Parteienspektrum

Links von SPÖ und Grünen ist Platz

8. Jänner 2010, 17:35
  • Artikelbild
    foto: apa

    Im linken Spektrum gibt es noch reichlich Spielraum für Parteien.

Politikforscher zweifeln aber, ob dieser Platz auch dauerhaft besetzt werden kann

Wien - "Na sicher ist links von der SPÖ Platz. Sehr viel sogar", sagt der Sozialforscher und langjährige ÖVP-Abgeordnete Josef Höchtl. Im vergangenen Jahr hat er eine Studie erstellt, in der sich die Österreicher selber in ihrer politischen Haltung einschätzen sollten - und die Parlamentsparteien im Vergleich dazu. Im Selbstbild sieht sich der durchschnittliche Österreicher knapp rechts der Mitte - auf dem Skalenpunkt 51 einer von null (ganz links) bis 100 (ganz rechts) reichenden Skala.

Als am weitesten rechts wird die FPÖ bei 68 eingeschätzt, als am weitesten links die Grünen bei 32. Die SPÖ wird bei Skalenpunkt 39 elf Punkte links der Mitte eingestuft, die ÖVP bei Skalenpunkt 58 etwas weniger weit rechts der Mitte. Die Parteien liegen also relativ eng beisammen. Das bedeutet umgekehrt, dass fast zwei Drittel des politischen Spektrums links und rechts unbesetzt sind.

"Da scheint überall Platz zu sein, de facto kann man sich aber wohl nur auf Kosten anderer etwas holen, weil die Wähler sich nach ihrem Selbstbild eben in der Mitte sammeln. Mit einem klassisch linken Programm, das auf staatlich gelenkte Wirtschaft und auf staatliche Versorgung oder Umverteilung setzt, wäre sicher ein Erfolg zu erwarten - allerdings reicht es nicht, dass man ein solches Programm hat, man braucht auch eine Person, die das vermittelt", sagt Höchtl dem Standard.

In dieselbe Kerbe schlägt Werner Beutelmeyer: Sein Market-Institut hat bereits vor der Wahl 2002 bei zehn Prozent den Wunsch geortet, dass eine neue Linkspartei antreten möge - sie erschien damit doppelt so attraktiv wie die KPÖ. Funktionieren könne das nur mit einer Persönlichkeit wie dem KP-Mann Ernest Kaltenegger oder dem Bürgerlisten-Mann Fritz Dinkhauser - und deren Politik müsse zudem nachhaltig sein. Dinkhauser habe in Tirol als Rebell von rechts unzufriedene Linke ansprechen können - in der neuesten Umfrage für die Tiroler Tageszeitung kommt er aber nur noch auf vier Prozent. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 9./10.1.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 177
1 2 3 4 5
angus1
00
16.1.2010, 11:50

hier posten ja fast nur umverteilungsempfänger. lustig. Alles reissen ihre schnäbel auf, aber der braten fliegt dann wieder zu den umverteilungsfunktionären.....

more more
00
15.1.2010, 12:30

Nur 1/4 der Bevölkerung sind Steuer-Nettozahler und erhalten somit die Anderen.
Gleichzeitig ein gewaltiger Schuldenberg, der immer größer wird.
Wie soll das auf Dauer funktionieren?

Heitere Hyperinflation, gepflegter Staatsbankrott
 
21
14.1.2010, 16:30
"auf staatlich gelenkte Wirtschaft und auf staatliche Versorgung oder Umverteilung setzt"


Wer will der Dumme sein, der die Umverteilungslast freiwillig erarbeitet? Meldet Euch!

Laird of Glenmore
02
14.1.2010, 19:51
Sie erarbeiten das jetzt schon,

nur kommt das Erarbeitete halt wenigen multinationalen Konzernen oder Klüngeln des Staates zu Gute.

Umverteilung bedeutet, dass die Allgemeinheit beteiligt wird.

