Umstrittenes Pilotprojekt zur CO2-Speicherung gestartet

11. Jänner 2010 14:30

Ölkonzern Total will 120.000 Tonnen 4,5 Kilometer tief unter den Pyrenäen begraben

Paris  - CCS (Carbon capture and storage) gehört zu den umstritteneren Techniken in Sachen Klimaschutz. Für die einen ist die CO2-Einlagerung in unterirdischen Depots ein hoffnungsvoller Weg, andere betrachten dies aus verschiedenen Gründen als falsche Strategie. Diese Technik sei keine Lösung im Kampf gegen den Klimawandel, zumal sie nicht dazu anrege, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, lautet eines der Hauptargumente - auch bei einem aktuellen Projekt in Frankreich.

 Unter heftigen Protesten von Umweltschützern hat der Ölkonzern Total am Montag nahe den französischen Pyrenäen sein CCS-Pilotprojekt gestartet. Das klimaschädliche Treibhausgas werde 4,5 Kilometer tief in die Erde geleitet, teilte das Unternehmen mit. In den kommenden beiden Jahren sollen auf diese Weise 120.000 Tonnen CO2 gespeichert werden. Dies entspreche dem Ausstoß von etwa 40.000 Autos in derselben Zeit. Neben Total-Generaldirektor Christophe de Margerie nahm auch Umwelt- Staatssekretärin Valérie Létard an der Eröffnung im aqitanischen Laqc teil.

Kritik

Umweltschützer bemängeln, dass die Speicherung von CO2 nur ein ökologisches Feigenblatt sei und Total sich auf diese Weise ein grünes Image zulegen wolle. Die unterirdische CO2-Lagerung sei gefährlich und unsinnig, hieß es in einem offenen Schreiben mehrerer Umweltverbände an Umweltminister Jean-Louis Borloo.

Neben obigem Argument, dass Initiativen zur Speicherung den wichtigeren Initiativen zur Verminderung von Treibhausgasemissionen entgegen laufe, fürchten Umweltschützer auch, dass das CO2 unbemerkt austreten kann. Außerdem sei nicht ausgeschlossen, dass sich die Beschaffenheit des Bodens in der Weinregion ändere. (APA/red)

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waßchititelno
18.01.2010 22:08

CO2-Speicherung am besten in Feuerlöschern!

Toll Patsch
13.01.2010 12:55
Wer weiß, daß all das verbrannte Öl seit millionen Jahren auch in der Erdkruste lagerte, findet diesen Gedanken naheliegend!

Flo S.
13.01.2010 07:49
TOTALer Schwachsinn!!

Mostbluzer
28.01.2010 14:36
ach ja, aber die wirklich guten idee sind von der art

Geo-engineering, dadurch werden wohl noch richtige kriege entstehen, dank "pseudo-wissenschaft auf basis von grimms märchen".

ein tödliche variante Künstliche Vulkane:

The environmental scientists, David Keith of the University of Calgary in Canada, Edward Parson of the University of Michigan and Granger Morgan of Carnegie Mellon University, were writing an editorial in the journal, Nature.

They called for governments to establish a multimillion-pound fund for research into the simulated volcanoes and other solar-radiation management techniques for shielding the Earth against sunlight.
http://www.telegraph.co.uk/earth/env... k-sun.html

molekühl
12.01.2010 10:38

Ursprünglich wurde der CO2-Hype ja v.a. deshalb erfunden, um dem (politisch, wirtschaftlich und ökologisch) wünschenswerten Ausstieg aus den fossilen Energieträgern ein medienwirksames und massenkompatibles, in einfachen Bildern vermittelbares "Mascherl" umzuhängen - und dann setzt man in letzter Konsequenz zusätzliche Energie ein, um (mittlerweile offenbar hochgefährliches und todbringendes) CO2 zu binden! Irrsinn!
Das kommt halt heraus dabei, wenn man sich von der Wirklichkeit verabschiedet und mehr und mehr auf eine mediengenerierte Realität zur Steuerung der dumpfen Massen setzt.

