Italien führt 30-Prozent-Ausländerquote in Schulklassen ein

8. Jänner 2010, 14:53

Ab dem nächsten Schuljahr - Opposition warnt vor Diskriminierung ausländischer Kinder

Rom - Italien führt ab dem nächsten Schuljahr eine Obergrenze von 30 Prozent für ausländische Kinder pro Schulklasse ein. Dies teilte das Bildungsministerium am Freitag in Rom mit. Unterrichtsministerin Maria Stella Gelmini erklärte, dass diese Maßnahme schrittweise ab der ersten Volksschulklasse eingeführt werde. Die Maßnahme sei nicht gegen ausländische Schüler gerichtet, sie solle zu ihrer Integration dienen. Man wolle die Bildung von "Ghetto-Klassen" mit einer Mehrheit von Migrantenkindern vermeiden.

Opposition: "Schändliche Diskriminierung"

Die italienische Regierung hat im Rahmen einer umstrittenen Reform des Schulsystems bereits ab diesem Schuljahr Klassen für Immigranten-Kinder eingeführt. Diese speziellen Klassen seien zum Vorteil von ausländischen Schülern gedacht, die kein Italienisch können.

Die Opposition sprach von schändlicher Diskriminierung ausländischer Kinder. Die Pläne der Mitte-Rechts-Regierung würden dem Gleichheitsprinzip widersprechen. Es sei skandalös, weil die Opfer dieser Diskriminierung Kinder seien.

Nach Angaben des Bildungsministeriums in Rom gibt es 502.000 ausländische Schüler an italienischen Schulen, was einem Anteil von 5,6 Prozent entspricht. Der Anteil sei gegenüber 2005 um 18,2 Prozent gestiegen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 27
1 2
Heavyweather
01

70% Italiener finde ich schon einen sehr hohen Ausländeranteil...
In so eine Schule würde ich meine Kinder nicht schicken...

Avalancha
02
10.1.2010, 20:07

also in Vlbg gibts genügend schulklassen im VS und HS-Bereich mit 70-80% ausländern. Da würde ich meine Kinder auch nicht einschulen lassen, denn die Klassenlerngeschwindigkeit orientiert sich an den Schwächsten.

Der Waehlerwille
 
08
und recht haben sie

denn bei höheren quoten benachteiligt man die zuwandererkinder. warum?

ganz einfach, man verunmöglicht vielen von ihnen einen tatsächlichen spracherwerb.

eine solche regelung wäre auch für österreich sinnvoll.

byron sully
70

wenn man so eine regelung gemäß den jeweiligen sprachkenntnissen einführen würde, hätte sie vielleicht sinn. aber so eine regelung bloß aufgrund eines ausländischen passes (wovon auch migrantische kinder mit guten sprachkenntnissen betroffen wären) ist tiefster faschismus und rassismus.

Terence Lennox
013
10.1.2010, 13:02
andauernd dieser inflationäre gebrauch..

..von faschismus..

byron sully
50
10.1.2010, 15:59

grad wenn es um jenes land geht, aus dem der begriff ursprünglich kommt, kann man ihn ruhig verwenden, wenn er angebracht ist (und das ist er meiner meinung nach in dem fall).

Der Waehlerwille
 
00
10.1.2010, 16:05
was sie da betreiben ist faschismusverharmlosung ..

ist ihnen das nicht klar?

und ja natürlich brauchts eine vernünftige regelung. klar. aber deshalb muss man nicht mit "faschismus" hantieren ... damit entwerten sie ihr anliegen.

superloser
00
Klingt nach österreichischer Lösung

cobhc
02

kling nach einer guten lösung

Michael B
04
So lange nur 30% der Kinder Ausländer sind, kann das funktionieren.

Es muß ja keine "negative Diskriminierung sein", denn auch in den USA funktioniert das mittels "postiver Diskriminierung".
Wenn es aber nicht genug inländische Kinder gibt, wird es eher schwierig.

hexe caracas
07
ich sehe es positiv

eigentlich müsste es im Intersse der migranten sein mit Inländern in Kontakt zu kommen (weil man sich integrieren will )

byron sully
242
bleibt zu hoffen,

daß irgendwer diese unmenschliche regelung vor den eugh und den egmr bringt. mussolini ist anscheinend wieder zum leben erwacht...

Der Waehlerwille
 
04
sie finden es also richtig dass zuwandererkinder gar keine

möglichkeit haben ordentlich die landessprache zu lernen?

warum?