Davidoff et cetera
00
14.1.2010, 13:24

jetzt würde ich noch gerne diese studie sehen und vor allem die fragestellung.
wenn da in der frage tatsächlich auch diese quantitativ-emotionale skala (à la "wie fühlen sie sich?") verwendet wurde, lassen sich daraus *keine* rückschlüsse auf inhalte ziehen.
wenn aber nicht, dann müssten bestimmte themen / aussagen / etc. als links oder rechts mit einem gewicht versehen werden - und da könnte man dann darüber streiten.
so oder so hat es keine besonders hohe aussagekraft und mit sicherheit lässt sich dadurch nicht sagen, dass noch "genug" platz links (oder rechts) wäre, vor allem nicht mit "je ein drittel" - das wäre pseudowissenschaft.

und das sage ich als jemand, der einer linkspartei nicht abgeneigt wäre.

also dann ...
00
13.1.2010, 14:40
welch eine NULL - aussage..., da

ja weder die grünen
noch weniger aber die s p ö...
eine links orientierte arbeitnehmer - politik machen !

Gobi Todic
22
11.1.2010, 11:49
Partei für unselbstständig Erwerbstätige tut not

Hier sollten nicht nur die klassischen Arbeiter und Angestellten (die neue Arbeiterschaft nächster Generation) ins Visier genommen werden.

Auch Bauern, Beamte und neue (schein)selbstständige sitzen im gleichen Boot (auch wenn sie selbst noch denken drüber zustehen).

Wunschprogramm:
Entlastung von aktiver Arbeit
Sicherung des Sozialwesens
Besteuerung von Vermögen
Ende des Wachstumswahns
Trennung von Staat und Religion
Offenlegung von Parteispenden
Rückkehr zur Verstaatlichung (besser ein defizitäres Unternehmen mit jährlich 1Mrd Minus als 400.000 Arbeitslose um ebenso die selbe Summe AL-Geld oder Sozialhilfe)

Österreich muss mit seinem System ein Vorbild sein und soll nicht den neoliberalen Staaten wie Amerika oder England nacheifern.

insertnamehere
 
00
15.1.2010, 11:54
"besser ein defizitäres Unternehmen mit jährlich 1Mrd Minus als 400.000 Arbeitslose um ebenso die selbe Summe"

400.000 Arbeitslose kosten glaub ich um einiges über einer Milliarde.

Im übrigen würde mich interessieren, wie Sie das "Ende des Wachstumswahns" dem Wähler schmackhaft machen wollen.

Gobi Todic
00
15.1.2010, 12:34
okay

aber die dann angestellten schaffen ja immerhin einen mehrwert.

und ~50.000-100.000 arbeitslose wirds immer geben.

Wie man den Wachstumswahn beendet: Man sagt dass sich das Universum zwar noch immer ausdehnt, die Erde leider nicht. Wir werden also nicht unendlich Ressourcen haben - das sollte auch der einfache Bürger verstehen.

technocracy
00
12.1.2010, 02:43
eine partei für unselbständig erwerbstätige soll

das sozialwesen sichern ?

Ich bin der Meinung...
00
10.1.2010, 23:20
In Österreich (bzw. der Ostmark)

kann links dauerhaft keine Partei existieren. Leider!

Erik der Rote
00
12.1.2010, 12:45
"Es gibt ein kleines gallisches Dorf ..."

Seit 1919 gibt es die KPÖ ungebrochen bis heute. Und sie existiert immer noch.

www.kpoe.at

Woody Este
00
16.1.2010, 12:55
Wo bleibt eine revolutionäre Politik

Sicher existiert die KPÖ, nur in welcher Verfassung befindet sie sich durch die Revisionisten in ihr. Auch die Kleinbürgerlichkeit ist in die KPÖ eingekehrt. Doch das alleine wäre ja nicht schlimm würde sie nicht von innen geschürt, von einer wirklich kommunistischen Politik ablenken. Alles was von ihr übrig geblieben ist, sind drei Buchstaben!

derpradler
00
10.1.2010, 17:43
eine feine Umschreibung

für das Ende der Sozialdemokratie!

