Fidel Castro zur "Seifenoper von Kopenhagen"

Aus einer Botschaft zum 51. Jahrestag der kubanischen Revolution, in der sich der "Maximo Lider" als Klimaschutz-Revolutionär gegen den "Yankee-Präsidenten" Obama positioniert.

Unser Land gehört zu den mehr als 150 Ländern der Dritten Welt. Diese werden die ersten, aber nicht die Einzigen sein, die unter den unglaublichen Folgen des von den Menschen verursachten Klimawandels leiden werden, wenn wir nicht in der Lage sind, ihn rechtzeitig zu verhindern.

Die immer heftigeren Hurrikane, die Dürren und andere Naturkatastrophen haben auch zur Bildung unseres Volkes in dieser Frage beigetragen. Es handelt sich nicht um ein fernliegendes Risiko für das 22. Jahrhundert, sondern um eines, das schon in den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts schlagend werden könnte. Es handelt sich auch nicht um eine einfache Aktion gegen das Imperium und seine Anhänger, die - wieder einmal - versuchen, ihre dummen und egoistischen Interessen allen anderen Staaten aufzuzwingen. Es handelt sich um eine Schlacht der Weltöffentlichkeit, die man nicht der Spontaneität oder der Laune der Mehrheit der Medien überlassen darf.

Diese Schlacht muss man mit den Massen und im Schoß der Massenorganisationen sowie in wissenschaftlichen, kulturellen, humanitären und anderen internationalen Einrichtungen führen, vor allem im Schoß der Vereinten Nationen,

Die Konferenz von Kopenhagen aber erwies sich allerdings als verlogene Seifenoper, bei der die US-Regierung, ihre Alliierten der Nato und die reichsten Länder versuchten, einen betrügerischen und antidemokratischen Anschlag gegen die Schwellenländer und die armen Länder der Dritten Welt zu verüben, indem sie diesen das größte Opfer für den Klimaschutz abverlangten.

Obama ist erst am letzten Konferenztag in Kopenhagen angereist und hat eine inhaltsleere, demagogische Rede gehalten - eine Mischung von süßen Worten, gewürzt mit Theatergestik, die Personen wie mich, die sich bemühen, bei der Bewertung seiner politischen Eigenschaften und Absichten objektiv zu sein, nur langweilen. Zuvor hatte er seinem gefügigen dänischen Gastgeber aufgedrängt, dass nur eine Gruppe von ausgwählten Gästen die Ehre zu teil werden sollte, nach seiner Rede das Wort zu ergreifen, entschwand aber dann gleich, ohne die weiteren Beiträge abzuwarten, durch die Hintertür wie ein Kobold, der vor seiner Zuhörerschaft flieht,

Nachdem die Rednerliste erschöpft war, forderte ein waschechter Aymara-Indianer, der bolivianische Präsident Evo Morales, der vor kurzem mit 65 % der Stimmen wiedergewählt wurde, sein Recht, sich zu Wort zu melden. Angesichts des stürmischen Beifalls wurde ihm das Wort erteilt. In nur neun Minuten hat er tiefe und angemessene Auffassungen zum Ausdruck gebracht, die den Worten des abwesenden Präsidenten der Vereinigten Staaten antworteten. Gleich darauf stand Hugo Chávez auf, um zu bitten, im Namen der Bolivarianischen Republik Venezuela zu sprechen; Dem Sitzungsvorsitzenden blieb keine andere Wahl, als auch ihm das Wort zu erteilen, was jener dafür nutzte, eine der brillantesten Reden, die ich je von ihm gehört habe, zu improvisieren. Schließlich setzte ein Hammerschlag der ungewöhnlichen Sitzung ein Ende.

Obama und seine Gtetreuen hatten währenddessen keine Minute zu verlieren: Hektisch wurde ein Erklärungsentwurf voll vagen Geredes erarbeitet, der de facto einer Negation des Kioto-Protokolls gleichkommt. Eindringlich beschwor der Yakee-Präsident seine Verhandlungspartner - ein privater Kreis von nicht mehr als 30 Personen -, dem Papier zuzustimmen und drohte sogar damit, das Treffen zu verlassen, wenn man in seine Forderungen nicht einwilligen würde.

Viele, besonders die sozialen Bewegungen und die besser informierten Personen aus den humanitären, kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen, wissen, dass das solchart zustandegekommene Dokument einen Rückschlag im Kampf gegen den Klimawandel darstellt.

Hl. Drei Könige als Berater?

