Landeswährung Bolivar wird abgewertet

10. Jänner 2010, 14:17

Opposition: "Desaster" - Chavez will damit die heimische Wirtschaft stärken

Caracas - Venezuelas linksgerichteter Staatschef Hugo Chavez hat die Nationalwährung Bolivar deutlich abgewertet und damit harsche Kritik der Opposition ausgelöst. Von Montag an verdoppelt sich der für die Industrie und wichtige Importe ausschlaggebenden "Petro-Dollar"-Kurs von bisher 2,15 auf 4,30 Bolivar je US-Dollar. Chavez kündigte am Freitag zudem die Einführung eines "Doppel-Kurssystems" an. Danach wird der Kurs etwa für Lebensmittel und Medikamente "nur" auf 2,60 Bolivar angehoben. Die Opposition sprach von einem "Schwarzen Freitag" für Venezuela. Die Abwertung gehe allein zulasten der Bevölkerung.

Chávez verteidigte die Maßnahmen dagegen als "gerecht und notwendig" und Beitrag zu Stärkung der heimischen Wirtschaft. "Dies wird die Produktivität in Venezuela erhöhen. Wir werden mehr Produkte konsumieren, die in Venezuela für Venezolaner hergestellt werden", versicherte er. Oppositionelle sprachen dagegen von einem "Desaster". Künftig müssten die Venezolaner für viele Produkte das Doppelte bezahlen, kritisierte der Oberbürgermeister von Caracas, Antonio Ledezma. Die Abwertung des Bolivar werde das Leben der Menschen verteuern und die heute schon hohe Inflation beschleunigen, die jetzt Kurs auf 30 Prozent nehmen werde.

Bereits 2009 registrierte Venezuela mit 25,1 Prozent Inflation die höchste Rate in Südamerika. Die Regierung in Caracas rechnet in diesem Jahr mit einer Abschwächung der Inflation auf 20 bis 22 Prozent. Den Samstag nutzten viele Venezolaner nach lokalen Medienberichten zum Kauf von importierten Elektronikgeräten, die von Montag an deutlich teurer werden dürften. Durch die Abwertung dürften aber vor allem die öffentlichen Einnahmen Venezuelas aus den Ölexporten steigen, die etwa 50 Prozent zum nationalen Haushalt beitragen. Das Bruttoinlandsprodukt des südamerikanischen Landes schrumpfte 2009 um 2,9 Prozent. (APA)

 

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Posting 1 bis 25 von 101
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kaloka
01
12.1.2010, 13:56
Die ersten 70 Läden wurden geschlossen (von der Regierung)

.... weil sie Preiserhöhungen wegen dem Bolivar-Zerfall vornahmen.
Nächster Schritt ist die Verstaatlichung.

Preise für Flüge ins Ausland wurden verdoppelt (damit an den neuen ofiziellen Wechselkurs angepasst)

kaloka
00
14.1.2010, 16:15

... aktuell knapp 400 Läden geschlossen

kaloka
00
15.1.2010, 09:12

... jetzt 700

lichtloser
00
12.1.2010, 16:46

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!

Redwraithvienna
00
12.1.2010, 23:04
braucht ja auch niemand ....

es gibt ja dschungel und meer.

dschango
10
12.1.2010, 12:31
In guter Gesellschaft

Der letzte Politiker, der solch eine Aktion durchgezogen hat, war Mugabe...

Lord Chaos
33
11.1.2010, 16:43


Uphs, und die letzte linke Sternschnuppe ist verblasst.

yomellamo
10
11.1.2010, 23:02

.. wenn sie nur verblassen würde.. leider hinterlässt sie einen Krater von der größe venezuelas.

