten regt jedesmal zum anschliessenden atlas-schmökern, googeln und wiki-lesen an...

Nosal
12.01.2010 11:55
wow...

50 Grafiker..., 3 Monate für 3 Minuten..... DAS ist halt noch ein Sender, der auf Qualität achtet und sie sich auch leistet! - Bei uns wird überall nur eingespart, Leute werden entlassen und mit unerfahrernen Jungen nachbesetzt. Da kann keine Qualität rauskommen.

knievel
12.01.2010 11:17

in dieser kleinen aber feinen sendung steckt mehr hirn als im gesamten orf-programm...

cipf
 
12.01.2010 14:31

Das blöde an Ihrer Feststellung ist, dass Sie recht haben ;-))
Das gibt ein grünes Stricherl ;-))

RämDju
12.01.2010 13:08

Treffender kann man es nicht ausdrücken!

anton-aus-tyrol
 
12.01.2010 10:21
Eine brilliante Sendung!

Gerne erinnere ich mich an die Erklärung des Ursprungs des Wortes Tunnel! Von Frankreich ausgehend über England nach Deutschland und zurück nach Frankreich!

Alles Gute und noch viele K(C)arambolagen!

nebenerwerbsposter
12.01.2010 07:23
wenn schon fernsehen

dann karambolage!

werwolfi
12.01.2010 02:33

echt, 200 erst?

ich dachte ich hab selbst schon gefühlte 500 folgen gesehen (auch die mit dem nutella ;o)

*großartige* sendung, ein lichtblick!

auch auf ARTE ist leider nicht alles gold:
kürzlich sah ich eine populärwissenschaftliche sendung (namen vergessen), die mir komischerweise bisher völlig entgangen war - ohne viel versäumt zu haben, wie sich herausstellte.

das ganze war etwas zu sehr a la "newtonmitcarolinaimama" wo ich immer wegzappen muss, weil ich sonst haarwurzelkatarrh kriege wenn ich der frau Imama beim moderieren zuschauen muss...

die beiträge warfen interessante fragen auf - und wenns dann ans wirkliche beantworten ging, war der beitrag vorbei. und dazwischen ein aufgekratzter jungmoderator...

schwach.

gutartiger Bösmensch
12.01.2010 10:16
Vermutlich Xenius

zusammen mit Chique die meiner Meinung nach schwächste Sendung auf arte.

werwolfi
12.01.2010 15:14

mhm, kann sein. habs sofort wieder verdrängt... ;o)
kann mich nur gut an die graphik erinnern, sodass ich in hinkunft weiß, wann ich wegzappen muss. ;o)

technocracy
11.01.2010 21:18
geh, bitte

dieses ganze halbintellektuelle bobozeugs....
bescheuerte sendung, alleine schon der nervige, gekünstelte französiche akzent der sprecherin nervt schon so gewaltig....

Red Snaper
12.01.2010 15:29
Ta geule

Ferme ta geule, mon petit gamin! Tu as simplement rien à foutre avec des choses comme ca. Allez, au lit!

momodeluxe
12.01.2010 13:59

dann schaun Sies eben auf französisch an

Horst Schlemmer
12.01.2010 12:44
tja, big brother gefällt dir besser, oder?

Tethys
12.01.2010 09:54

Darfst eh weiter RTL2 schauen, kleiner Troll.

palmer_eldritch
11.01.2010 22:05

Lahmer Trollversuch

technocracy
14.01.2010 18:39
ich pflege nicht zu trollen

wenn ihr alle nicht erkennen könnt mit welch flachen niveau ihr abgespeist werdet darf ich euch mit fug und recht banausen nennen.

Meister hoch zwei
11.01.2010 21:15
Super....

Einer der wertvollsten Formate im deutschsprachigen TV!

Meister hoch zwei
11.01.2010 21:18
Eines... :-)

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