Die betrügerische Idee, nach der die reichen Länder eine mickrige Summe in Höhe von 30 Milliarden Dollar in drei Jahren für die armen Länder beitragen würden, um die Kosten zur Bekämpfung des Klimawandels zu bestreiten, und dass diese Summe ab 2020 um 100 Milliarden pro Jahr steigen könnte, bedeutet eine Verschiebung der Problemlösung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag. Fachleute wissen, dass diese Zahlen aufgrund des zu beanspruchenden Investitionsumsatzes lächerlich und unannehmbar sind.

Was ist ein Dollar wert? Was bedeuten 30 Milliarden? Wir alle wissen, dass seit Bretton Woods im Jahr 1944 bis zum Befehl von Präsidenten Nixon im Jahr 1971 zum völkermörderischen Krieg gegen Vietnam der Wert eines Dollars, umgerechnet in Gold, so gesunken ist, dass er heute 32 mal weniger wert ist als damals; 30 Milliarden bedeuten also weniger als 1 Milliarde, und 100 Milliarden geteilt durch 32 =3.125 Mrd., was heutzutage nicht einmal zum Bau einer Erdölraffinerie mittlerer Kapazität ausreicht.

Lassen wir uns nicht täuschen. Was die Vereinigten Staaten mit ihren Manövern versucht haben, ist, die Dritte Welt zu spalten, mehr als 150 unterentwickelte Länder von China, Indien, Brasilien, Südafrika und anderen zu trennen, mit denen aber wir zusammen kämpfen müssen, um in Bonn, Mexiko oder auf irgendeiner anderen internationalen Konferenz neben den sozialen, wissenschaftlichen und humanitären Organisationen echte Abkommen zu verteidigen, die alle Länder begünstigen und die Menschheit vor einer Katastrophe schützen, die zum Aussterben unserer Gattung führen kann.

Die Welt verfügt über immer mehr Information, aber die Politiker offenbar über immer weniger Zeit, um zu denken. Aber wenn Obama die 28 Partys hinter sich hat, mit denen er angeblich beabsichtigte, Weihnachten zu feiern, und wenn da auch die Party der Heiligen Drei Könige eingeschlossen ist, werden ihm ja vielleicht Caspar, Melchior und Balthasar raten können, was zu tun ist. (Fidel Castro Ruz, 3. Jänner 2010, 15:16 Uhr, DER STANDARD, Printausgabe 9./10. Jänner 2010)

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Ach wie schön, jetzt ist sogar der Standard auf den Kommentar von Terroristen/Freiheitskämpfern angewiesen, um glaubhaftes Amerika-Bashing unters Volk zu bringen...

mhm ich bin vielleicht naiv aber mir gefällt der stil der rede! :-)

Fiedl Castro ist leider vom kalten Krieg vereinahmt worden, ohne diesen sein Wirken auf Kuba beschränkt geblieben wäre. Anfangs war vom Kommunismus ja gar keine Rede, lediglich gegen Batista wurde gekämpft. Tatsache ist, daß es in Kuba - anders als in anderen lateinamerikanischen Ländern - schon bald nach der Revolution medizinische Versorgung und Schulbildung für alle gegeben hat. Es haben zwar alle heute wenig, aber mehr als z.B. die Favelabewohner in Rio, und es gibt keine Großgrundbesitzer, wie in Argentinien oder Brasilien, welche die Armee finanzieren.

L (I) E B E N

Lang lebe Fidel Castro!

Tod diesen mordenden und folternden Kapitalisten, die aus egoistischen Gründen Mensch, Tier und Natur ausbeuten und bedrohen. Was wäre die Welt, wenn es solche Menschen wie Castro und viele viele andere nicht gäbe, die Täglich gegen diesen kapitalistischen Wahnsinn kämpfen und das Leben und die Vielfalt zu retten und die Welt lebenswerter zu machen.

Tod dem Kapital, Freiheit und Liebe soll die Welt in eine gesunde Zukunft führen ...

Ja, was wäre die Welt wohl...?

Friedlicher sicherlich...

Also ich Kleingeist

bin ganz froh in einem Land zu leben, in dem der alte Mann nicht das sagen hat. Pröll. Faymann und Konsorten sind wirklich keine Superstars, gegen einen alternden Diktator nehme ich sie alle mit Handkuss. Die stecken wenigstens keine Oppositionellen in den Knast.

Aussperren statt einsperren!

