Österreich braucht Zuwanderer

08. Jänner 2010 19:23

Vom fehlenden Mut zu einer Integrationspolitik profitieren die rechten Parteien

Österreich ist ein Einwanderungsland und braucht Migranten. Zu sagen traut sich das derzeit kein Politiker von SPÖ oder ÖVP. Die Diskussion um das Asylaufnahmezentrum in Eberau hat das Ausländerthema so emotionalisiert, dass auch in der Sache kein Ausweg möglich scheint.

Wenn Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) sagt, dass "mehr als 80 Prozent der Asylwerber aus wirtschaftlichen Gründen oder als Kriminelle nach Österreich" kommen, dann darf man sich nicht wundern, dass das geplante Asylaufnahmezentrum niemand haben will. Wer wie Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) ein verbindliches Referendum verlangt, kann das Projekt gleich für gescheitert erklären. Das wäre ehrlicher, als das Volk abstimmen zu lassen. Denn für ein solches Zentrum wird kein Koalitionspolitiker offensiv werben.

Direkte Demokratie ist wichtig, hat aber ihre Grenzen. Über Menschenrechte darf nicht abgestimmt werden, und Asylansuchen sind ein fundamentales Menschenrecht. Österreich hat sich international zur Wahrung der Menschenrechte verpflichtet.

Weil sich Österreich nicht als Einwanderungsland versteht, gibt es auch keine systematische staatliche Zuwanderungs- und Integrationspolitik. In vielen europäischen Staaten wie Schweden, Dänemark, den Niederlanden und Frankreich gibt es ein eigenes Integrationsministerium, in Deutschland immerhin auf Länderebene. In Österreich fehlt eine Koordinierungsstelle, das Innenministerium - egal ob SP- oder VP-geführt - sieht Ausländer unter dem Aspekt des Sicherheitsrisikos.

Es ist höchst an der Zeit, auch hierzulande ein Zuwanderungsmodell zu etablieren, das die Unterscheidung zwischen Flüchtlingen und Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen kommen, schon vor dem Asylantrag ermöglicht. In Australien, Neuseeland oder Kanada (seit 1967) gibt es ein durchschaubares, nach vernünftigen Kriterien gestaltetes Zuwanderungskonzept. Ein Modell nach Kriterien, das sich auch an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes orientiert, würde das Asylsystem schlagartig entlasten und seinen Missbrauch eindämmen. Konzepte dazu gibt es: Die Industriellenvereinigung, die fürwahr nicht in Verdacht steht, in Multikulti-Träumereien zu schwelgen, fordert, dass Österreich "von einer defensiven und sicherheitsorientierten zu einer aktiven und zukunftsorientierten Migrations- und Integrationspolitik kommen" müsse. Auch die Wirtschaftskammer stellt klar, dass Österreich Zuwanderung schon aus demografischen Gesichtspunkten brauche.

Was man bisher von Fekters Integrationsplan weiß, ist, dass Zuwanderer Deutsch lernen müssen, bevor sie nach Österreich kommen. Wie sollen Flüchtlinge wie Tschetschenen und Afghanen in ihrer Heimat, wo Krieg herrscht, Deutsch lernen? Auch die SPÖ hat keine Integrationskonzepte, die sie öffentlich aktiv vertritt.

In Österreich verläuft der Diskurs seit Jahren in einem selbstreferenziellen System: Boulevardmedien schüren die Angst vor Ausländern, Politiker reagieren darauf, dann schüren Politiker Ängste und Medien reagieren darauf. So wird Zuwanderung als Bedrohung dargestellt, Asylwerber werden als potenzielle Kriminelle abgestempelt. Politisch profitieren davon die rechten Parteien. (Alexandra Föderl-Schmid, DER STANDARD Printausgabe, 09.10.01.2010

 

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RonConSoda
30.01.2010 11:16


ja wir brauchen 10.000e manager und politiker, die unseren zeigen wie's gemacht gehört und natürlich um sehr viel günstiger als unsere.

Wann haltet Strache wieder eine blede Rede?
21.01.2010 10:09
Ihr habt einen Ausländerwahn!

