Brandanschlag auf weitere Kirche

9. Jänner 2010, 11:52

Konflikt um Verwendung des Allah-Begriffs spitzt sich zu

Kuala Lumpur - Im Zeichen wachsender Spannungen zwischen muslimischer Mehrheit und christlicher Minderheit in Malaysia ist am Samstag der vierte Brandanschlag innerhalb weniger Stunden auf eine Kirche in der Bundeshauptstadt Kuala Lumpur verübt worden. Bischof Philip Loke erklärte, zwei Brandsätze hätten die Fensterscheiben verfehlt und seien gegen die Mauer des Gotteshauses im Vorort Petaling Jaya geprallt. Gemeindemitglieder seiner Good Shepherd Lutheran Church hätten zwei verkohlte Stellen und Glassplitter entdeckt. Schaden sei nicht entstanden.

Am Vortag waren in Kuala Lumpur Brandanschläge auf drei Kirchen verübt worden. Premierminister Najib Razak verurteilte die Gewalt und erklärte, die Regierung des Königreichs werde alles tun, um solche Übergriffe zu verhindern. Ausgelöst wurden die neuen Spannungen durch einen Gerichtsentscheid von Ende Dezember, der der katholischen Zeitung "The Herald" erlaubte, den christlichen Gott als "Allah" zu bezeichnen. Das Urteil löste bei vielen Muslimen Empörung aus, die Regierung hat die Gerichtsentscheidung angefochten. Rund 60 Prozent der 28 Millionen Einwohner Malaysias sind Muslime.

Malaysia ist eine islamische Wahlmonarchie als Bund der Sultanate Kelantan, Kedah, Pahang, Johore, Perak, Selangor und Terengganu und der Fürstentümer Perlis und Negri Sembilan, deren Herrscher einander alle fünf Jahre als "Yang di-Pertuan Agong" in der Königswürde ablösen. 1963 schloss sich der Malaiische Bund mit Singapur und den Territorien Sarawak und Sabah (Nordborneo) zur "Föderation Malaysia" zusammen, aus welcher der Stadtstaat Singapur zwei Jahre später wegen politischer und wirtschaftlicher Differenzen austrat.

Allah bei Muslimen, Juden und Christen

Der Gebrauch des Wortes Allah war bis zu dem umstrittenen Gerichtsbeschluss nur im islamischen Kontext erlaubt. Arabisch sprechende Juden und Christen verwenden Allah auch in Bibelübersetzungen in der arabischen Sprache. Für das Christentum stellt sich im Hinblick auf den interreligiösen Dialog die Frage, ob der Allah der Muslime und der Gott der Bibel identisch sind. Im Konzilsdokument Nostra Aetate der katholischen Kirche heißt es: "Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat." (APA/APD)

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6 Postings

soll sie doch alle der göttliche blitz treffen...
wie kann man nur dermaßen verblendet sein?
*kopfschüttel*

Ich glaube es wird Zeit das die Christlichen Länder mit Wirtschafssanktionen und naja Tourismusboykot den Moslems in Malaysia zeigen, das Sie nicht von Allah gefüttert werden.

mach nicht ins hoserl

ich lebe hier, es ist der vierte anschlag auf ein und selbe kirche, selbst beim vierten mal hat er/sie/es nichts zusammen gebracht. da ist genau ein spinner am werk, kann bei uns genau so passieren.
ist hoch gespielt weil jemand es so will.
Hier in MY sind uebrigens alle art von christlichen kirchen am werk, mache davon kennen wir in AT ueberhaupt nicht. eine davon musste umbedingt allah als namen ihres gottes waehlen. warum auch immer. das sie damit den 60% muslim auf den schwanz tritt war der kirche ziemlich sicher bewusst. warum tut man so was? ein schwachsinn sondergleichen.

und heute wurde eine kirche in miri attackiert.

Eigentlich sollte hier aber kein Problem bestehen. Weder in der Binnenlogik von Christen, die im arabischen immer Allah für Gott verwenden und erst Recht nicht bei Muslimen. Im Koran wird ja oft genug festgestellt, dass Mohamed mit Allah den Gott der Juden und Christen meint (zum Beispiel in Sure 29,46). Wo liegt eigentlich das Problem? Naja, Religion halt.

laut strait times,die ich gestern noch in meinem haus in kuching gelesen habe,handelt es sich um drei unterschiedl. kirchen. und dass my einen schwer rassistischen weg gegen seine eigenen chin. und ind. landsleute einschlägt und einen islamistischen obendrein,steht ausser zweifel. ich darf nur an die perversen scheidungsurteile der scharia verweisen,auf die unmöglichkeit,zu konvertieren, auf die studiengebühren für chinesen,während males-auch wenn sie schlechtere noten haben,keine gebühren zahlen. von der korruption ganz zu schweigen. sollte es zu keinem wechsel kommen,ist das land in 10 jahren im arsch.

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