US-Kehrtwendung in Nahost

Flucht nach vorne

Gudrun Harrer, 10. Jänner 2010 19:02

Clinton und Obama wollen sich durch Strategiewechsel aus dem Verhandlungssumpf befreien

Ein Jahr nach Amtsantritt steckt die US-Regierung von Barack Obama im Nahostsumpf fest, aus dem sie sich jetzt, glaubt man den jüngsten Aussagen von US-Außenministerin Hillary Clinton, durch die Flucht nach vorne befreien will. Alle Schritt-für-Schritt-Normalisierungsfahrpläne für Israel und die Palästinenser werden dabei über Bord geworfen, das Konzept „Die eine Seite macht dieses, wenn die andere jenes tut", das den Automatismus von gegenseitigen Beschuldigungen noch verstärkte, soll durch sofortige Verhandlungen über die Grenzen eines zukünftigen Palästinenserstaates abgelöst werden.

Dem Strategiewechsel ging ein - absehbares - Scheitern voran, nämlich die maximalistischen Siedlungsstopp-Forderungen Obamas, der sich damit nicht nur die eigene Demütigung durch Israel einhandelte, sondern auch noch den Palästinensern den Floh ins Ohr setzte, den Stopp zur Verhandlungsbedingung zu machen.
Und ist auch ein Strategiewechsel an sich vernünftig, wenn man auf den alten Geleisen nicht weiterkommt, so bleibt durch die Vorgeschichte der Geruch haften, dass es doch wieder primär um den Siedlungsstreit geht: Denn wenn die Grenzen einmal irgendwie feststehen - wobei man sie aus x Friedensplänen ja längst mehr oder weniger kennt, das ist ja das Absurde an der Geschichte -, dann tut auch die Beendigung der derzeitigen Siedlungsbau-Suspension nicht mehr so weh. Alles andere - Jerusalem, Flüchtlinge - bleibt aber offen und genauso schwierig. (DER STANDARD Printausgabe, 11.1.2010)

 

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20 Postings
MarioV
12.01.2010 15:27

Klar ist das die Streitparteien den Konflikt alleine nicht lösen können.
Aber es gibt ja im Hinterkopf schon ewig einen Plan, er müsste nur umgesetzt werden:
Ein Pali-Staat wird gegründet, Israel zieht sich zurück.
Die USA (unterstützt von Europa) sichern die Grenze und Israels Sicherheit.
Nicht Israel, sondern diese Bewacher schreiten ein, wenn wieder eine Rakete fliegt.
Das Mandat der Bewacher wird zeitlich begrenzt, damit klar ist, dass die Palis ihren souveränen Staat bekommen.

+DieMeinung+
11.01.2010 08:15
Ein Artikel

Wann hat Fr. HARRER zum letzten mal einen RICHTIGEN Artikel über eine ganze Seite geschrieben ?
Mit Einleitung, Hauptteil, Schluss, Analysen, Fakten und Schlussfolgerungen.

Ihre Texte sind an Trivialität ja kaum mehr zu unterbieten.

venere nera
11.01.2010 09:51

mir gefallen solche kurz-analysen sehr gut. hab keine zeit für seitenlange artikerl al la album. danke frau harrer.

lieber wenig worte, die etwas aussagen, als tausend, die nichts berichten.

Totaler Durchblicksstrudel
 
10.01.2010 19:25

Liebe Frau Harrer, sind die Grenzen von '67 nun doch keine Grenzen? Zumindest gut, dass Frau Clinton das weiß ;) !

IOVIS
10.01.2010 23:35
Die "Grenzen" von 1949 bis 1967 - bekannt als "Grüne Linie" sind die Waffenstillstandlinien von 1949.

Israel wurde innerhalb dieser Grenzen international anerkannt und somit wurden die UN-Grenzen des Teilungsplans von 1947 überholt.

1949 okkupierte Ägypten Gaza und Jordanien annektierte das Westjordanland (welches nur durch GB und Pakistan anerkannt wurde). Stattdessen hätte in diesen Gebieten ein arabischer Staat "Palästina" errichtet werden sollen.

1967 dann eroberte Israel auch diese Gebiet (plus Sinai und Golan). Israelische Diplomaten wollten mit diesen Gebieten ein Faustpfand für Friedensverhandlungen besitzen. Dies funktionierte mit Ägypten (Sinai) 1979.

Über eine Anpassung der Grenzen wollen viele in Israel verhandeln; Ex-Premier Olmert schlug auch einen kompensatorischen Gebietstausch vor...

Also: Grenzen "in progress"

Brücke
11.01.2010 16:04


Also: Grenzen "in progress" ...

in der Alltagssprache Landraub genannt ,
ist ein äußerst perfides Mittel , basierend auf militärischer Gewalt , politische Interessen durchzusetzen .
Von Israel wird die Anerkennung Israels gefordert . Ein Land , das in Absicht ständiger Gebietserweiterung nicht bereit ist , seine Grenzen internationalen Verträgen folgend festzulegen , wird im Interesse internationaler Stabilität selbstverständlich nicht anerkannt .

Ulrich Nagel
11.01.2010 18:40

Dass die umgebenden Staaten mehrmals versucht haben die Grenzen zu ihren Gunsten zu aendern, dabei aber langfristig gescheitert sind uebersehen sie wohl absichtlich.
Natuerlich sind bloss die Istaelis die boesen.

Hubert Ungeist
11.01.2010 19:37
Und weil die Syrer böse sind

darf man die Palästinenser quälen?