Jeder hat in irgendeiner Generation in der Familie selbst Zuwanderer!
Wie hätte es ohne die geben sollen!
Sie sind nur in der ersten Generation unangenehm für Euch weil ihr nicht warten könnt was raus kommt!
Außerdem akzeptiert man jeden Menschen weil das zum Niveau gehört und ihr ja auch selbst akzeptiert werden wollt!
Wir müsen ja auch die faulen Österreicher akzeptieren die seit 30 Jahren arbeitslos sind und sich mit Vortäuschen von Krankenständen vor den Kursen schützen!
Das ist mehr als primitiv wenn ein Mensch auf den anderen los geht, weil er zu einer Minorität gehört!
Überlegen Sie einmal!

2ndopinion
15.01.2010 14:13
Einwanderung ja, aber gezielt und nicht nach dem Gießkannenprinzip

Dazu ein interessanter und intelligenter Gastkommentar in der Presse:

http://diepresse.com/home/mein... 0/index.do

Humtata
13.01.2010 12:46
...

["Wenn Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) sagt, dass "mehr als 80 Prozent der Asylwerber aus wirtschaftlichen Gründen oder als Kriminelle nach Österreich" kommen, dann darf man sich nicht wundern, dass das geplante Asylaufnahmezentrum niemand haben will"]

Nun, sie sagt es zwar, aber das Sagen ist wohl nicht das Problem. Das Problem ist, dass diese Statistik womöglich den Tatsachen entspricht bzw. entsprechen könnte? Hat jemand genauere Informationen dazu?

Thomas Wetschnig
12.01.2010 16:07
Einwanderung ist ...............

...... die notwendige Frischzellenkur für jede Gesellschaft. Wer sich noch an das Wien der 70er Jahre erinnern kann wird unschwer feststellen, welch positive Entwicklung die Stadt gemacht hat. Nun geht es nur noch darum, die vielen neuen Winerinnen und Wienern an den politischen Mitbestimmungsrechten teilhaben zu lassen, damit sich die positive Entwicklung auch auf die Politik niederschlägt.

http://schmelztiegel-wien.blogspot.com/

MarioV
13.01.2010 09:51

Das Hauptproblem bei der Zuwanderung ist die ungleiche Nutzen/Lasten-Verteilung.
Den Nutzen zieht die Wirtschaft(billige Arbeitskräfte) und höhere Bildungsschichten(nette Plaudereien mit ausländischen Akademikern)
Die Lasten hingegen tragen jene die von Lohndumping und verminderten Aufstiegschancen betroffen sind, jene, die aufgrund ihrer sozialen Schicht in Schule, Beruf und Wohnen mit Migranten niedriger Bildungsschicht zu tun haben.
Davon profitiert logischerweise die FPÖ.
Die Frage lautet: Wie kann Einwanderung so gestaltet werden das die Nutzen/Lastenverteilung gerecht wird?
Damit aber müsste man zuerst die Existenz der Probleme anerkennen, statt sie Vogel Strauß - artig zu ignorieren. Es sei denn, man will Strache stärken.

Thomas Wetschnig
13.01.2010 10:42
Dann muß man eben mal aufhören ...............

.......... das Thema andauernd zu tabuisieren und sich der Sache stellen:
ÖSTERREICH IST EIN EINWANDERUNGSLAND!!!
Das ist das unveränderliche Faktum. Wenn das endlich mal alle behirnt haben, dann können wir die Ärmel hochkrempeln um die Probleme anzupacken.
So lange wir aber immer nur darüber diskutieren, ob die Erde rund oder vielleicht doch eine Scheibe ist, so lange wird nichts geschehen.

ordy
13.01.2010 12:49

Das es Einwanderung nach Österreich gibt ist aber kein Naturgesetz, sondern ist deshalb so, weil es die etablierten Parteien wollen.
Die FPÖ hingegen will als einzige Partei keine weitere Neuzuwanderung. Schließlich hat Ö mehr als genug getan und Zigtausende aufgenommen.
Irgendwann muss Schluß damit sein.

Thomas Wetschnig
13.01.2010 15:13
Dann sollen die auch die Konsequenzen ziehen ...........