Horst Holger
00
29.1.2010, 23:43
richtig! Während sich der Chavez Clan

nach dessem baldigen Abgang (wenn es so weiter geht, dann brauchen wir nicht mehr lange darauf warten) gesammelt in einen der zahlreichen Privatjets setzen wird und ins Exil nach Cuba mit dick gefüllten Taschen anzwitschern wird, bleibt ein zerrissenes Land und wirtschaftlich ruiniertes Land, das Jahrezehnte brauchen wird um sich vom Tsunami Hugo C. erholen wird.

Com Pirx
49
11.1.2010, 09:33

Jeder Kontinent hat mindestens einen völlig durchgeknallten Politiker. Europa hat Berlusconi, Afrika hat Ghaddafi und Amerika hat Chavez.

Die fehlenden Kontinente sind nach eigenem Gutdünken aufzufüllen. Nur die Antarktis laßt's mir bitte in Ruh'. Dort ist niemand so deppert, weil's so arschkalt ist.

marko serbe
53
11.1.2010, 16:01

Amerika hat Obama

Alfons Capone
00
11.1.2010, 14:33
und australien?

Redwraithvienna
00
11.1.2010, 18:12
Ach machen wir da doch Austral-asien draus

sprich Australien, Neuseeland und die diversen Südsee Nationen dann findet sich sicher irgendwer ...

kaloka
05
11.1.2010, 09:12
Chávez droht jetzt mit Enteignungen

In seiner Sendung «Aló, Presidente» rief Chávez Militär und Polizei auf, auf die Strassen zu gehen und die Preisstabilität zu kontrollieren.

«Es gibt keinen Grund für irgendwelche Preisanhebungen» (!!), sagte Chávez.

Er könne die Enteignung von Geschäften anordnen.


Redwraithvienna
23
11.1.2010, 14:15
Klar gibt es keinen Grund die Preise zu erhöhen ...

wenn man nichts mehr importiert dann muss man auf diese Waren ja auch nicht die preise anheben.

Willkommen in real existierenden Sozialismus.

(Dumm halt nur wenn man in einem Land lebt das um die 60% der Lebensmittel importiert)

Horst Holger
00
29.1.2010, 23:46
80% der Lebensmittel inzwischen übrigens

auch Dank des Hugos Enteignungen der privaten Großgrundbesitzer. Deren zahlreiche Nachfolger erwirtschaften nur einen Bruchteil dessen, was vorher produziert wurde.

ragacito
617
10.1.2010, 22:42
was man hier so lesen muss...

also wenn ich ehrlich bin, dann sollte jeder der noch nicht selbst in Venezuela war (und zwar nicht bloß auf Pauschalurlaub), gar nicht erst zu posten beginnen und seine weisheiten bekanntgeben!!!

"überfällig", "alphabetisierung", "kostenlose med. versorgung",...
-> alles blödsinn: dort funktioniert fast gar NICHTS (und ohne nötiges kleingeld sowieso nichts)!!!
so traurig das auch ist, es ist die realität!!!

das einzige was die abwertung bringt ist:
die ersparnisse und löhne der leute werden halbiert, die kriminalität wird steigen (sofern überhaupt möglich), die armut und sozialen spannungen werden sich verschlimmern...

wenn man hier in österreich sitzt, kann man leicht über das sozialistischen tropenparadieses posten...

Pi der Grieche
53
11.1.2010, 10:01

Alles nur eine Frage des Standpunktes.
In Caracas (nicht in den Barrios) oder in einem der reichen nördlichen Länder hält man Chávez für total verrückt. Je weiter südlich oder westlich man kommt, umso mehr Anhänger finden sich. Klar, da oben leben die Reichen, die Angst vor Eigentumsabwertung haben, weiter unten leben Menschen, deren einziger materieller Reichtum es ist, einen Fernseher zu besitzen.
Übrigens stimmt das mit der kostenlosen medizinischen Grundversorgung.
Ich konnte mich vor Ort und am eigenen Leib davon überzeugen. Klar, wer statt Gips eine Aircastschiene möchte, der muss zahlen.