Reddogg
 
11.01.2010 14:17

Was Sie bei Olmert und Co. jedoch vergessen ist das Israel bisher nie bereit war bei diesen kompensatorischen Gebietstausch 1. flächenmäßig wie auch 2. qualitativ selbiges Territorium abzugeben. Und genau da liegt dann auch der Unterschied zu Ägypten und Jordanien...Die Palästinenser haben wiederholt darauf hingewiesen dass sie einen Palästinenserstaat in den Gebieten von '67 wollen, sogar die Hamas. Nur einer wehrt sich immer noch leider dagegen...

Hubert Ungeist
11.01.2010 19:39
Aber gewiss doch

man hat ein Stück WÜste Negev angeboten, selbstverständlich ein bisschen kleiner als der blühende Grund auf dem die Städte im WJL stehen

Timagoras
 
11.01.2010 17:29
"... dass sie einen Palästinenserstaat in den Gebieten von '67 wollen, sogar die Hamas"


das ist pure phantasie!

wenn sie behaupten, die hamas wuerde Israel anerkennen, wenn dieses im gegenzug einen "Palästinenserstaat in den Gebieten von '67" akzeptiert, sind Sie entweder ein phantast, oder ein luegner.


Natascha G.
18.01.2010 15:59

Vielen Dank fuer die Richtigstellung!!

MarioV
12.01.2010 08:08

Aber in der Politik zählt die normative Kraft des Faktischen.
Adenauer wollte die DDR nie anerkennen, und manche bis heute nicht die Zugehörigkeit Südtirols zu Italien.
Wenn es irgendwann 2 getrennte Staaten gibt, und sich immer mehr Palästinenser damit arrangieren, wenn vielleicht auch mit versteinerter Miene, was bleibt ihnen anders übrig als die Gegebenheiten hinzunehmen?

Timagoras
 
12.01.2010 09:30
"was bleibt ihnen anders übrig als die Gegebenheiten hinzunehmen?"


das ist pure spekulation bzw. wunschdenken, und hat mit der gegenwärtigen realität nichts zu tun.

daher ist es sowohl falsch als auch in höchstem maße unredlich (gelinde ausgedrückt), mit den worten: "Nur einer wehrt sich immer noch leider dagegen...", Israel die alleinschuld an der misere zuzuschieben.
die motive für solche "alleinschuldzuschreibungen" sind bekannt!

Reddogg
 
11.01.2010 19:58

Sie sollten lesen was ich schreibe, Sie zitieren es sogar noch richtig, aber interpretieren wieder einmal mehr hinein als da steht. Es steht einen paläst. Staat in den '67er Grenzen, nichts von Anerkennung Israel's...Das sind zwei Paar Schuhe- Und im Gegensatz zu den Verhandlungen mit der Fatah wird es eine Anerkennung erst NACH oder GLEICHZEITIG mit der Unterschrift des Friedensvertrages geben nicht wie bei der Fatah was honoriert wurde/wird mit noch mehr Landenteignung in WJL.

Timagoras
 
14.01.2010 15:44
"wird es eine Anerkennung erst NACH oder GLEICHZEITIG mit der Unterschrift des Friedensvertrages geben "


Sie haben wirklich noch nie die charta der hamas gelesen, stimmt's?

sollten Sie vielleicht mal ....

Reddogg
 
14.01.2010 16:06

Sie haben noch nie die Charta der Fatah zu Zeiten der Friedensverhandlungen gelesen, oder? Sollten Sie mal nachholen...

Timagoras
 
14.01.2010 18:31


DAS ist Ihre - kindische - "retourkutsche"?

weil Sie die charta der hamas nicht kennen, antworten Sie mit "aber Du kennst das und das AUCH NICHT"?

wie peinlich kann man sein?

Reddogg
 
14.01.2010 18:58

Sie haben anscheinend nicht einmal im Hauch verstanden was ich Ihnen damit sagen wollte. Für diejenigen wie Sie. 1.Fatah wurde zu Verhandlungen einbezogen trotz dass Sie die Vernichtung Israel's in der Charta hatten. Wie verhält man sich bei der Hamas? 2.Zu keinem Zeitpunkt gab es mit der Fatah eine Waffenruhe. Wer hat erstmalig eine Waffenruhe für Gaza mit Israel ausmachen können? 3.Die Fatah hat während der Verhandlungen eine Änderung der Charta in Aussicht gestellt. Auch die Hamas willigte ein einen Palästinenserstaat in den Grenzen von '67 zu akzeptieren bei einem fairem Friedensvertrag. 4.Fatah sprach dies vorher aus. Resultat gerade in WJL zieht man tagtäglich, so etwas wird mit der Hamas nicht möglich sein. Denn sie haben gelernt.

Hadschi Schlehmil
 
11.01.2010 16:45
dann sollten ihre freunde von der hamas

schleunigst mal ihre charta ändern oder vom netz nehmen, da steht nämlich ganz etwas anderes.
ihre volksreden klingen auch nicht danach....

das schöne offizielle wappen der PLO (gegründet 1964!) zeigt auch noch immer "ganz" palästina westlich des jordans inkl. kern-UNO teilungs-israel von 48, den golan, gaza und dem WDL.

ostpalästina, sprich jordanien zu begehren hat ihnen der könig im schwarzen september 70 gründlich ausgetrieben....

ansonsten entsprich ihr posting den tatsachen:es gibt israel und olmert ist ein israeli

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