............. und sich ihre Renten um mindestens 1/3 kürzen lassen. Denn wenn die fütternde Hand andauernd gebissen wird, wird sie eben die Fütterung einstellen.
Leider ist es noch nie passiert, daß alle Migranten nur mal für einen oder 2 Tage ihre Arbeit einstellen. Dann würden die Leute nämlich erst erkennen, was von dieser Bevölkerungsgruppe alles geleistet wird.

aleph null
17.01.2010 07:55
Nicht einmal 20% der Bevölkerung,

noch dazu diejenige mit der niedrigsten Erwerbsquote und der höchsten Arbeitslosenquote, soll zu einem Drittel meine Rente finanzieren.

Wie soll das gehen?

Mirabeau
12.01.2010 10:45
Schöne, neue, neoliberale Welt

Die Industrie verlagert ihre Produktion in Hungerlohnländer, in Länder ohne Gewerkschaften, ohne Umweltauflagen.
Der arme Dienstleistungssektor kann das leider nicht. Wen in Wien ein Kanal gebraucht wird, nützt es wenig, wenn man ihn in Vietnam viel billiger graben lassen könnte. Was tun? Was tun, wenn sich kein hiesiger zu diesem Lohn in die Künette stellen will?
Natürlich könnte die Baufirma den Lohn soweit erhöhen, bis sich genug Leute finden, die sich um diesen Preis das Kreuz verrenken wollen, aber das geht halt vom Gewinn ab.
Also denkt sich der Unternehmer, wenn wir den Kanal nicht im Ausland graben lassen können, dann importieren wir doch von dort die billige Lohnsklaven!
Und schon steht im Standard:
Österreich braucht Zuwanderer!

Thomas Wetschnig
12.01.2010 16:11
Sie sind sicher der Erste ..............

.......... der laut aufschreit, wenn die Stadt Wien wieder mal die Kommunalabgaben erhöht.

diamant
 
12.01.2010 14:48
Ein nicht genuegend in Wirtschaftskunde ist in Oesterreich also

wirklich keine Problem......

Martin Rosenkranz
11.01.2010 23:30
Österreich braucht keine Zuwanderer mehr?

Wozu ?
Zigtausende Jugendliche ohne Job, hunderttausende in präkären oder "atypischen" Beschäftigungsverhältnissen, Lohndumping in prakisch allen Branchen.
Es reicht!
Wir müssen wieder zu dem Punkt kommen wo die Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer nicht nur suchen sondern auch behalten wollen und das kann nur Funktionieren wenn der Druck sich umkehrt und nicht Arbeitsplätze gesucht sondern Arbeitnehmer gesucht werden.

Denn so wie es jetzt läuft profitiert nur die elitäre Spitze - für die breite Masse wirds immer bescheidener.

madlex
11.01.2010 23:05
Österreich als Einwanderungs im gleichen Atemzug wie

Amerika oder Kanada zu nennen -zeigt von wenig Fachverstand - welches bei immer mehr Journalisten anzutreffen ist.Jedes Land weißt in bestimmten Maße Zu & Abwanderung aus. Das gilt für Österreich in gleicher Weise -
Aber vielleicht hat eine Mischung aus unverantwortlicher Politik & Naivität Österreich zu einem "Einwanderungsland" gemacht.Laut OECD weißt Österreich einen der international höchsten Migrantenanteilen mit erschreckend niedigen Bildungsniveau auf.Das wäre verzichtbar gewesen -
Angesichts eines Ausländeranteils von schon mehr 30% z.B in Wien noch nach weiteren Migranten zu rufen, ist zwar ein Hohn -wobei im Grunde genommen qualifizierte Einwanderung natürlich Sinn macht.Der Fehler lag aber schon in der Vergangenheit!

Thomas Wetschnig
12.01.2010 16:13
Nach wie vor ...............

............ gehen die besten Köpfe der Welt in die USA. Europa hat das Nachsehen, weil man sich immer noch nicht dazu durchgerungen hat, Anreize zu schaffen.

MarioV
13.01.2010 08:32

Das hat mit der Verdienst-Möglichkeit zu tun.