Horst Holger
00
29.1.2010, 23:49
Sie haben tatsächlich einen Gips bekommen?

Sie Glücklicher! Meine Frau musste nach Ihrem letzten Unfall 5 staatliche "Kliniken" durchlaufen (allerdings im ländlichen Gebiet südlich Maturin) bis wird dann schliesslich in einer Privatklinik fündig wurden. Bei Ihnen ist es also wohl schon eine Weile her, daß Sie dort waren?!

Redwraithvienna
10
11.1.2010, 14:18
Jo ...

nur der einzige materielle reichtum ist gerade um das dopplete teurer geworden ...

ragacito
12
11.1.2010, 13:16

also wenn die kostenlose med. grundversorgung so aussieht, dass:

-man glück haben muss wenn überhaupt ein arzt da ist (die meisten arbeiten in privaten krankenhäusern, weil sie dort wenigstens regelmässig lohn bekommen).
-man freunde und verwandte bitten muss die erforderliche medizin auf eigene kosten bei einer apotheke zu holen, weil es im krankenhaus nichts gibt.
-unmengen an bürokratischen hürden nehmen muss um überhaupt an einen OPtermin zu gelangen (kostete natürlich einige VBS damit überhaupt was erledigt wird).
-usw...

dann gibt es diese grundversorgung wirklich!!!

sicher darf mein keine europäischen standards erwarten, aber unter grundversorgung stelle ich mir, selbst mit den niedrigsten erwartungen etwas anderes vor!

kaloka
12
11.1.2010, 10:48

Wie kommen sie auf ein Nord-Süd-(Armuts)-Gefälle in LA???
Chavez verspricht den Reichen was wegzunehmen und den Armen zu geben. Er hat seine Anhänger zweifellos bei den eher Mittellosen und weniger Gebildeten.
Kostenlose medizinische Grundversorgung gab es übrigens schon lange vor Chavez in Venezuela.
Das er mit einem zigfachen höheren Ölpreis als seine Vorgänger über viel viel bessere finanzielle Mittel verfügt und er deshalb einfach mehr "geben" kann/könnte sollte man auch beachten.
Seine rhetorischen Qualitäten stehen ausser Zweifel.

Horst Holger
00
29.1.2010, 23:52
Rhetorik ist das falsche Wort

Populistisch in der Sprache des einfachen Volkes, weit weg von jeder Diplomatie und Sachverstand! INzwischen rennen ihm jedoch auch die einfachen Leute nicht mehr hinterher, nach 10 Jahren wird jeder Schlauer, spätestens wenn der Magen knurrt weil es keine kostenlosen Mahlzeiten mehr gibt...(die Missionen sind ebenso pleite wie die PDVSA).

caura
00
12.1.2010, 19:05

Ja die Rhetorischen Qualitäten stehen echt ausser Zweifel. Erinnert an Haider.
Da gibts mehr Parallelen. Chavez hat das Öl, Haider die Hypo. Chavez liebt Ahmadinedschad; Haider den Gadaffi. Denke die beiden hätten sich gar nicht so schlecht verstanden....

nAK
86
10.1.2010, 19:47
Überfällig

Es bildeten sich ganze Kaffeefahrten von wohlhabenden Venezolanern, die ins Ausland (v.a. niederl. Antillen) fuhren, dort zum Kurs von 1:2,15 Geld abhoben und dann zu Hause zum Kurs von 1:5 umtauschten. So verdoppelt man abgehobenes Geld.

Die Devisenkontrolle bleibt für Entwicklungsländer unabdingbar.
Selbst Deutschland hat diese erst 1966 aufgehoben, Brasilien hat diese seit über 25 Jahren.

Wer stürmt eigentlich die Läden für Fernseher, Computer etc.? Die 80% Venezolaner, die arm sind oder die, die befürchten nicht weiter von der Bevölkerungsmehrheit der Armen subventioniert zu werden?

Überfällig.

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