Bei uns regiert die bank. Wenn du bei uns kein geld hast bekommst du weder recht noch gehör!

DAME LA REVOLUCIÓN O DAME LA MUERTE

FIDEL du hast zweiteres endlich verdient!

Dauert nimmer lange.

Schade nur, dass man nicht genau weiß wann, dann könnte man nämlich bereits einen Flug buchen, um bei den ausgelassenen Freudenfesten der Bevölkerung dabei zu sein.

Ich bezweifle

dass es die geben wird.
Tatsächlich ist Castro in Kuba recht beliebt.

Eigentlich schreibe ich hier ja nicht mehr

Aber wo ist Castro bitte "ein anderer"?
Oder soll ich diesen Kommentar (auch) als bezeichnend für eine gesamte verachtenswerte Berichterstattung nehmen?

Verachtenswert wogegen?

Finden Sie den Artikel verachtenswert, oder ist der Artikel verachtenswert gegenüber den Kapitalisten, also gegenüber von Menschen, die Täglich unter anderem hundertausend Menschen ermorden?

Was meinen Sie?

Zu so einem Blödsinn

meine ich gar nichts mehr. Das ist es ja gerade weshalb ich hier mitunter nichts mehr schreiben mag: "Kapitalisten... die Täglich ... hundertausend Menschen ermorden" - unfassbar
-
Ein "Kapitalist" häuft meinetwegen Geld an während MörderInnen wen umbringen - da fängts schonmal an...

socity prepares the crime. criminals commit it.

Ich glaube selbst Sie sind in der Lage es zu kapieren, es dauert nur länger ... aber Sie könnten erstmal diesen kurzen Artikel lesen, vielleicht hilft das schon:

http://de.wikipedia.org/wiki/Stru... lle_Gewalt

Galtung habe ich vor weit über zehn Jahren schon gelesen und bereits längst wieder verworfen. Meinen Sie Ihre Vorurteile gegenüber Menschen wie mir etwa von dem beigebracht bekommen zu haben? Erstaunlich... Wusst ichs doch, und bevor Sie mich noch einen "mörderischen Kapitalisten" schimpfen sollten: die Geldwirtschaft lehne ich für meinen Teil komplett ab. Sie anscheinend ja nur den "Kapitalismus", welcher davon nur einen kleinen - ich möchte hinzufügen unbedeutenden - Teil ausmacht...

Es ist schwierig meine Einstellung ganzheitlich in diesen 750 Zeichen dazustellen. Das einzige was ich ablehne ist Macht(Geld, Wissen, Einfluss Gewalt) wenn es egoistischen Zwecke dient. Ich lehne also Übergriffe und Freiheitsberaubung ab. Sie haben recht, Geld lehne ich gar nicht so ab, obwohl mir sehr bewusst ist, welche Probleme dadurch ermöglicht werden. Vielmehr lehne ich Wissen und Gewalt ab.


Galtung hin oder her, man kann mit einem Unterschrift töten oder quälen, das kann man auch selbst herleiten, obwohl natürlich die strukturellen Zusammenhänge bewusst komplex gemacht werden, damit es die Leute nicht durschauen können. So funktioniert dieses kapitalistische Sklavensystem.

Das einzigig interessante was dieser Zombie zu sagen hätte, wäre seine Abschiedsrede.

Die wird aber nie kommen (größenwahnsinnige Mörder sind zur Reflexion über ihre Verbrechen einfach nicht in der Lage). Aber er stirbt ja bald.

Prophezeiein sie doch den eigenen abschied!

Sie sollten vielleicht auch lesen, nicht gleich auf Fidel schimpfen.

bravo, fidel!

:))
der alte hat mehr köpfchen und elan (und eine noch grössere goschen) als tausende völlig vertrottelter hosenvollgeschissener wendehals-demokraten, die tief tief im afterloch des CIA-zöglings obama ihr quartier hier suchten und fanden:))

Langweiliger Agit-Prop, wahrscheinlich von irgendeinem Parteifunktionär verfasst. Und das wird dann von den Medien bereitwillig als Castro-Artikel über die Welt verteilt...

Stimmt

Wahrscheinlich derselbe Typ, der auch für Exxon und Co. schreibt...

Sie leben wohl im Westen - bezeichnend Ihr Misstrauen ...

Leider hat er recht.

Fidel, wolltest du nicht noch etwas Kritisches über die Rolle von China sagen, oder hast du das vergessen? Kann es sein, dass das Vergessen eine ideologische Fehlleistung ist?

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