Timagoras
 
11.01.2010 20:13
"Es ist höchst an der Zeit, auch hierzulande ein Zuwanderungsmodell zu etablieren, das die Unterscheidung zwischen Flüchtlingen und Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen kommen, schon vor dem Asylantrag ermöglicht"


ich verstehe gar nicht, warum man diese menschen auseinanderdividieren muss, und so eine art "zweiklassen-zuwanderer-gesellschaft" bildet.

menschen die hierherkommen, sollten als einfach von vornherein als menschen behandelt werden.
und erst wenn sie sich was zuschulden kommen lassen, oder sich partout nicht in gesellschaft oder arbeitsprozess integrieren wollen, kann man über geeignete mittel nachdenken, wie man das im einzelfall lösen kann und soll.

MarioV
12.01.2010 07:57

Warum man unterscheiden muss?
Nun, weil ein 8-Mio-Staat nur einen Winzig-Bruchteil jener, die gerne kommen würden, aufnehmen kann.
Ö war diesbezüglich übrigens in den letzten Jahrzehnten sehr großzügig und in diese grundsätzlich sehr ausländerfreundliche Gesellschaft kommen daher Menschen aus der ganzen Welt auch sehr gerne.
Politisch Verfolgte hingegen haben auf jeden Fall das moralische und auch völkerrechtliche Recht hier Unterschlupf zu finden.

Thomas Wetschnig
12.01.2010 16:15
Sind Sie schon aufgewacht?

Wir leben nicht in einem 8 Millionen Staat, sondern inzwischen in einem 500 Millionen Staat.
Aber Sie können gerne weiter schlafen.

MarioV
13.01.2010 08:31

Ö hat 8 Mio Einwohner.

Chris_SM
11.01.2010 17:55
Lingens zitiert aus dem aktuellen Profil p. 1

Strache behauptet zu Recht, dass von 50.000 Zuwanderern nur 5.000 im Arbeitsprozess eingegliedert sind. Alle anderen profitieren von Österreichs Sozialgesetzgebung und Umverteilung.
Im Gegensatz zu Leuten, die Zuwanderung vor allem verbal vertreten und von Multikultur schwärmen, habe ich zeitlebens Flüchtlinge und Zuwanderer in meine Wohnung aufgenommen und mich bemüht, ihnen zu helfen, aber ich bin gegen Fehlinformation.
Man soll nicht behaupten, dass die Zuwanderung wirtschaftlich notwendig und sozial unproblematisch ist, wenn sie in Wirklichkeit in der Form, in der sie geübt wird, Geld kostet und soziale Probleme provoziert.

Chris_SM
11.01.2010 17:42
Lingens zitiert aus dem aktuellen Profil p. 2

wirtschaftlich erfolgreiche Zuwanderungspolitik hätte folgendermassen aussehen müssen:
Angeworben und eingebürgert werden vorzugsweise Personen mit hoher Qualifikation.
Die Herkunft aus einer Gesellschaft, in der Frauen üblicherweise nicht berufstätig sind, wird als Zuwanderungshindernis gewertet.
Wie in Frankreich oder Spanien beginnt die Schulausbildung generell ab dem 3. Lebensjahr, sodass sichergestellt ist, dass die Kinder von Zuwanderern ausreichend Deutsch können.

Das alles wurde versäumt und wird H.C. Strache Erdrutscherfolge bescheren.

Der Ruhestifter
13.01.2010 01:54
Die herkunft kann ja wohl nicht kriterium sein

Menschen mit archaischen, patriarchalischen vorstellungen sind mir auch nicht willkommen. Aber man kann das nicht daran festmachen, was in der gesellschaft des landes üblich ist, aus der jemand kommt. Immerhin gibt es menschen aus islamisch geprägten ländern, die keine politischen flüchtlinge sind, aber die rückständigen gesellschaften dort ablehnen. Diese sind erst mal sympathischer als menschen aus einer relativ aufgeklärten gesellschaft, die sich in dieser gesellschaft in eine religiöse oder sonstwie traditionalistische subkultur zurückgeszogen haben.

Chris_SM
11.01.2010 21:48

Man vergleiche dazu Föderl-Schmid, die uns afganische und tschetschenische Flüchtlinge als "qualifizierte Zuwanderer" unterjubeln möchte...

Man denke an die viel zu vielen unqualifizierten Türken, die auch 2010 unter dem Titel Familienzusammenführung nach Ö kommen werden(mehr als 5T)


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