Ich bin der Meinung...
11
10.1.2010, 23:23
Was soll eine Sozialdemokratie

auch in einem Land dass weder besonders sozial noch besonders demokratisch ist?

le concierge
00
10.1.2010, 15:51
Parteien Österreichs

Das inhaltlich gleiche und wichtigste Ziel der österreichischen Großparteien SPÖ und ÖVP ist meiner Beobachtung nach eigentlich nur ihr eigener Machterhalt, die wirklichen politischen Ziele drehen sich wie ein Fähnlein im Wind nach dem was in der K-Zeitung steht.
Nachdem es ja eine relativ große linke und eine rechte und zwei riesige ziellose Parteien für diejenigen gibt, die von Freunderlwirtschaft profitieren (wollen), wäre es vielleicht an der Zeit auch wieder das liberale Lager mit einer wählbaren Alternative zu bedienen, bevor man neue Parteien an den Extremen heranzüchtet...

Kapitalismus Luege
00
10.1.2010, 15:26
Für Politik ist Platz


Kreuzerl unter G'sichterl mach' ich nur noch auf Facebook.

Poyeur
04
10.1.2010, 13:49
links - rechts,? Sorry kann damit nichts anfangen

Ich teile lieber in die Kategorie oben/unten ein und auch nicht pauschal ganze Parteien sondern lieber handelnde Personen, gendergerecht natürlich

+100 Johanna Dohnal
+90 Freda-Meissner Blau
+80 Heinrich Neisser
+70 Ernest Kaltenegger
+60 Heide Schmidt
+50 Barbara Blaha
+40 Peter Pilz
+30 Erhard Busek
+20 Barbara Prammer
+10 Eva Glawischnig
0 Heinz Fischer
-10 Herbert Haupt
-20 Josef Pröll
-30 Renate Csörgits
-40 Maria Rauch-Kallat
-50 Josef Cap
-60 Werner Amon
-70 Barbara Rosenkranz
-80 Susanne Winter
-90 Heinz-Christian Strache
-100 Ernst Strasser

Werner Faymann ist leider nirgends zuordenbar.

jacques05
00
10.1.2010, 16:47
neisser links....?

bösartiger Schlechtmensch
00
10.1.2010, 17:48

nein, oben

bösartiger Schlechtmensch
27
10.1.2010, 14:27

Sie haben recht, Heinzi Fischer ist wirklich eine 0.

Gilgamesh
158
10.1.2010, 12:30
Links von SPÖ und Grünen ist Platz

Na ja, dort hockt doch schon Frau Bock und die Gutmenschen, die Gewalt gegen Frauen im Namen einer Religion als kulturelle Bereicherung sehen...

Herr und Frau Österreicher
 
01
12.1.2010, 09:48

Was sie gerne hätten, dass andere behaupten, um diese anderen so richtig gut hassen zu können, muss nicht zwangsläufig identisch sein, mit dem was jene anderen behaupten... rectsrechtes Schnapsgesäusel zu kommentieren, find ich umgekehrt eigentlich recht sinnlos...drum, schluss jetzt (sag ich zu mir selbst).

Mehrwolf
05
10.1.2010, 10:51
Keine Linkspartei sondern eine der Transparenz

Österreich fehlt eine Transparenzpartei. Eine Partei, die ja sagt zu einem öffentlichen Transferkonto zuallererst für NR-Abgeordnete und Politiker, damit klar ersichtlich ist, wer für wen Politik macht. Eine Partei, die einer strengeren Bürgerüberwachung nur zustimmt, wenn gleichzeitig eine strengere Überwachung der Parteienfinanzierung kommt. Eine Partei, die straffällig gewordene Personen (Körperverletzung, Hehlerei, Steuerhinterziehung) aus der Politik ausschließt, damit diese keine Macht haben, über andere Personen zu entscheiden. Eine Partei, die bei einem Polizeiverbrechen sich nicht von vornherein vor die Polizisten stellt sondern lautstark nach unabhängiger Aufklärung schreit usw.

Laird of Glenmore
00
14.1.2010, 20:08
Dafür gibts eh die Grünen.

Nur können sich deren Vorschläge nicht durchsetzen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 177
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.