Mostbluzer
28.01.2010 14:54
ja wirre gefährliche theorien

da ist klar, dass vulkane sehr viel co2 freisetzen natürlich. was will man tun gegen den klimawandel ?

vulkane sprengen ... das freiwerdende co2 ist dann wurscht, weils dunkel wird und kälter - wieviel kälter, naja bisher gings ja auch (pinatubo brachte ein halbes grad weniger im jahr). den müsste man 4x sprengen, damit mit den regler des weltklimas auf 2 grad weniger bekommt.

sprengen wir halt 4 gscheite vulkane im jahr oder helfen da nach, dann passt das schon. wenn wir glück haben wird nur ein (atomarer) winter draus - so oder so.

kranke gehirne. da sie es nicht sind, steckt etwas anderes dahinter ....

flaute
12.01.2010 16:22

was für einen unsinn man verzapfen kann.. unglaublich

Zenon
13.01.2010 01:18

Ich halte die Klimaerwärmung nicht für einen Schwindel, aber manche Umweltschützer sind schon sehr komisch. Was soll man bei folgendem Satz denken: "Diese Technik sei keine Lösung im Kampf gegen den Klimawandel, zumal sie nicht dazu anrege, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, lautet eines der Hauptargumente"

Wenn das ein Hauptargument ist, dann hat molekühl vielleicht doch recht und es geht eigentlich nur um eine Erdöl-Reduktion anstatt um eine CO2-Begrenzung. An der CO2-Sequestrierung verdient ein Biospritbauer ja nichts!

Searles
 
13.01.2010 08:23

"An der CO2-Sequestrierung verdient ein Biospritbauer ja nichts!" Und an einer Verringerung des Oelverbrauchs schon?

Zenon
13.01.2010 09:47

Die Biospritbauer verdient daran, dass Erdöl durch Pflanzenöl oder Ethanol ersetzt wird.

Searles
 
14.01.2010 13:54

Missverstaendnis meinerseits: Hab mich verlesen und das "sprit" uebersehen.

Searles
 
12.01.2010 13:43

Diese beiden Jungs http://en.wikipedia.org/wiki/John... tific_work http://en.wikipedia.org/wiki/Svan... use_effect scheinen ja echt vorgedacht zu haben, als sie den "Hype" erfunden haben.

Finde mir bitte einen Klimaforscher, der die CO2-Abscheidung fuer eine gute Idee haelt.

"hochgefährliches und todbringende"
Finde mir bitte einen Klimaforscher, der das gemeint hat.

"mediengenerierte Realität zur Steuerung der dumpfen Massen"
http://de.wikipedia.org/wiki/Kont... C3%A4rmung

Fischers Fritz
12.01.2010 21:16
Wer hat das wohl geschrieben ?

"Atme mal 100% CO2 und sag dann, obs giftig war"

Searles
 
12.01.2010 22:57

http://de.wikipedia.org/wiki/Kohl... d_Gefahren

CO2-Konzentrationen (Vol-%) in Luft und Auswirkungen auf den Menschen:

* 0,038 %: Derzeitige Konzentration in der Luft
* 0,15 %: Hygienischer Innenraumluftrichtwert für frische Luft
* 0,3 %: MIK-Wert, unterhalb dessen keine Gesundheitsbedenken bei dauerhafter Einwirkung bestehen
* 0,5 % (9 g/m³): MAK-Grenzwert für tägliche Exposition von acht Stunden pro Tag
* 1,5 %: Zunahme des Atemzeitvolumens um mehr als 40 %.
* 4 %: Atemluft beim Ausatmen
* 5 %: Auftreten von Kopfschmerzen, Schwindel und Bewusstlosigkeit
* 8 %: Bewusstlosigkeit, Krämpfe, Eintreten des Todes nach 30–60 Minuten

peace & love
12.01.2010 09:57
der wein von dort ...


... kommt als 'natursekt' auf den markt ...

säbTig
12.01.2010 07:23
jetzt würde mich nur noch interessieren,

was diese seltsam anmutende Maßnahme an Geld und - vor allem - an Energie braucht und somit CO2 produziert ;-)
Das Treibhausgas von 40.000 Autos entspricht ja auch nicht gerade der Menge, die über das Gleichgewicht unserer Athmosphäre entscheidet.

gigngogn
12.01.2010 11:15

Ein Steinkohlekraftwerk stößt ~1kg CO2/kWh aus, bei für Ö typischen 400MW sind das 400to/h
Wenn man jetzt dazurechnet, dass der Wirkungsgrad etwa um ein Drittel absinkt, sie daher um ein Drittel mehr Kohle verbrauchen um die selbe Menge Strom zu erzeugen, erhöht sich der Ausstoß auf ~1,3kg CO2/h bzw 530to/h.

Die 120.000to dieses Projekts werden also in *einem* Steinkohlekraftwerk dieser Leistungsklasse in knapp unter 10 Tagen erzeugt.