Tong P
47
Bevor meine Tochter

mit 30% Ausländern in einer Klasse sitzen muß, ist es mir auch lieber, wenn diese in einer 100% Ghetto Klasse unterrichtet werden. Der Level um beruflich Erfolg zu haben, sinkt mit Ausländern in der Klasse dramatisch.

byron sully
61

"Der Level um beruflich Erfolg zu haben, sinkt mit Ausländern in der Klasse dramatisch."

deswegen haben absolventInnen der vienna international school auch so furchtbar schlechte jobaussichten...?

KTHXBYE
04
10.1.2010, 17:47

Stellen Sie sich nicht naiver als Sie sind.

Terence Lennox
02
10.1.2010, 13:03
die kann sich..

..ja auch jeder leisten, die schule. oder?

no left child behind
00
ja wie wäre es nach der regelung dort

müsste man ein paar ausländer rausschmeißen um die quote zu erfüllen oder wäre der inländeranteil hoch genug?

Chien de Pique
09
Was genau ist da jetzt unmenschlich, dafür zu sorgen, dass migrantische Kinder eine Chance haben, sich in die Gesellschaft einzufügen - und Grundvoraussetzung - die Sprache zu erlernen, statt

in Ghettoschulen unter sich zu bleiben und am Ende nicht einmal flüssig Italienisch sprechen zu können (weil dort im Extremfall nur der Lehrer das kann), benachteiligt für den Rest ihres Lebens.
Solche Quoten sind vollkommen rational und absolut sinnvoll - wo sie zahlenmäßig überhaupt noch möglich sind.
Und soweit ich mich erinnere, waren Sie da bei früheren Diskussionen schon sehr viel aufgeschlossener, mit dem Vorbehalt - und da stimme ich Ihnen zu, dass selbstredend nicht der Pass oder die Herkunft entscheidend sein darf, sondern lediglich das Ausmaß der Sprachbeherrschung). Mussolini hätte wohl eher das genaue Gegenteil getan, die bestehende Absonderung noch gesetzlich ausgebaut und sich gefreut, dass so MigrantiInnen bei Hilfsarbei

byron sully
20

"dass selbstredend nicht der Pass oder die Herkunft entscheidend sein darf, sondern lediglich das Ausmaß der Sprachbeherrschung"

genau DAS ist aber eben ein ganz fundamentaler punkt! auf dieser basis läßt sich über den vorschlag ja diskutieren, aber ganz sicher nicht auf basis von herkunft oder paß.

Chien de Pique
00
Man müsste sich genauer ansehen, wie das entsprechende Regelung dann wirklich aussieht; bis jetzt haben wir genau einen knappen Bericht über eine Ankündigung.

Zwar sollte die Sprache der entscheidende Faktor sein, aber auf einer besser freiwilligen Basis hat ein Angebot, an eine andere Schule/Klasse zu wechseln, in manchen Fällen auch sonst viel Sinn. Vielfältigere Kontakte udn Anregungen, bessere Aneignung von Wissen über die Alltagskultur der neuen Heimat, der Ausbruch aus der Ghettosituation usw. würden oft auch einem begabten und noch so blendend Italienisch sprechenden Kind äthiopischer, marokkanischer usw. Herkunft nützen, das bislang in einer fast reinen MigrantInnen-Klasse versauert, wo es leider zu einer schmalen Minderheit mit guten Sprachkenntnissen gehört - da ist ja zwangsläufig das Gesamtniveau in allen Fächern niedriger, wird ein Zeugnis einer Schule aus einem solchen Viertel eher

Chef.ermittler - Frauen.held
013
Irgendjemand muss es Ihnen sagen:

Sie verlieren offensichtlich den Verstand - http://derstandard.at/plink/126... 1/15250269

Ich meine es wirklich gut mit Ihnen!

Mucosaprolaps
02

IMO ist das nicht automatisch benachteiligend. Es wäre schlimmer, wenn einige Schulen 95% Ausländer haben und andere Schulen fast völlig offen damuit prahlen, dass sie nur "Weiße" nehmen.

Mit der 30%-Regel könnten solche Schulen in Situationen geraten wie die US-Schulen Ende der 60er, als die Segregation abgeschafft wurde. Die Lösung war "Busing" - man brachte Kinder teils quer durch die Stadt in andere Schulen, um ein "buntes" schulisches Umfeld zu gewährleisten.

Tong P
01
wenn

einem der Erfolg des eigenen Kindes etwas wert ist, ist dies die bessere Lösung.

KTHXBYE
00
10.1.2010, 17:52

Gäääh, die Kinder. Ein Bessermenschenkind ernährt sich vegan und liebt Multikultiultrabunt. Alles andere ist egal, erhalten wird's später eh von der Gesellschaft.

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