CO2 Abtrennung ist ökologischer und ökonomischer Schwachsinn, vor allem weil man über erprobte Techniken verfügt die Kohlekraftwerke zu ersetzen und dabei weniger CO2 pro kWh freizusetzen als PV Anlagen oder Wasserkraft, nämlich Kernkraft.

Heavyweather
12.01.2010 17:17

Kommt darauf an woher die Energie für den Bau des AKWs kommt...
Der EROEI eines AKWs (eines realen...kein Thorium Brüter Phantasiereaktor) liegt zwichen negativ und maximal 10 (und das ist schon ei geschönter IAEA Wert)
Wind und Dünnfilmsolar haben bereits einen EROIE von 30.

Also nix AKW bauen ohne extrem viel fossile Energieträger.

gigngogn
13.01.2010 08:30
Der EROI von Kernkraftanlagen liegt zwischen ~2 und ~60 je nachdem wie alt die Studie ist und wer sie gemacht hat. Auf einen negativen EROI kommen aber nicht einmal die kernkraftgegner

Der große Unterschied liegt daran, das der EROI stark davon abhängt wie angereicht wurde.
Da gibt es 3 Methoden, Gasdiffusion, Zentrifugen und Laseranreicherung(experimentell), mit sehr unterschiedlichem Energiebedarf.
Die, veraltete, Gasdiffusion braucht ~2,5MWh/SWU, Zentrifugen nur noch 50kWh/SWU, ein gewaltiger Unterschied (Faktor ~50).
Mit dem aktuellen Mix bei den Anreicherungsmethoden (65% Zentrifuge, 25% Gas, 10% HEU aus Kernwaffen) liegt der EROI je nach Studie zwischen 16 und 18.

Diskutiert wird das hier
http://www.theoildrum.com/node/3877

Hintergrundinformation hier
http://oekoreligion.npage.de/get_file.... vnr=496828

Zenon
13.01.2010 12:36

Könnte man nicht auf die Anreicherung verzichten, wenn man schnelle Brüter oder Schwerwasserreaktoren verwendet?

gigngogn
13.01.2010 12:48
Kommt drauf an

Schwerwasserreaktoren können auch mit Natururan, ohne Anreicherung, betrieben werde. Allerdings ist das im Vergleich zu den Kosten/Nutzen der Anreicherung unwirtschaftlich weswegen z.B. der CANDU mit auf 2,5% U235 angereichtem Uran betrieben wird.
Bei Thorium als Brennstoff benötigen sie keine Anreicherung, aber da gibt es noch keinen kommerziellen Reaktortyp.

Heavyweather
13.01.2010 09:58

The seemingly most reliable information on EROI is quite old and is summarized in chapter 12 of Hall et al. (1986). Newer information tends to fall into the wildly optimistic camp (high EROI, e.g. 10:1 or more, sometimes wildly more) or the extremely pessimistic (low or even negative EROI) camp (Tyner et al. 1998, Tyner 2002, Fleay 2006 and Caldicamp 2006).

10 oder mehr...
Auch mit den sehr optimistischen 18 ist man immer noch weit unter den 30 von Dünnfilm und Windkraft.

Negativ natürlich wenn die Laufzeit kürzer ist...z.B. bei einer frühzeitigen Abschaltung wegen Erdbeben...

gigngogn
13.01.2010 12:39
Sie vergassen zu erwähnen warum neuere Studien 'wildly optimistic' sind, Gasdiffusion wird von Zentrifugen abgelost, in 10 Jahren wird es keine Gasdiffusionsanreicherung mehr geben und der Energiebedarf sind dadurch entsprechend

Anscheinend haben sie auch den 2ten Link nicht gelesen, oder?

>18 ist man immer noch weit unter den 30 von
>Dünnfilm und Windkraft.
Was nützt ihnen ein hoher EROI, wenn der ROI nicht stimmt?
Was habe ich von Strom der weder dann verfügbar ist ,wenn ich ihn brauche, noch zu einem marktfähigen Preis erzeut werden kann.
Wie schaut der EROI aus, wenn man den nötigen Speicher oder aber die Backupkraftwerke mitrechnet?

Zenon
13.01.2010 01:22

Besonders Zwentendorf hat sich ja bekanntlich nicht rentiert.

MarktSopherl
13.01.2010 13:05
Die Baufirma hat ihr Geld bekommen - es war Profit!

Daß ich Atomkraft, etwas anders betrieben, als Lösung bis zur Fusionsenergie sehe, muß nicht richtig sein, aber ehrlicher als das Getrampel mit Fossieler Energiegewinnung.

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